Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ProBio3: Biokerosin dank Mikroben

26.09.2012
Das Flugzeug ist das Verkehrsmittel, das am stärksten vom Öl abhängig ist. Die Europäische Kommission und die Industrie wollen deshalb bis 2020 zwei Millionen Tonnen Biokerosin herstellen, was 3 bis 3,5% des jährlichen Kerosinkonsums in Europa entspricht.
Das ProBio3-Projekt, das am 17. September 2012 offiziell gestartet wurde, hat sich die Entwicklung einer Alternative zum Öl zum Ziel gesetzt und erforscht zu diesem Zweck einen neuen Weg für die Herstellung von Biokraftstoffen: Mikroben.

Das Projekt zielt auf die Nutzung von Mikroorganismen zur Erzeugung von Biokerosin durch die Umwandlung von ernährungsfremden erneuerbaren Ressourcen in Lipide ab.

Es wird vom französischen Institut für Agrarforschung (INRA) getragen und vom Labor für Biosystem- und Verfahrenstechnik (eine Einrichtung des französischen Instituts für angewandte Wissenschaften – INSA – und des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung – CNRS) in Toulouse koordiniert.

EADS, Tereos Airbus, das Agrarunternehmen Sofiprotéol und das französische Erdölinstitut (IFP) sind ebenfalls Partner von ProBio3.

Im Rahmen des Projektes sollen die geeigneten ernährungsfremden Ressourcen identifiziert, die Produktionsverfahren entwickelt und die Auswirkungen auf Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft analysiert werden.

ProBio3 wurde im Rahmen des Programms Zukunftsinvestitionen ausgewählt und wird über acht Jahre mit 24,6 Millionen Euro gefördert, davon 8 Millionen Euro aus dem Programm Zukunftsinvestitionen selbst. Die Projektpartner hoffen, bis 2020 zu den Weltmarktführern bei der mikrobiellen Fettproduktion zu gehören.

Das Projekt startet zu einem Zeitpunkt, da der französische Agrarminister, Stéphane Le Foll, bei der Herstellung von Biokraftstoffen der ersten Generation in Frankreich eine ″Pause″ angekündigt hat. Diese aus Getreide, Zuckerpflanzen und Ölsaaten erzeugten Biokraftstoffe werden mit dafür verantwortlich gemacht, zum Anstieg der Getreidepreise beigetragen zu haben.
Quellen:

Artikel aus Les Echos – 18/09/2012 – http://www.lesechos.fr/entreprises-secteurs/innovation-competences/technologies/0202271301890-24-5-millions-d-euros-pour-faire-passer-les-avions-au-biocarburant-363054.php

Artikel aus La France Agricole – 18/09/2012 – http://www.lafranceagricole.fr/actualite-agricole/biocarburants-le-programme-probio3-pour-le-de-developpement-de-biokerosene-est-lance-62144.html


Redakteurin:
Elodie Parisot, elodie.parisot@diplomatie.gouv.fr

Elodie Parisot | Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de

Weitere Berichte zu: Biokerosin Biokraftstoff Mikrobe ProBio3 Ressource Zukunftsinvestition

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Forscher entwickeln effizientere Systeme für Brennstoffzellen und Kraft-Wärme-Kopplung
19.04.2017 | EWE-Forschungszentrum für Energietechnologie e. V.

nachricht Forscher entwickeln Elektrolyte für Redox-Flow-Batterien aus Lignin aus der Zellstoffherstellung
18.04.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kaltwasserkorallen: Versauerung schadet, Wärme hilft

27.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

IAB-Arbeitsmarktbarometer: Arbeitsmarkt bleibt im Aufwind

27.04.2017 | Wirtschaft Finanzen

Wurmmittel für Weidetiere können die Keimung von Pflanzensamen beeinflussen

27.04.2017 | Agrar- Forstwissenschaften