Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Satellitensolarparks bald realisierbar

17.06.2009
Neuartige Ansätze versprechen wirtschaftlichen Betrieb

Das US-Unternehmen PowerSat hat gestern, Dienstag, einen Patentantrag für zwei Technologien zur Generierung von Solarstrom im Orbit der Erde eingebracht.

Deren BrightStar-Konzept sowie die SPOT-Technologie (Solar Power Orbital Transfer) lassen den Einsatz von Satelliten als Solarstromerzeuger in technischer wie wirtschaftlicher Hinsicht um vieles realistischer erscheinen.

Solarparks, bestehend aus hunderten mit Spiegeln und Solarmodulen bestückten Minisatelliten, würden laut Angaben von PowerSat die 25-fache Leistungskapazität von vergleichbaren Anlagen am Erdboden aufweisen. Der mit speziellen Photovoltaik-Modulen erzeugte Gleichstrom solle in Form von gebündelten Mikrowellen übertragen und von Receivern am Erdboden rekonvertiert werden. "Das Einbringen dieser Patentanträge ist richtungsweisend für PowerSat und die gesamte Branche", sagt William Maness, CEO von PowerSat.

"Das Konzept scheint überzeugend, wenngleich eine Realisierung innerhalb der nächsten Jahre wegen der vielen zu lösenden technischen Probleme nicht realistisch ist", meint hingegen Sven Seren, Gruppenleiter neue Materialien im Fachbereich Photovoltaik an der Universität Konstanz, im Gespräch mit pressetext. Neben der Übertragung des erzeugten Stroms würde eine spezielle Zelltechnologie benötigt werden, da das auftreffende Sonnenlicht die Atmosphäre nicht passiert. Aufgrund der ionisierenden Strahlung kämen siliziumbasierte Materialien nicht in Frage. Ein entsprechender Wirkungsgrad sei daher nur mit auf Dünnschichttechnologien basierten Mehrschichtsystemen erzielbar, was wiederum mit deutlich gesteigerten Fertigungskosten verbunden sei.

Die Strahlungsenergie der Sonne übertrifft im Erdorbit jedoch die in Wüstengebieten registrierbaren Niveaus bereits um das Fünffache. Solarstrom könnte 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche und unabhängig von der jeweiligen Wetterlage gewonnen werden. Der so erzeugte Gleichstrom sei am besten mit Hochfrequenztechnik übertragbar, heißt es auch bei SpaceEnergy http://www.spaceenergy.com , einem in Schaffhausen ansässigen Unternehmen. Die Übertragungsdistanz wäre mit rund 36.000 Kilometern jedoch deutlich größer als die bei bisherigen Tests erzielten 148 Kilometer (pressetext berichtete: http://pressetext.at/news/080919003/). Theoretisch könnte dafür auch ein in den Orbit geführtes Kabel zum Einsatz kommen, das durch die Erdrotation gespannt werden würde. Kohlenstoff-Nanomaterialien mit der nötigen Zugfestigkeit können von der Industrie aber noch nicht in der erforderlichen Menge hergestellt werden.

Die von PowerSat zur Patentierung angemeldete Technologie BrightStar sieht vor, dass die Sonnenstrahlung über viele kleinere Satelliten gebündelt werden soll. Bei SPOT handelt es sich um ein Antriebskonzept, welches vorsieht, dass auch die Schubdüsen der Satelliten mit Hilfe der erzeugten Solarenergie betrieben werden, um die Satelliten in Position zu halten.

"Dies wäre jedoch nur bei leichten, kompakten Satelliten in Form eines Ionenantriebs realisierbar", gibt Seren zu bedenken. Das Gewicht der Satelliten würde sich PowerSat zufolge durch SPOT schon um 67 Prozent verringern. Ein Prototyp für das Einsatzgebiet, den geosynchronen Orbit, ist für 2015 geplant. Die kommerzielle Produktion soll im Idealfall um das Jahr 2020 anlaufen. Für einen wirtschaftlichen Betrieb müssten Satellitensolarparks jedoch mindestens 2,500 Megawatt Leistung erbringen, was aus heutiger Sicht mit Investitionen von vier bis fünf Mrd. Dollar pro Anlage verbunden wäre.

Alternativen wie riesige Solarparks in Afrikas Wüsten scheinen mit weniger Aufwand verbunden. Einem Spiegel-Bericht zufolge sollen 20 deutsche Konzerne 400 Mrd. Euro in Ökostromprojekte investieren, da die für eine vollständige Elektrifizierung Europas nötigen Flächen im Vergleich mit der Sahara verschwindend klein wären.

Nikolaus Summer | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.powersat.com
http://www.uni-konstanz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht IT-Kühlung: So schaffen Kleinbetriebe den Sprung in die IT-Profiliga
23.09.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Plug & Play: Drei auf einen Streich
29.09.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mikro-U-Boote für den Magen

24.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Echoortung - Lernen, den Raum zu hören

24.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

RWI/ISL-Containerumschlag-Index beendet das Jahr 2016 mit Rekordwert

24.01.2017 | Wirtschaft Finanzen