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Raumkühlung muss erneuerbar werden

27.06.2012
Gekühlte Räume an heißen Sommertagen sind ein Luxus, auf den viele nicht mehr verzichten wollen. Doch woher kommt die Energie, die hierfür notwendig ist?

Zu selten aus erneuerbaren Quellen, denn bisher fehlen die notwendigen politischen Vorgaben für die sogenannte erneuerbare Kühlung. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie, die das Öko-Institut im Auftrag der Niederländischen Agentur für Energie und Klima erarbeitet hat.

Neue Technologien im Bereich der Raumkühlung könnten einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele in der Europäischen Union leisten. Doch die einzelnen EU-Länder sehen sich bisher nicht in der Pflicht, wie Tanja Kenkmann, Projektleiterin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Öko-Institut erläutert:

„Bisher gibt es keine Vorgaben seitens der EU, an die sich die einzelnen Mitgliedsstaaten halten müssen und ohne politische Zielsetzungen fehlt der notwendige Anreiz, Instrumente zur Förderung der erneuerbaren Kühlung zu etablieren.“

Technologie verbessern – politische Anreize setzen

Erneuerbare Kühlung spielt bisher eine untergeordnete Rolle in den aktuellen Diskussionen und Strategien zum Klimaschutz. Bisher werden Daten zur Anwendung erneuerbarer Kühltechnologien noch nicht einmal statistisch erfasst. Die Folge ist, dass die Zahlen auch nicht auf die Ausbauziele angerechnet werden, die in der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie der EU definiert sind. Ganz im Gegensatz zur Bereitstellung von Wärme aus erneuerbaren Quellen. „Bisher adressieren die Diskussionen und Strategien zu einer klimafreundlichen Temperaturregelung von Räumen überwiegend den Wärmesektor“, bedauert Kenkmann.

Dabei mangelt es nicht an Technologien für die erneuerbare Kühlung. Neben der solaren Klimatisierung, die sich in der Entwicklung befindet, gibt es weitere Technologien, die schon jetzt verstärkt eingesetzt werden könnten, um den wachsenden Kühlbedarf zu decken. Dazu zählen die direkte Kühlung mit Wasser oder Schnee und die Kühlung mit Grundwasser, mit oder ohne zwischengeschaltete Wärmepumpe. Positive Beispiele für deren Anwendung sind EU-weit vorhanden.

50 Prozent des Kühlbedarfs mit erneuerbaren Energien decken

Langfristig könnte mindestens die Hälfte des Kühlbedarfs in der EU durch erneuerbare Technologien gedeckt werden. Um solche ambitionierten Ziele zu erreichen, gibt es allerdings politischen Handlungsbedarf. Die Experten des Öko-Instituts empfehlen unter anderem, eine EU-weite einheitliche Definition und Terminologie für erneuerbare Kühlung zu schaffen und sie in gesetzliche Vorgaben zu implementieren.

Des Weiteren müsste die erneuerbare Kühlung sowohl in die Energiestatistiken als auch in die Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU aufgenommen sowie die Einhaltung der darin festgeschriebenen Ziele überwacht werden. Die einzelnen EU-Mitgliedsstaaten sollten die Technologien zur erneuerbaren Kühlung mit geeigneten Förderinstrumenten unterstützen und die regionalen Potenziale der möglichen Technologien weiter ausloten. Die Industrie ist aufgerufen, die Technik zu verbessern und die Vermarktung zu intensivieren.

Weitere Informationen:

Kurzstudie des Öko-Instituts: Beitrag der erneuerbaren Kühlung zum Erreichen des EU-Klimaschutzziels (englisch)

http://www.oeko.de/oekodoc/1497/2012-066-en.pdf

Ansprechpartnerin:

Tanja Kenkmann
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institutsbereich Energie & Klimaschutz
Öko-Institut e.V., Geschäftsstelle Freiburg
Telefon: +49 761 45295-263
Email: t.kenkmann(at)oeko.de
Das Öko-Institut ist eines der europaweit führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungsinstitute für eine nachhaltige Zukunft. Seit der Gründung im Jahr 1977 erarbeitet das Institut Grundlagen und Strategien, wie die Vision einer nachhaltigen Entwicklung global, national und lokal umgesetzt werden kann. Das Institut ist an den Standorten Freiburg, Darmstadt und Berlin vertreten.

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Romy Klupsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.oeko.de
http://www.oeko.de/oekodoc/1497/2012-066-en.pdf

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