Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Praterkraftwerk im Probebetrieb

20.08.2010
Unsichtbares Wasserkraftwerk erzeugt Ökostrom für 4.000 Haushalte

Die Baustraße samt Bagger ist verschwunden, die Großen Kaskaden sind in ihrer ursprünglichen Form wieder hergestellt und die Isar fließt bald wie gewohnt unter der Maximiliansbrücke Richtung Friedensengel.

Nach knapp anderthalb Jahren Bauzeit ist vom Praterkraftwerk, einem Gemeinschaftsprojekt der Green City Energy GmbH und den Stadtwerken München (SWM), nicht mehr viel zu sehen. Lediglich die Informations-Tafel und die kleine Trafostation am linken Ufer verraten, dass hier im Herzen Münchens ein unterirdisches Wasserkraftwerk klimafreundlichen Strom für über 4.000 Haushalte erzeugt. Mit dem Beginn des Probebetriebs geht das jüngste Wasserkraftwerk der Isar im Münchner Bereich ans Netz, mit dem nun alle vorhandenen Potenziale der Fluss-Energie erschlossen sind.

Angetrieben von der natürlichen Kraft der Isar, strömen maximal 34.000 Liter Wasser pro Sekunde durch den Stollen unter dem Flussbett, um an seinem Ende eine 30 Tonnen schwere High-Tech-Turbine anzutreiben. Aus technischen Gründen verging von der nassen Inbetriebnahme der Turbine bis zum Beginn des Probebetriebs über eine Woche. Im Vorfeld machte das Hochwasser immer wieder schwer zu schaffen. Doch zu Verzögerungen beim Bau kam es nicht nur durch intensive Regengüsse. Vor allem der extrem verdichtete Untergrund des Flussbettes stellte die Projektpartner vor unerwartete Herausforderungen. So stieß man bei den Aushubarbeiten auf massive Eichenholzpfähle von historischer Bedeutung. Diese gehörten zum Triftkanal, der am Einlaufbauwerk des Praterkraftwerks von der Isar abzweigte und zum königlichen Holzgarten im Lehel führte. Bis zur Erfindung der Eisenbahn wurde über diesen Kanal das Brennholz aus dem Oberland zur Residenz befördert. Insgesamt waren 30 Lastwagen nötig, um die gut erhaltenen Holzreste abzutransportieren.

Stephan Schwarz, SWM Geschäftsführer Versorgung und Technik: „Mit dem Praterkraftwerk haben wir ein weiteres Projekt im Rahmen unserer Ausbauoffensive Erneuerbare Energien erfolgreich realisiert. Das Kraftwerk ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert, vor allem natürlich, weil es mitten in der Stadt, Energie unterirdisch und C02-frei erzeugt. Hier sind auf beispielhafte Weise die Anforderungen von regenerativer Energieerzeugung, Ökologie und auch Stadtgestaltung berücksichtigt worden. Das Praterkraftwerk ist unser elftes Wasserkraftwerk in und um München und eine hervorragende Ergänzung für unseren Kraftwerkspark.“

Zur ökologischen Stromerzeugung nutzt das Praterkraftwerk die Wasserkraft, die durch das natürliche Gefälle von etwa neun Metern an dieser Stelle der Isar entsteht. Bei voller Auslastung reicht die Energie-Ausbeute des Kraftwerks sogar für die Versorgung von bis zu 5.000 Haushalten. „Der Clou am Praterkraftwerk ist, dass hier unsichtbar, geräusch- und emissionslos 10 Millionen Kilowattstunden Ökostrom erzeugt werden. Damit können jährlich rund 9.000 Tonnen Kohlendioxid einspart werden - das ist an einem innerstädtischen Standort einmalig“, freut sich Thomas Prudlo, Geschäftsführer Green City Energy. „Das Praterkraftwerk verbindet vorbildlich Ökologie und Ökonomie miteinander und zeigt deutlich, das heimische Potenziale genutzt werden müssen, um die Umstellung zur nachhaltigen Energieversorgung auf 100 Prozent Erneuerbare Energien zu erreichen“, weiter Prudlo.

Am linken Ufer oberhalb des Praterwehrs wird das Wasser der Großen Isar in das Einlaufbauwerk abgeleitet, wo es über eine unterirdische Druckleitung unter dem Flussbett zur Turbine geschleust wird. Sie ist das Herz der Anlage, die unter den Kaskaden an der Maximiliansbrücke eingebettet ist und den Generator antreibt. „Für alle Bauwerke - den Triebstollen, das Einlaufbauwerk und das Krafthaus - wurden insgesamt 3.500 Kubikmeter Stahlbeton verarbeitet. Dabei wurde durch die optimale Anpassung des Entwurfs an das gewachsene Stadtbild so wenig und schonend wie möglich in das Landschaftsbild und das Ökosystem eingegriffen. So konnten wir den Zielen des Klimaschutzes und des Naturschutzes gleichermaßen gerecht werden“, versichert Dr. Bernhard Thiersch, Technischer Geschäftsführer Praterkraftwerk GmbH. Bereits im September soll das Praterkraftwerk in den Regelbetrieb übergehen.

Seit Baubeginn Anfang 2009 ist das Interesse der Öffentlichkeit an dem Projekt groß. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter aus Gesellschaft, Politik und Wissenschaft besuchten die Führungen und Vorträgen zum Praterkraftwerk. Green City Energy hat gemeinsam mit den SWM in einem Dokumentarfilm die Entstehung des Wasserkraftwerks festgehalten. Eine Kino-Vorführung des Films ist für Herbst 2010 geplant.

SWM
Bettina Hess
Telefon: 089/23 61 50 42
Fax: 089/23 61 51 49
presse@swm.de
Internet: www.swm.de

Green City Energy
Theresa Kratschmer
Telefon: 089/89 06 68 81
Fax: 089/89 06 68 88
theresa.kratschmer@greencity-energy.de
Internet: www.greencity-energy.de

Waggener Edstrom Worldwide
Stephan Wild
Telefon: 089/62817533
swild@waggeneredstrom.com
Internet: www.waggeneredstrom.de

Stephan Wild | Waggener Edstrom Worldwide
Weitere Informationen:
http://www.greencity-energy.de
http://www.swm.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Hochauflösende IR Kamera mit Mikroskopoptik
23.10.2017 | Optris GmbH

nachricht »ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern
18.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie