Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Praxistest: Wie gut sind verfügbare Elektroautos für Überlandfahrten geeignet?

18.09.2014

Wie gut sind verfügbare Elektroautos für Überlandfahrten geeignet? Diese Fragestellung wollten die beiden Professoren der Hochschule Hamm-Lippstadt Prof. Dr.-Ing. Jürgen Krome und Prof. Dr.-Ing. Peter Kersten im Rahmen einer Testfahrt untersuchen.

Nach mehrmaligen Testfahrten mit dem hochschuleigenen E-Auto Stromos testeten die Professoren nun, wie gut sich das mit einem Range Extender ausgestattete Elektrofahrzeug BMW i3 für lange Überlandfahrten eignet.


Bildunterschrift: Prof. Jürgen Krome und Prof. Peter Kersten (v.l.) laden den BMW i3 vom Kompetenzzentrum für Fahrzeugelektronik (KFE) an der Schnellladesäule der BMW-Welt in München

Foto: HSHL

Dazu fuhren sie von Lippstadt nach München und zurück. Der Testwagen wurde vom Kompetenzzentrum für Fahrzeugelektronik GmbH (KFE) gestellt. Das KFE ist eine Forschungseinrichtung, die durch das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert wird. Die Hochschule Hamm-Lippstadt ist hier als Gesellschafter beteiligt.

Während der Testfahrt nach München wurden Fahrzeugdaten mit Hilfe eines Diagnosetesters der Hella Gutmann Solutions GmbH ausgewertet. Im Rahmen des Projektes „Schaufenster Elektromobilität“ wurden entlang der Autobahn A9 von München nach Leipzig acht Schnellladestationen installiert. Insgesamt wurden auf der Testfahrt fünf Schnellladungen an diesen Ladestationen durchgeführt.

Prof. Jürgen Krome zu dem Ladungsvorgang während des Experimentes: "An einer dieser Schnellladesäulen konnten wir bereits nach 37 Minuten eine 90-%-Ladung feststellen. An den heute überwiegend installierten Ladesäulen würde eine 90%-Ladung leider noch 230 min dauern."

Insgesamt wurden fünf Schnellladungen durchgeführt und 50,1 kWh elektrische Energie aufgenommen. Zusätzlich mussten aufgrund des auf 9 Liter begrenzten Tankvolumens des Range Extenders sechs Tankvorgänge (50,7 Liter) mit Benzin erfolgen. Das Fahren mit dem Range Extender empfanden die Tester als angenehm. Die volle Fahrdynamik blieb erhalten, solange noch eine verfügbare Batterieladung verblieb.

Fazit von Prof. Kersten und Prof. Krome zu dem Testvorgang: "Auf dem Weg zur Elektromobilität stellen Schnellladestation und Range Extender eine gute Möglichkeit dar, die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen weiter zu erhöhen. Durch die Kombination verschiedener weiterer Dienstleistungen im Umfeld zukünftiger Schnellladestationen besteht eine gute Chance, dass diese auch kommerziell erfolgreich agieren werden."

Zu Gute kommen solche praktischen Tests den Studierenden der Studiengänge "Mechatronik" und "Wirtschaftsingenieurwesen", die sie als Anregung beispielsweise für Projektarbeiten nutzen können. "Elektrofahrzeuge sind ein Paradebeispiel der Mechatronik, da für sie die Disziplinen Elektrotechnik, Maschinenbau und Informatik eine Rolle spielen", so Prof. Peter Kersten, Studiengangsleiter "Mechatronik".

Die Gliederung der Hochschule Hamm-Lippstadt in Departments macht es zudem möglich, Fragestellungen wie die E-Mobilität interdisziplinär zu beleuchten. Denn nicht nur in der Mechatronik sind Elektroautos interessant, im Bereich "Wirtschaftsingenieurwesen" können ökonomische Aspekte betrachtet werden, beispielsweise die Frage, ab wann sich E-Mobilität für den Verbraucher rechnet.

Über die Hochschule Hamm-Lippstadt:
Mit der Entscheidung der nordrhein-westfälischen Landesregierung, eine neue staatliche Fachhochschule in Hamm und Lippstadt aufzubauen, wurde 2009 der Grundstein für eine Hochschule neuen Profils gelegt. Präsident Prof. Dr. Klaus Zeppenfeld und Vizepräsident Karl-Heinz Sandknop haben gemeinsam mit ihrem Team praxiserfahrener Professorinnen und Professoren ein innovatives Studienangebot im Bereich der Ingenieurswissenschaften entwickelt. 

Aktuell sind knapp 3.400 Studierende in zehn Bachelor- sowie drei Masterstudiengängen eingeschrieben. Besonderen Wert legt die Hochschule auf interdisziplinäre Ausrichtung, Marktorientierung und hohen Praxisbezug in der Lehre. In den nächsten Jahren wird sich das Studienangebot weiterentwickeln und aktuelle wie zukünftige Fragestellungen aufgreifen. Mit den 2014 bezogenen Neubauten in Hamm und Lippstadt bietet die Hochschule modernste Gebäude und Einrichtungen und damit ideale Bedingungen für die Ausbildung kreativer Ingenieurinnen und Ingenieure. Der Doppel-Campus bietet Raum für insgesamt ca. 4.000 Studierende.

http://www.hshl.de

Weitere Informationen:

http://hshl.de/lippstadt-muenchen-und-zurueck-testfahrt-mit-dem-bmw-i3/ - Ausführlicher Blogbeitrag zur Testfahrt

Johanna Bömken | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht IT-Kühlung: So schaffen Kleinbetriebe den Sprung in die IT-Profiliga
23.09.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Plug & Play: Drei auf einen Streich
29.09.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise