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Schneller zu mehr Innovationen durch neue, offene Entwicklungsplattform für Elektronik

03.02.2015

BMBF-Projekt EDA-APP ist zum 1.8.2014 gestartet

Die Aktivitäten sind Kern des edacentrum-Vorhabens „Elektronik, Design und Anwendungen – Anwendungsorientierte Projekt-Plattform“ (EDA-APP), das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über 3,5 Jahre mit insgesamt 780.000 Euro gefördert wird.


Elektronikentwicklung benötigt Kooperation entlang der Wertschöpfungskette

Copyright: edacentrum

Das Projekt ist zum 1. August 2014 angelaufen und ist Teil des BMBF-Forschungsprogramms „IKT 2020 - Forschung für Innovationen“, das Deutschlands Spitzenstellung in der Elektronik weiter ausbauen soll.

EDA-APP strebt an, mit Hilfe enger Kooperationen und geeigneten Methoden und Werkzeugen eine signifikante Innovationsbeschleunigung für (Mikro-) Elektronikanwendungen der Zukunft zu ermöglichen.

Deutsche Firmen werden sich deshalb in den nächsten Jahren im Umfang von mehreren Millionen Euro in komplexen und aufwändigen Projekten bei EDA-APP engagieren, um gemeinsam mit Forschungspartnern diese Projekt-Plattform zu konstruieren und darauf aufbauend eine neue Qualität der Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette auf den Weg zu bringen.

Dies ist notwendig geworden, weil die Eigenschaften des Produkts immer öfter von den Möglichkeiten und der Leistungsfähigkeit der verbauten Elektronik abhängen. Um diese voll ausreizen zu können, müssen Produkt, elektronisches System und Halbleiterkomponente schon bei der Entwicklung sehr eng aufeinander abgestimmt werden.

Die AUDI AG befürwortet intensive Zusammenarbeit mit Halbleiterherstellern

„Sicherheitskritische Systeme, wie etwa die im Automobil, sind in ihrer gesamten Wertschöpfungskette so komplex, dass ein erhebliches Potenzial für eine signifikante Innovationsbeschleunigung durch stärkere Verzahnung der Entwicklungskette besteht. Inzwischen beruhen 80 bis 90 Prozent der Innovationen im Automotive-Bereich direkt oder indirekt auf Halbleitern. Und zwar nicht nur im Auto selbst, sondern auch bei der Fertigung.“ sagt Berthold Hellenthal, Leiter des „Progressive Semiconductor Program“ bei der AUDI AG.

„Trotz der großen Bedeutung der Halbleiter wissen allerdings viele Automobilentwickler einfach zu wenig über die Möglichkeiten der Mikroelektronik. Und umgekehrt ist auch in der Halbleiterbranche nur eine Minderheit mit den spezifischen Anforderungen im Automotive-Bereich vertraut. Für Audi ist daher die intensive Zusammenarbeit mit Halbleiterherstellern ein Weg, ein besseres gegen¬seitiges Verständnis zu schaffen, damit Innovationen, mit denen sich ein OEM differenzieren kann, schneller entstehen können.“

EDA-APP schafft neue technische Infrastruktur für firmenübergreifende Zusammenarbeit

Als Plattform für diese firmenübergreifende Zusammenarbeit wird eine neue technische Infrastruktur in Form von durchgängiger Methodik, von Programmen, Schnittstellen und Standards benötigt. Dazu wird, angestoßen durch EDA-APP, systematisch zu erfassendes Entwurfswissen entlang kompletter Wertschöpfungsketten mit einer Reihe von computerbasierten Entwicklungswerkzeugen verknüpft. Das so entstehende durchgängige Entwurfssystem sorgt system- und firmenübergreifend für einen effizienten und vollständigen Informationsaustausch sowie die schrittweise Absicherung eines u.U. sogar parallelisierten Entwurfsverlaufs.

So fördert es die Entstehung zuverlässiger, innovativer Produkte. Das edacentrum entwickelt im Rahmen des Projektes EDA-APP Konzepte und Strategien zur Verbesserung der Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette, organisiert die umfangreichen Arbeiten zur Schaffung der genannten Infrastruktur und unterstützt die erforderlichen Gestaltungsprojekte auch unter Einbeziehung von europäischen Aktivitäten.

EDA-APP ist auch für System- und Halbleiterhersteller von großer Bedeutung

System- und Halbleiterhersteller wie die Robert Bosch GmbH unterstützen diesen Ansatz von EDA-APP: „Die Zusammenarbeit bei der Entwicklung innovativer Produkte hat für Bosch eine strategische Bedeutung“, sagt Erich Biermann, Senior VP Engineering Semiconductors and ICs bei der Robert Bosch GmbH. „Ein zentrales Ziel der Entwurfsstrategie von Bosch ist daher eine durchgängige Designkette möglichst vom Auto bis zum Chip.“

Halbleiterhersteller wie die Infineon Technologies AG pflichten dem bei: „Um die beeindruckenden Fortschritte der Halbleitertechnologie nutzbar zu machen, werden auch zukünftig immer mehr Applikationsanforderungen direkt in den Halbleiterkomponenten integriert“, sagt Hartmut Hiller, Vice President Design Enabling & Services bei der Infineon Technologies AG. „Infineon hat sich zum Ziel gesetzt, aufgrund von hohem Systemverständnis überlegene Halbleiterkomponenten schnellstmöglich in den Markt zu bringen. Eine Wertschöpfungsketten übergreifende Entwicklungsplattform („ECO-System“) ist für unsere Product-to-System-Strategie von großer Bedeutung.“

edacentrum wird Zentrum für EDA im Sinne von „Electronics, Design and Applications“

Das edacentrum übernimmt in EDA-APP die Rolle eines koordinierenden und unterstützenden Zentrums, das sowohl für die Halbleiter- als auch für die Anwenderindustrie den Aufbau eines umfassenden „ECO-Systems“ für anwendungsorientiertes Systemdesign begleitet. Dazu wird es sich zum Zentrum für EDA im Sinne von „Electronics, Design and Applications“ („Elektronik, Design und Anwendungen“) weiterentwickeln.

Über das edacentrum
Das edacentrum ist eine unabhängige Institution zur Unterstützung von Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet Electronic Design Automation (EDA). Es wurde von führenden deutschen Mikroelektronik-Unternehmen gegründet und während seiner Aufbauphase vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Das edacentrum initiiert, qualifiziert und begleitet industriegeführte und vom BMBF geförderte EDA-F&E-Projekte und bietet ein umfangreiches Spektrum an Dienstleistungen wie z.B. Projektmanagement für F&E-Projekte an. Weiterhin organisiert es die Bündelung vorhandener EDA-Kompetenz an deutschen Forschungseinrichtungen im Rahmen von EDA-Clusterforschungsprojekten und bietet der EDA-Community ein umfassendes Netzwerk mit vielfältigen Kommunikationsplattformen.

Mit seiner Öffentlichkeitsarbeit will das edacentrum die Entwurfsfähigkeit und -automatisierung als zentralen Lösungsgedanken für die Umsetzung von Mikroelektronikinnovationen in die Anwendungen und Produkte der Zukunft im höheren Firmenmanagement, in der Politik und in der Öffentlichkeit transparent machen.

Ansprechpartner
Ralf Popp, Öffentlichkeitsarbeit, edacentrum GmbH
Telefon +49 (511) 762-19697 Fax -19695 E-Mail: popp@edacentrum.de

Weitere Informationen:

http://www.edacentrum.de

Dr. Dieter Treytnar | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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