Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Smart grids" im Blick: Neue Einsatzgebiete für Superkondensatoren

10.07.2012
Verbundvorhaben startet am Batterieforschungszentrum MEET / BMBF fördert Projekt der Universität Münster mit 1,5 Millionen Euro

Sie zählen zu den zukunftsträchtigsten Technologien auf dem Feld der elektrochemischen Energiespeicher: Superkondensatoren. Sie für neue Einsatzgebiete fit zu machen, ist Ziel eines neuen Verbundprojekts am Batterieforschungszentrum MEET der Universität Münster.

"Diese Technologie im Stromnetzwerkmanagement zu nutzen, ist äußerst vielversprechend", erklärt MEET-Forscher Dr. Andrea Balducci, Koordinator des Vorhabens. Gemeinsam mit den Projektpartnern – der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Stefano Passerini (ebenfalls MEET), der Firma IoLiTec aus Heilbronn und dem W. Westermann Spezialkondensatoren e. K. aus Berlin – fand heute (10. Juli) das Auftakttreffen in Münster statt.

Superkondensatoren finden bereits eine breite Anwendung in der Praxis, beispielsweise in Elektrowerkzeugen, Hafenkränen und Hybrid-Fahrzeugen. Zunehmend rücken aber auch weitere Einsatzgebiete ins Blickfeld der Forscher. In "intelligenten Stromnetzen" – sogenannten smart grids – können sie beispielsweise für Leitungsstabilität sorgen, Netzreserven sichern und Spannung regulieren. Der Superkondensatormarkt lag nach Angaben der Wissenschaftler 2009 schätzungsweise in der Größenordnung von 150 Millionen US-Dollar. Für 2012 werde ein Marktwachstum auf bis zu 600 Millionen US-Dollar erwartet. "Doch für eine effektive Einführung müssen wir die Energiedichte von Superkondensatoren noch erhöhen", betont Andrea Balducci.

Zum Projektende möchte das Forscherteam eine Superkondensatorzelle mit hoher Energiedichte entwickelt haben, die hohe Zellspannungen verträgt, in der Praxis bei großen Temperaturspannen betrieben werden kann und gleichzeitig eine hohe Zyklenstabilität, sprich eine lange Lebensdauer, aufweist. Das Vorhaben hat eine Laufzeit von 36 Monaten und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund 2,5 Millionen Euro gefördert. 1,5 Millionen Euro davon erhält die Universität Münster.

Der Schlüssel zu höheren Energiedichten bei gleichzeitig gewahrter Sicherheit liegt im sogenannten Elektrolyten – dem Ionenleiter. Schwerpunkt des Forschungsvorhabens "Innovative Elektrochemische Superkondensatoren (IES)" ist daher die Entwicklung einer innovativen Elektrolytlösung – und zwar basierend auf einer Mischung aus ionischen Flüssigkeiten und organischen Carbonaten. Ionische Flüssigkeiten haben unter anderem den Vorteil, dass sie nicht entflammbar sind und eine hohe chemische sowie thermische Stabilität aufweisen. Untersucht werden muss nun, mit welcher Elektrolyt-Zusammensetzung die Superkondensatoren auch bei hohen Betriebsspannungen sowie extremen Temperaturen zum Einsatz kommen können. "Eventuell ist es auch erforderlich, die bislang in Superkondensatoren verwendeten Materialien an den neuen Elektrolyten anzupassen", so Andrea Balducci.

Zum Hintergrund:

Superkondensatoren (Englisch: supercapacitors) gehören mittlerweile gemeinsam mit Batterien zu den wichtigsten Energiespeichersystemen. Obwohl beide Technologien eng miteinander verwandt sind, existieren große Unterschiede in Bezug auf die Leistungs- und Energiedichte der beiden Systeme. Superkondensatoren bieten zwar eine vergleichsweise geringere Energiedichte als Batterien, jedoch ist die Leistungsdichte von Superkondensatoren deutlich höher. Dadurch können sie innerhalb weniger Sekunden ge- und entladen werden. Darüber hinaus können sie elektrische Energie äußerst schnell bereit stellen und verfügen über sehr lange Lebensdauern (mehr als 500.000 Lade- und Entladezyklen).

Kontakt: Stephanie Kaßing, Batterieforschungszentrum MEET (Telefon: 0251 83-36720; E-Mail: stephanie.kassing@uni-muenster.de)

Dr. Christina Heimken | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenster.de/MEET/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Energieeffiziente Reinigung von Industrieabgasen
27.02.2017 | Technische Hochschule Mittelhessen

nachricht Energieproduzierende Fenster stehen kurz bevor
23.02.2017 | University of Minnesota / Università degli Studi di Milano-Bicocca

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Poseidon goes Politics – Wer oder was regiert die Ozeane?

27.02.2017 | Veranstaltungen

Fachtagung Rapid Prototyping 2017 – Innovationen in Entwicklung und Produktion

27.02.2017 | Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

New pop-up strategy inspired by cuts, not folds

27.02.2017 | Materials Sciences

Sandia uses confined nanoparticles to improve hydrogen storage materials performance

27.02.2017 | Interdisciplinary Research

Decoding the genome's cryptic language

27.02.2017 | Life Sciences