Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Siemens erreicht Durchbruch bei Technologie zur CO2-Verminderung

19.11.2010
Nahezu emissionsfreie und umweltfreundliche CO2-Abscheidung aus Kraftwerksabgasen nachgewiesen

Siemens Energy hat die erste Testphase mit seinem CO2-Abscheidungsverfahren in der Pilotanlage am E.ON-Kohlekraftwerk Staudinger erfolgreich durchgeführt. Mit seinem innovativen und besonders umweltverträglichen Verfahren setzt das Unternehmen neue Maßstäbe bei der CO2-Abscheidung aus fossilbefeuerten Kraftwerken.


Blick ins Innere der Pilotanlage zur CO2-Abscheidung aus Kohlekraftwerken im Kraftwerk Staudinger, Großkrotzenburg bei Hanau.

In der Pilotanlage wurden die chemische Langzeitstabilität des Waschmittels, die Effektivität des Prozesses und die Emissionen unter realen Kraftwerksbedingungen untersucht. Nach über 3.000 Betriebsstunden seit Inbetriebnahme der Anlage im September 2009 steht fest, dass das von Siemens entwickelte Post-Combustion-Capture-Verfahren (PostCap) nahezu ohne Waschmittelemissionen eine CO2-Abscheideleistung von mehr als 90 Prozent erzielt. Der Energieverbrauch ist im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren deutlich geringer.

Die Testergebnisse bestätigen die Erwartungen der Siemens-Ingenieure. Die hohe Stabilität des Waschmittels und der äußerst geringe Waschmittelverlust wirken sich positiv auf die Betriebskosten der CO2-Abscheidungsanlagen aus. Da das von Siemens verwendete Waschmittel, eine wässrige Aminosäuresalzlösung, nicht flüchtig ist, treten am Ausgang der Abscheidungsanlage praktisch keine Waschmittelemissionen auf. Im Gegensatz zu bisher bekannten CO2-Abscheidungsverfahren, zum Beispiel mit Aminen, kommt der PostCap-Prozess von Siemens ohne aufwändige Nachreinigung des Rauchgases nach der CO2 Abscheidung aus. Außer dem CO2 entfernt das Waschmittel weitere im Rauchgas enthaltene Schadstoffe. Diese vom Waschmittel aufgenommenen Verunreinigungen und entstehende Nebenprodukte werden zukünftig mit einem innovativen Abtrennverfahren aus dem flüssigen Waschmittel abgeschieden.

„Für uns besteht eine wichtige Anforderung an unser Verfahren darin, bei der CO2-Abtrennung keine neuen Emissionen zu erzeugen und eine einfache Handhabung für die Kraftwerksbetreiber zu erreichen. Deshalb haben wir von Anfang an auf wässrige Lösungen von Aminosäuresalzen gesetzt, die für Mensch und Umwelt unbedenklich sind“, sagte Nicolas Vortmeyer, CEO New Technologies Fossil Power Generation bei Siemens Energy. „Diese frühe Weichenstellung zahlt sich jetzt aus. Schon mit den ersten Betriebsergebnissen unserer Pilotanlage konnten wir bestätigen, dass unser CO2-Abscheidungsverfahren nicht nur hocheffizient ist, sondern auch ohne zusätzliche Nachreinigungsschritte höchste Anforderungen an die Umweltverträglichkeit erfüllt. Um weitere Erkenntnisse zu sammeln, wird der Testbetrieb fortgesetzt.“

Das Pilotprojekt am Kraftwerk Staudinger wird von E.ON sowie vom Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen der COORETEC-Initiative gefördert. Sie ist Teil des 5. Energieforschungsprogramms "Innovation und Neue Energietechnologien" der Bundesregierung und fördert die Forschung und Entwicklung CO2-emissionsarmer Kraftwerkstechnologien.

Die Erfahrungen aus der Pilotanlage am Kraftwerk Staudinger bilden die Basis für eine weitere Anlage, bei der das PostCap-Verfahren in einem größeren Maßstab zum Einsatz kommt. Die Anlage soll 2012 am Kohlekraftwerk Big Bend des Energieversorgers Tampa Electric in Florida, USA, in Betrieb gehen. Hierfür hat das US-Energieministerium (United States Department of Energy, DOE) Fördermittel für Siemens bewilligt, um die Optimierung dieses modernen Verfahren für die Abtrennung von CO2 aus den Abgasen von Kohlekraftwerken weiter voran zu treiben.

Die Technologie zur CO2-Abscheidung aus dem Rauchgas von Kraftwerken ist Teil des Siemens-Umweltportfolios, mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von rund 28 Mrd. EUR erzielte. Das macht Siemens zum weltweit größten Anbieter von umweltfreundlicher Technologie. Kunden haben mit entsprechenden Produkten und Lösungen des Unternehmens im selben Zeitraum 270 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) eingespart, das ist so viel wie Hongkong, London, New York, Tokio, Delhi und Singapur in Summe an CO2 jährlich ausstoßen.

Der Siemens-Sektor Energy ist der weltweit führende Anbieter des kompletten Spektrums an Produkten, Dienstleistungen und Lösungen für die Energieerzeugung, -übertragung und -verteilung sowie für die Gewinnung, die Umwandlung und den Transport von Öl und Gas. Im Geschäftsjahr 2010 (30. September) erwirtschaftete der Sektor Energy einen Umsatz von rund 25,5 Mrd. EUR und erhielt Aufträge in einem Umfang von über 30,1 Mrd. EUR. Das Ergebnis betrug über 3,6 Mrd. EUR. Im Sektor Energy arbeiteten zum 30. September 2010 über 88.000 Mitarbeiter. Weitere Informationen unter: www.siemens.de/energy

Siemens AG
Corporate Communications and Government Affairs
Wittelsbacherplatz 2, 80333 München
Deutschland
Informationsnummer: EFP201011.014d
Media Relations: Gerda Gottschick
Telefon: +49 9131 18-85753
E-Mail: gerda.gottschick@siemens.com
Siemens AG
Energy Sector – Fossil Power Generation Division
Freyeslebenstr. 1, 91058 Erlangen

Gerda Gottschick | Siemens Energy
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen
12.12.2017 | Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES

nachricht Meilenstein in der Kreissägetechnologie
11.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was für IT-Manager jetzt wichtig ist

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

30 Baufritz-Läufer beim 25. Erkheimer Nikolaus-Straßenlauf

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten