Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rechtzeitige Wartung garantiert

02.04.2009
Auf Baustellen rammen metergroße Maschinen schwere Stahlbohlen und -träger in den Boden, indem sie gerichtete Schwingungen erzeugen. Eine neue Elektronik überwacht künftig die teuren Geräte, gibt Hinweise auf eine fällige Wartung und verlängert so die Lebensdauer.

Unter Vibrationen versinkt die über 300 Kilogramm schwere Stahlbohle im Boden – ins Erdreich gerammt von einer Maschine namens Bauvibrator. In deren Innerem rotieren Unwuchten und erzeugen so starke, gerichtete Schwingungen. Diese werden auf die Stahlbohle übertragen und setzen die Festigkeitskräfte des Bodens stark herab – sie »verflüssigen« den Boden quasi.


Die Bohle versinkt daher durch ihr Eigengewicht. Fügt man viele solcher Bohlen aneinander, entstehen etwa Baugruben oder Stahlkaiwände im Hafenbau. Da die Maschinen sehr teuer sind, mieten kleinere Bauunternehmen sie bei Bedarf meistens bei Verleihfirmen.

Bauvibratoren werden stark beansprucht und müssen regelmäßig gewartet werden: Dabei wechselt ein Techniker das Öl und erneuert die Dichtungsringe. Je länger ein Gerät im Einsatz war, desto häufiger ist eine Wartung fällig – ähnlich wie bei einem Auto, das zur Inspektion muss, wenn es eine bestimmte Kilometerleistung erbracht hat. Verleih-unternehmen können jedoch nur grob abschätzen, wie lange ein Gerät bei den Kunden insgesamt in Betrieb war und wann dementsprechend die nächste Wartung fällig ist. Müssen sie eine zusätzliche Wartung einschieben, bevor sie den Bauvibrator an den nächsten Kunden verleihen?

Ein elektronischer Wächter des Fraunhofer-Instituts für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS in Duisburg beantwortet künftig diese Frage: »Er zählt die Betriebsstunden des Geräts«, erklärt Frederic Meyer, Projektleiter am IMS. Der Betriebsstundenzähler ist in einem Kästchen von fünf mal sieben Zentimetern untergebracht, kann an jeden Bauvibrator anmontiert werden und schwingt in derselben Frequenz mit. »Die Elektronik bestimmt in jeder Minute über einen Beschleunigungssensor und eine interne Uhr, ob die Maschine gerade schwingt und bei welcher Frequenz«, sagt Meyer.

Ein Techniker liest den Zähler über Funk aus und sieht so, ob er die Maschine warten muss, bevor sie an einen anderen Kunden geht. Die Elektronik überwacht auch die Temperatur des Bauvibrators. Denn ist die Maschine überbeansprucht, läuft sie heiß und verschleißt schneller. »Bereits ab 85 Grad Celsius entstehen Schäden an den Dichtungen«, weiß Meyer. Künftig hält der Wächter fest, wenn bedrohlich hohe Temperaturen aufgetreten sind. In diesem Fall erhält der Techniker eine Warnung und kann eine zusätzliche Wartung veranlassen. Einen Prototypen haben die Forscher bereits erfolgreich getestet. Ihr Auftraggeber, die Firma ThyssenKrupp GfT Tiefbautechnik, erprobt das System zur Zeit.

Kontakt:
Dipl.-Ing. Frederic Meyer
Telefon: +49 203 3783-193
Fax: +49 203 3783-266
Email: frederic.meyer@ims.fraunhofer.de
Dipl.-Ing. Martin van Ackeren
Telefon: +49 203 3783-130
Fax: +49 203 3783-266
Email: martin.vanackeren@ims.fraunhofer.de

Martin van Ackeren | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ims.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Riesen-Drehmomentsensor aus der PTB bringt Präzision vom Labor in den Prüfstand
24.11.2017 | Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)

nachricht Licht ermöglicht „unmögliches“ n-Dotieren von organischen Halbleitern
23.11.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie