Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Siemens hat erste Nordseeplattform erfolgreich installiert

26.08.2013
  • HelWin1-Nordseeplattform wird mehr als 500.000 Haushalte mit Windstrom versorgen
  • Inbetriebnahme der Netzanbindung HelWin1 weiterhin für 2014 vorgesehen
  • Mehr als 100 Mitarbeiter auf See mit Installation beschäftigt

Siemens hat die HelWin1-Offshore-Plattform in der Nordsee installiert und damit bei den deutschen Netzanbindungsprojekten eine entscheidende Etappe erfolgreich abgeschlossen.


Siemens hat erste Offshore-Plattform in der Nordsee installiert

Über HelWin1 sollen die beiden Offshore-Windparks Nordsee Ost und Meerwind ans Festland angeschlossen werden. Auf der Plattform wird mit Siemens-Technik der von den Windturbinen erzeugte Wechselstrom für die Übertragung an Land in verlustarmen Gleichstrom umgewandelt. Ab dem kommenden Jahr kann der Netzbetreiber und Auftraggeber TenneT somit sauberen Strom zur Versorgung von mehr als 500.000 Haushalten ans deutsche Festland bringen. Die ebenfalls von Siemens an TenneT gelieferte Landstation liegt in Büttel nordwestlich von Hamburg. Dort wird die elektrische Energie zur Einspeisung ins Netz wieder in den erforderlichen Wechselstrom konvertiert.

"Mit der Installation unserer Plattform auf See haben wir den kritischsten Teil dieses Projekts erfolgreich gemeistert. Damit sind wir auf der Zielgeraden für die Inbetriebnahme im Jahr 2014", sagte Karlheinz Springer, CEO der Division Power Transmission im Sektor Energy der Siemens AG. "Mit der Plattform-Installation für HelWin1 haben wir erneut einen wichtigen Meilenstein in unseren Netzanbindungsprojekten erreicht. Die Übertragungskapazität unserer Projekte beläuft sich auf insgesamt 6,2 Gigawatt Strom aus erneuerbarer Energie.

Damit trägt TenneT dazu bei, dass Offshore-Windenergie einen bedeutenden Anteil an der Energieversorgung der Zukunft haben kann", so Lex Hartman, Mitglied der Geschäftsführung von TenneT.

Netzbetreiber TenneT hatte Mitte 2010 das Konsortium aus Siemens und dem italienischen Kabelspezialisten Prysmian mit der Offshore-Netzanbindung HelWin1 beauftragt. Insgesamt realisiert das Konsortium vier Nordsee-Netzanbindungen für TenneT, HelWin1 und HelWin2 vor Helgoland, BorWin2 vor Borkum und SylWin1 vor Sylt.

Nach sieben Transporttagen auf See und vier Installationstagen vor Ort ist die HelWin1-Plattform am 23. August auf ihrer endgültigen Position nordwestlich der Insel Helgoland sicher verankert worden. Die Unterkonstruktion der Plattform hatte Siemens bereits im Juni in der dort 23 Meter tiefen Nordsee installiert. Zur Befestigung wurden zehn Stahlpfeiler mit bis zu 3,2 Metern Durchmesser und acht Zentimeter Wandstärke im Meeresboden verankert. Mit bis zu 100 Meter sind diese Pfeiler so lang wie das Londoner Wahrzeichen Big Ben. Als Schutz vor Jahrhundertwellen befindet sich die Plattform 22 Meter über dem Meeresspiegel. HelWin1 ist auf jahrzehntelangen Betrieb in der rauen Nordsee ausgelegt.

Die mit einem Hubschrauberlandeplatz ausgestattete Plattform wurde von Nordic Yards im Auftrag von Siemens in der Werft in Wismar hergestellt. Die Werft ist von Siemens noch mit der Fertigung von zwei weiteren HGÜ-Plattformen für die Netzanbindungen BorWin2 und SylWin beauftragt. Die HelWin1-Plattform wiegt mit 12.000 Tonnen mehr als 20 vollgetankte und beladene Großraumflugzeuge vom Typ Airbus A380. Mit 75 Meter Länge und 50 Meter Breite entspricht ihre Grundfläche mehr als der Hälfte eines Fußballfeldes. Auf sieben Decks bei 27 Meter Gesamthöhe beherbergt sie neben der Technik zur Hochspannungsgleichstrom-Übertragung (HGÜ) auch 16 Kabinen mit insgesamt 24 Kojen, eine Kombüse, sanitäre Einrichtungen, einen mit Sportgeräten ausgestatteten Mehrzweckraum und einen Aufenthaltsraum mit Satellitenfernseher.

Für die nachfolgende Projektphase in der Nordsee sind noch bis zu 100 Mitarbeiter vor Ort tätig. Sie werden zunächst für den Transport zugeschweißte Türen wieder öffnen und weitere Transportsicherungen sowie Ballastgewichte entfernen. Eine Hubinsel, also eine mobile Versorgungs- und Unterkunftsplattform, wird vor Ort Verpflegung und Quartiere für die Mannschaft bereitstellen. Diese spart sich somit eine An- und Abreisezeit von jeweils zwei Stunden mit dem Helikopter bzw. bis zu 16 Stunden mit dem Schiff.

Zudem werden die beiden Seekabel des namhaften Kabelspezialisten Prysmian angeschlossen. Der Konsortialpartner von Siemens hat zwei Kabel mit jeweils 130 Kilometer Länge geliefert und gebündelt verlegt. Über diese wird künftig der Gleichstrom mit 250 Kilovolt Spannung fließen, wobei die Kabeltrasse über 85 Kilometer im Meer und 45 Kilometer an Land verläuft. Jedes der beiden etwa 11 Zentimeter dicken, mit einer schützenden Stahlseil-Armierung versehenen Kabel wiegt pro Meter etwa 30 Kilogramm und verfügt über einen 3,5 Zentimeter starken Kupferleiter.

Die HGÜ-Plattform hat eine Leistung von 576 Megawatt. Dank der effizienten Gleichstromtechnologie liegt der Übertragungsverlust der Verbindung bei weniger als vier Prozent. Die von Siemens eingesetzte Technologie namens HVDC Plus reduziert die Komplexität und damit den Platzbedarf für HGÜ-Anlagen, was bei einer Installation auf See entscheidend ist. Im Gegensatz zur klassischen Variante der HGÜ, die bei Landverbindungen weit verbreitet ist, können sich Anlagen mit HVDC Plus zudem selbst stabilisieren. Bei Energieschwankungen, wie sie bei Erzeugung mittels Windkraft auftreten, wird so die Netzsicherheit erhöht. HVDC Plus ist ein Multilevel-VSC-System. Diese modulare, mehrschichtige VSC-Technologie sorgt für eine fast ideal sinusförmige Wechselstrom-Wellenform und eine geglättete Gleichspannung auf der Übertragungsstrecke, was den Einbau von Hochfrequenz- und harmonischen Filtern nahezu überflüssig macht.

Die Inbetriebnahme von HelWin1 ist für die zweite Jahreshälfte 2014 vorgesehen. Die Plattform ist voll automatisiert und ihre Systeme können von Land aus überwacht und gesteuert werden. Kameras und Sensoren ermöglichen dabei ein vollständiges Bild über den jeweiligen Betriebszustand. Die Mannschaftsquartiere auf der Plattform können dann bei Wartungsarbeiten genutzt werden. Siemens wurde von TenneT für zunächst fünf Jahre mit der Wartung der Netzanbindung beauftragt.

Der Siemens-Sektor Energy ist der weltweit führende Anbieter eines breit gefächerten Spektrums an Produkten, Dienstleistungen und Lösungen für die Stromerzeugung mit thermischen Kraftwerken und aus erneuerbaren Energiequellen sowie für die Stromübertragung in Netzen und für die Gewinnung, die Verarbeitung und den Transport von Öl und Gas. Im Geschäftsjahr 2012 (30. September) erwirtschaftete der Sektor Energy einen Umsatz von 27,5 Mrd. EUR und erhielt Aufträge in einem Umfang von rund 26,9 Mrd. EUR. Das Ergebnis betrug 2,2 Mrd. EUR. Im Sektor Energy arbeiteten zum 30. September 2012 knapp 86.000 Mitarbeiter. Weitere Informationen unter: http://www.siemens.com/energy

Reference Number: EPT201308059d

Ansprechpartner
Herr Torsten Wolf
Sektor Energy
Siemens AG
Freyeslebenstr. 1
91058 Erlangen
Tel: +49 (9131) 18-82532
torsten.tw.wolf​@siemens.com

Torsten Wolf | Siemens Energy
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/energy

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Energieproduzierende Fenster stehen kurz bevor
23.02.2017 | University of Minnesota / Università degli Studi di Milano-Bicocca

nachricht Hauchdünn wie ein Atom: Ein revolutionärer Halbleiter für die Elektronik
23.02.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie