Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Siemens baut erste Pilotanlagen zur CO2-Abscheidung aus Kohlekraftwerken auf Basis von umweltfreundlichem Aminosäuresalz in USA

20.07.2010
Förderung vom US-Energieministerium in Höhe von 8,9 Mio. USD

Im Rahmen eines Förderprogramms für umweltfreundliche Technologien des US- Energieministeriums (United States Department of Energy, DOE) wird Siemens erstmals eine Pilotanlage zur CO2-Abscheidung in den USA installieren und betreiben. Die Höhe der Förderung beläuft sich auf 8,9 Mio. USD.

Damit treibt das Unternehmen am Kohlekraftwerk Big Bend des Energieversorgers Tampa Electric in Florida die Entwicklung seines umweltfreundlichen Verfahrens zur klimaverträglichen Stromerzeugung aus Kohle weiter voran. Ziel dabei ist, den Energieverbrauch für eine CO2-Abscheidungsanlage weiter zu senken.

Die Siemens-Technologie beruht auf einem Waschmittel auf Basis eines Aminosäuresalzes der zweiten Generation. Es zeichnet sich unter anderem aus durch besonders gute Umweltverträglichkeit, einen vergleichsweise niedrigen Energieverbrauch und geringen Verlust bei der eingesetzten Reinigungssubstanz.

Das Kohlekraftwerk von Tampa Electric liegt im Südosten von Hillsborough County, Florida und hat eine installierte Leistung von 1.892 Megawatt (MWe). Die Pilotanlage wird nach der von Siemens gelieferten Entschwefelungsanlage installiert und mit einer Teilmenge des Rauchgases gefahren. Dabei können rund 25 Tonnen des Rauchgases gereinigt und dabei über 90 Prozent des CO2 abgetrennt werden. Die Pilotanlage soll 2013 in Betrieb gehen.

Die Obama-Administration hat sich zum Ziel gesetzt, innerhalb von zehn Jahren kostendeckende CO2- Abscheidungstechnologien zu entwickeln. Bis 2016 sollen fünf bis zehn kommerzielle Demonstrationsanlagen in Betrieb sein. Das Projekt in Florida wurde vom DOE aus zehn Projektvorschlägen ausgewählt. In der neuen Pilotanlage werden die Erhöhung der Prozesseffizienz und die Reduzierung der Kosten, die durch die CO2-Abscheidung entstehen, weiter untersucht. Dabei strebt man eine Verringerung der derzeitigen Kosten auf unter 30 Prozent bei neuen Kohlekraftwerken und auf unter zehn Prozent bei neuen Anlagen mit integrierter Kohlevergasung (IGCC) an.

“Wir haben uns für Siemens entschieden, nicht nur weil die Siemens-Technologie zur CO2-Abscheidung sehr erfolgversprechend in Hinblick auf Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit ist, sondern auch weil Siemens ein nichttoxisches und biologisch abbaubares Waschmittel verwendet“, sagte Gordon Gillette, President von Tampa Electric.

“Kohle spielt immer noch eine wichtige Rolle im heutigen Energiemix – fast 50 Prozent unseres derzeitigen Energiebedarfs wird mit Kohle gedeckt“, sagte Randy Zwirn, President und CEO von Siemens Energy, Inc. „In den letzten Jahren gab es einige bedeutende Entwicklungen für eine umweltfreundliche Kohleverstromung. Heute können wir eine Spitzentechnologie zur CO2-Abscheidung anbieten. Die Partnerschaft mit Tampa Electric ist eine wunderbare Gelegenheit, um unsere CO2-Abscheidungstechnologie auf der Basis eines Aminosäuresalzes der zweiten Generation zur Marktreife zu bringen.“

Bereits im September 2009 nahm Siemens seine erste Pilotanlage im Kraftwerk Staudinger bei Frankfurt am Main in Betrieb. Die Technologie zur CO2-Abscheidung aus dem Rauchgas von Kraftwerken ist Teil des Siemens-Umweltportfolios, mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2009 einen Umsatz von rund 23 Mrd. EUR erwirtschaftete. Das macht Siemens zum weltweit größten Anbieter von umweltfreundlicher Technologie. Kunden haben mit entsprechenden Produkten und Lösungen des Unternehmens im selben Zeitraum 210 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart; das ist so viel wie New York, Tokio, London und Berlin in Summe an CO2 jährlich ausstoßen.

Der Siemens-Sektor Energy ist der weltweit führende Anbieter des kompletten Spektrums an Produkten, Dienstleistungen und Lösungen für die Energieerzeugung, -übertragung und -verteilung sowie für die Gewinnung, die Umwandlung und den Transport von Öl und Gas. Im Geschäftsjahr 2009 (30. September) erwirtschaftete der Sektor Energy einen Umsatz von rund 25,8 Mrd. EUR und erhielt Aufträge in einem Umfang von rund 30 Mrd. EUR. Das Ergebnis betrug 3,3 Mrd. EUR. Im Sektor Energy arbeiteten zum 30. September 2009 über 85.100 Mitarbeiter.

Siemens AG
Corporate Communications and Government Affairs
Wittelsbacherplatz 2, 80333 München
Deutschland
Informationsnummer: ESE201007.101d
Media Relations: Gerda Gottschick
Telefon: +49 9131 18-85753
E-Mail: gerda.gottschick@siemens.com
Siemens AG
Energy Sector – Energy Service Division
Freyeslebenstr. 1, 91058 Erlangen

Gerda Gottschick | Siemens Energy
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/energy

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Neue Sensortechnik für E-Auto-Batterien
08.12.2016 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Siliziumsolarzelle des ISFH erzielt 25% Wirkungsgrad mit passivierenden POLO Kontakten
08.12.2016 | Institut für Solarenergieforschung GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie