Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schnellladen für Autos mit Gleich- und Wechselstrom

18.10.2011
Mit einem flexiblen Schnellladesystem können Elektroautos künftig über dieselbe Fahrzeugladedose nach Bedarf mit Gleichstrom (DC) oder Wechselstrom (AC) geladen werden.

Diese benutzerfreundliche Ladelösung hat Siemens im Projekt „Modellregion Elektromobilität München – Drive eCharged“ mit BMW entwickelt. Ziel der Partner ist es, das Konzept zu einem internationalen Standard zu machen.


Verwendet wird bei diesem System der für AC-Laden genormte Stecker, der zusätzlich um das DC-Laden erweitert wurde. Ein genauso für AC- wie für DC-Laden geeignetes Elektroauto braucht dazu bisher zwei unterschiedliche Ladedosen. Jetzt stellten die Projektpartner den Prototypen des Ladesystems im Verkehrszentrum des Deutschen Museums in München vor.

Ladezeit und Reichweite sind wichtige Aspekte für die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen. Die Batterie muss häufiger geladen werden als ein Verbrennungsfahrzeug betankt wird, und das Laden dauert an einer normalen Steckdose mehrere Stunden. Ladezeiten unter einer halben Stunde und kürzer können mit der DC-Technologie erreicht werden. Da sich der notwendige Stromrichter im Gegensatz zum AC-Laden nicht mehr im Fahrzeug befindet, sondern in der Ladestation werden die Fahrzeuge leichter. Die dadurch erzielte höhere Reichweite und die kurze Ladezeit macht Elektroautos auch für Flottenbetreiber interessant. Dazu werden aber spezielle Ladesäulen benötigt.

Daher haben die Partner im Projekt „Drive eCharged“ einen benutzerfreundlichen Ansatz entwickelt, der mehrere Vorteile gegenüber den bisher vorhandenen Systemen hat: Bei dem neuen System passen sowohl der AC-Stecker als auch der DC-Stecker in dieselbe Ladedose am Fahrzeug. Außerdem wurde die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ladestation für AC- und DC-Laden vereinheitlicht, sodass zukünftig auch Zusatzfunktionen wie Smart Charging oder bidirektionales Laden für beide Lösungen unterstützt werden können. Mittelfristig soll das DC-System ein Nachladen von 100 Kilometern Reichweite in nur 15 Minuten anbieten.

Im September 2011 wurde das System erfolgreich mit einer Siemens-Ladestation und einem BMW ActiveE erprobt. Siemens und BMW haben bereits Vorschläge für Normen zum DC-Laden bei der International Electrotechnical Commission IEC eingebracht und werden die Standardisierung weiter vorantreiben. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert.

(IN 2011.10.5)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Simulation von Energienetzwerken für Strom, Gas und Wärme
19.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI

nachricht MathEnergy: Mathematische Schlüsseltechniken für Energienetze im Wandel
19.09.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

10. Cottbuser Medienrechtstage zu »Fake News, Hate Speech und Whistleblowing«

18.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Ausschreibung des Paul-Martini-Preises 2018 für klinische Pharmakologie

19.09.2017 | Förderungen Preise

Simulation von Energienetzwerken für Strom, Gas und Wärme

19.09.2017 | Energie und Elektrotechnik