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Siemens stellt Stromversorgung für die Tiefseeverarbeitung von Öl und Gas vor

05.05.2010
Siemens Energy stellt auf der Offshore Technology Conference (OTC) in Houston, Texas, ein innovatives Konzept für die Stromversorgung von Anlagen zur Förderung von Öl und Gas auf dem Meeresboden vor. Das Subsea Power Grid genannte Projekt soll erstmals diese Anlagen sehr weit von der Küste entfernt in bis zu 3.000 Metern Meerestiefe mit Strom versorgen. Die Siemens-Lösung wird ab Ende 2012 einsatzfähig sein.

„Die vollständige unterseeische Verarbeitung von Öl und Gas ist ohne ein verlässliches Hochleistungs-Stromnetz direkt auf dem Meeresboden undenkbar“, sagte Tom Blades, CEO der Oil & Gas Division von Siemens Energy. „Sinkende Rohstoffreserven an Land zwingen die Öl- und Gasunternehmen, in immer abgelegeneren Gebieten und immer größeren Meerestiefen zu fördern.“

Der enorme Wasserdruck in der Tiefsee führt bisher dazu, dass die Förderung von Rohstoffen gegenüber der traditionellen Förderung an Land um rund 30 Prozent sinkt. Die Siemens-Lösung Subsea Power Grid wird maßgeblich dazu beitragen, diese Lücke zu schließen und ebnet damit den Weg zur umfassenden Verarbeitung von Öl und Gas in der Tiefsee.

Um die Reserven auf dem Meeresgrund zu fördern, wird die Stromversorgung entlegener Anlagen eine immer größere technische Herausforderung. Die Siemens-Lösung umfasst Stromkabel, Transformatoren, Schaltanlagen und Elektromotoren. Sie steuern und versorgen die elektrisch angetriebenen Pumpen oder Turboverdichter sowie Abscheider und weitere Anlagen zur Verarbeitung von Öl und Gas mit Strom. Die benötigte elektrische Energie liefern Kraftwerke weit entfernt an Land oder auf einer Plattform. Derzeit arbeiten Siemens-Experten daran, die bestehenden Lösungen so zu optimieren, dass sie zuverlässig selbst unter extremem Druck und bei niedrigen Temperaturen unter Wasser eingesetzt werden können. Neben seinem Center of Competence (CoC) für Subsea-Anwendungen in Trondheim, Norwegen, eröffnet Siemens zwei weitere CoCs in Houston, Texas, und in Rio de Janeiro.

„Die komplette Stromnetz-Lösung von Siemens wird auf einem einzigen Rahmen direkt auf dem Meeresboden installiert“, sagte Bjoern Einar Brath, der in der Siemens Oil & Gas Division für Subsea-Anwendungen zuständig ist. „Ein druckentlastendes Design reduziert das Gewicht erheblich und erhöht gleichzeitig die Robustheit unserer maßgeschneiderten Tiefsee-Lösung. Dies ermöglicht es uns, die Förderung auf dem Meeresboden weiterzuentwickeln und den Bedürfnissen der Betreiber hinsichtlich einer zuverlässigen und umweltfreundlichen Öl- und Gasproduktion in entlegenen Gebieten zu begegnen. Zentraler Bestandteil ist dabei auch der dichtungsfreie Verdichter STC-ECO, der ohne Lager und somit nahezu wartungsfrei von einem integrierten Motor angetrieben wird.“

Siemens verfügt über umfassende Erfahrung mit Tiefsee-Anwendungen. Für das Projekt Snorre des Kunden Statoil hat Siemens im Jahr 2000 ein komplettes Steuerungssystem geliefert, das in 350 Metern Meerestiefe arbeitet. Zusammen mit Shell/NAM entwickelte Siemens den STC-ECO, der sich für den Einsatz auf dem Meeresgrund sowie mit verschmutztem Gas eignet. Darüber hinaus sind seit 1998 im Carapeba-Ölfeld von Petrobras vor der brasilianischen Küste Siemens-Transformatoren in 1.000 Metern Tiefe im Einsatz.

Der Siemens-Sektor Energy ist der weltweit führende Anbieter des kompletten Spektrums an Produkten, Dienstleistungen und Lösungen für die Energieerzeugung, -übertragung und -verteilung sowie für die Gewinnung, die Umwandlung und den Transport von Öl und Gas. Im Geschäftsjahr 2009 (30. September) erwirtschaftete der Sektor Energy einen Umsatz von rund 25,8 Mrd. EUR und erhielt Aufträge in einem Umfang von rund 30 Mrd. EUR. Das Ergebnis betrug 3,3 Mrd. EUR. Im Sektor Energy arbeiteten zum 30. September 2009 über 85.100 Mitarbeiter.

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Eva-Maria Baumann | Siemens Energy
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