Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Qualitätskontrolle in Echtzeit: „smartFoodTechnologyOWL“ startet erstes Projekt

15.02.2017

Industrie 4.0 und Lebensmitteltechnologie zusammenzuführen – das ist das Ziel der Initiative „smartFoodTechnologyOWL“. Federführend dabei ist die Hochschule OWL am Standort Lemgo, die für ihr Strategiekonzept mehr als vier Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) erhalten hat. Das erste Projekt innerhalb des Verbundes geht nun an den Start und setzt bei der Echtzeit-Qualitätssicherung von Lebensmitteln und Getränken an.

Das Projekt „Qualitätssicherung in der Lebensmittelproduktion: Cyber-physische Systeme und Big Data“ ist zentraler Bestandteil der Initiative „smartFoodTechnologyOWL“ und verspricht Wettbewerbsvorteile für Lebensmittelproduzenten, für Maschinen- und Anlagenhersteller sowie für die Automatisierungsbranche. Die Idee: Während der Lebensmittelproduktion soll kontinuierlich ein Modell der (Zwischen-)Produkte generiert werden, das „virtuelle Abbild“.


Im ersten Impulsprojekt der Initiative „smartFoodTechnologyOWL“ setzt bei der Echtzeit-Qualitätssicherung von Lebensmitteln und Getränken an.

Hochschule OWL

Dazu werden verschiedene Daten berücksichtigt, beispielsweise Rohstoffinformationen oder Sensordaten. Anhand dieses Modells lassen sich Echtzeitinformationen zur Produkteigenschaft und Qualität ableiten, ohne dabei auf zeitaufwendige Labortests zurückzugreifen. „Das heißt, die Qualitätskontrolle erfolgt nicht mehr nur stichprobenartig im Nachgang an die Produktion eines bestimmten Produktes, sondern unmittelbar, in Echtzeit“, sagt Professor Oliver Niggemann von der Hochschule OWL, der das Projekt gemeinsam mit Professor Jan Schneider leitet.

„Dieses kontinuierliche Mitführen des virtuellen Abbildes eines physikalischen Objektes stellt den Kerngedanken cyber-physischer Systeme dar, der hier konsequent auf die Lebensmittelbranche angewendet wird.“

Bei Cyber-physischen Systemen (CPS) kommunizieren softwaretechnische Komponenten mit mechanischen und elektronischen Teilen über eine Dateninfrastruktur (wie beispielsweise das Internet). Das geschieht nicht ganz ohne Herausforderungen. „Im Verlauf des Projektes werden wir die typischen Schwierigkeiten solcher CPS-Ansätze überwinden, um die kontinuierliche Synchronität zwischen Modell und Produkt im Produktionsprozess zu garantieren“, so Niggemann.

„Das Projekt bietet am Ende eine effizientere Qualitätskontrolle und setzt weitreichende Impulse, indem es die Qualitätsphilosophie in Lebensmittelbetrieben grundlegend ändert – von einer disruptiven, retrospektiven hin zu einer kontinuierlichen, prospektiven Überwachung“, ergänzt Professor Schneider.

Die Initiative „smartFoodTechnologyOWL“

Nach der Förderzusage des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Juli 2016 nimmt „smartFoodTechnologyOWL“ mit dem Start des ersten Impulsprojektes nun Fahrt auf. Es sind weitere Projekte im Bereich Entkeimung von Lebensmitteln in Glasgebinden, Echtzeit-Qualitätssicherung mit Hilfe von elektronischen Nasen und Zungen oder die Untersuchung von Produktionsstraßen hinsichtlich neuer Individualisierungskonzepte geplant.

„Diese Projekte setzen die ersten wichtigen Impulse“, sagt Professor Stefan Witte, Sprecher der Initiative. Aber es ist nur der Anfang. Bislang sind über 35 Partner aus Industrie, Handwerk, Forschung sowie Politik und Gesellschaft mit dabei. „Ein starker Verbund, der aber auch noch wachsen darf. Wir möchten neue Kooperationen schaffen und weitere Projekte initiieren. Durch die Zusammenarbeit erhalten Unternehmen Zugang zu neuesten Technologien und qualifizierten Fachkräften“, so Witte.

Denn die Hochschule OWL gehört zu den forschungsstärksten Fachhochschulen Deutschlands und verfügt über besondere Expertise im Bereich Industrie 4.0 und Lebensmitteltechnologie. Bei „smartFoodTechnologyOWL“ werden die Forschungsaktivitäten der beiden hochschuleigenen Institute, dem Institut für Industrielle Informationstechnik (inIT) und dem Institut für Lebensmitteltechnologie.NRW (ILT.NRW), gebündelt gemeinsam mit Industrie, Handwerk, Handel und weiteren Forschungseinrichtungen zu einer Allianz für Innovationen in den Bereichen Lebensmittelproduktion, -qualität, -sicherheit, -verteilung und -nachhaltigkeit geformt.

Mehr Informationen finden Sie unter www.hs-owl.de/foodtechnology-owl

Julia Wunderlich | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht TU Ilmenau erforscht innovative mikrooptische Bauelemente für neuartige Anwendungen
21.09.2017 | Technische Universität Ilmenau

nachricht Bald bessere Akkus?
21.09.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften