Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Prognosesystem hilft Elektrofahrzeuge mit Windstrom zu versorgen

25.09.2009
Neues Forschungsprojekt des Kasseler Fraunhofer IWES gestartet

Das am Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES entwickelte Prognosemodell zur Vorhersage der Einspeisung von Windstrom ist seit Jahren bei nationalen sowie internationalen Energieversorgern und Netzbetreibern erfolgreich im Einsatz. Nun wird das System erweitert, um ein koordiniertes Zusammenspiel von Erneuerbaren Energien und Elektrofahrzeugen zu ermöglichen.

"Nur wenn die Akkumulatoren der Elektrofahrzeuge gezielt mit Strom aus Erneuerbaren Energien geladen werden, ist ein positiver Beitrag zum Klimaschutz gewährleistet" stellt Prof. Schmid, Leiter des Fraunhofer IWES in Kassel fest. Daher ist es notwendig, die Ladevorgänge der Elektrofahrzeuge möglichst mit der Energieerzeugung aus Wind- und Solaranlagen zu synchronisieren. Für diese Aufgabe sind präzise Prognosen unabdingbar.

Großversuch zum Zusammenspiel von Wind und Sonne mit Elektrofahrzeugen
Aktuell ist ein weiteres, vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördertes, Forschungsprojekt für die verbesserte Nutzung Erneuerbarer Energien im Rahmen der E-Energy Initiative gestartet worden. In der Modellregion Harz sollen Elektrofahrzeuge so betrieben werden, dass sie fast ausschließlich mit Strom aus Erneuerbaren Energien fahren. Für dieses Ziel wird das Fraunhofer IWES seine Prognosemodelle weiterentwickeln und an die neuen Anforderungen anpassen.

"Neben der technischen Infrastruktur wie z.B. Elektrotankstellen ist dazu eine ausgefeilte Informations- und Kommunikationstechnik erforderlich, um die Elektromobilität mit den Erneuerbaren Energien harmonieren zu lassen" sagt Dr. Kurt Rohrig, Leiter des Forschungs- und Entwicklungsbereichs Energiewirtschaft und Netzbetrieb am Fraunhofer IWES in Kassel.

Gezielte Betankung mit grünem Strom
Besonders umweltfreundlich sind Elektrofahrzeuge erst, wenn sie mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Strom aus Windenergie- und Photovoltaikanlagen ist hierzu gut geeignet, da die Erzeugung nicht mit der Produktion von Treibhausgasen erkauft werden muss. Wegen der fluktuierenden Einspeisecharakteristik dieser Quellen muss jedoch präzise vorhergesagt werden, wie viel Strom in der nahen Zukunft für die Betankung zur Verfügung steht oder wann längere Flauten zu erwarten sind. So können die Elektrofahrzeuge zu dem Zeitpunkt geladen werden, an dem Strom im Überfluss vorhanden ist.

Auf der anderen Seite besteht die Möglichkeit die gespeicherte Energie zur Überbrückung kürzerer Zeitspannen der Unterversorgung im Netz zu nutzen. Auch hierfür sind genaue Prognosen der nutzbaren Energiemenge erforderlich. Auf diese Weise ist das System Erneuerbare Energie - Elektromobilität in der Lage, Fluktuationen selbst auszugleichen und damit in geringerem Maße vom Einsatz konventioneller Großkraftwerke abhängig.

Verbrauchsprognosen für Energieversorger und Netzbetreiber
Elektrofahrzeuge, deren Akkumulatoren geladen werden, stellen einen neuen Verbraucher im elektrischen Energieversorgungssystem dar. "Steigt die Anzahl der Fahrzeuge, ist ein gezieltes Laden notwendig, um einen zusätzlichen Ausbau des Netzes und der Stromerzeuger zu vermeiden", betont Reinhard Mackensen, Projektleiter für die Entwicklung der Prognosemodelle am Fraunhofer IWES. Auch für den Betreiber der elektrischen Netze ist die Information wo und wann diese - aus heutiger Sicht zusätzlichen - Verbraucher Strom beziehen immens wichtig. Entwickelt sich der Einsatz der Elektrofahrzeuge in dem Maße, wie von der Bundesregierung im Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität festgestellt - eine Million Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen bis zum Jahr 2020 - wird im Hinblick auf den sicheren Netzbetrieb das Wissen über Ladezustand, voraussichtlichen Bedarf und nutzbare Speicherkapazitäten absolut notwendig sein. Das Know-how, das sich das Fraunhofer IWES bei der Entwicklung von Windprognosen erworben hat, soll nun gezielt auf dieses neue Gebiet angewendet werden.

Uwe Krengel | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.iwes.fraunhofer.de
http://www.iset.uni-kassel.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wie Protonen durch eine Brennstoffzelle wandern
22.06.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht Omicron Diodenlaser mit höherer Ausgangsleistung und erweiterter Garantie
20.06.2017 | Omicron - Laserage Laserprodukte GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften