Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pellets aus Miscanthus und Paulownia statt aus Waldrestholz - Industriepartner gesucht

19.12.2014

Gibt es in der Pelletproduktion eine Alternative zu Waldrestholz? Diese Frage haben Prof. Dr. Dagmar Gaese und Prof. Dr. Christiane Rieker vom Institut für Landmaschinentechnik und Regenerative Energien (LTRE) der Fachhochschule Köln gemeinsam mit Prof. Dr. Ralf Pude vom Forschungsbereich Nachwachsende Rohstoffe der Universität Bonn im jetzt abgeschlossenen Forschungsprojekt „C4-Kompakt“ beantwortet: Mischpellets aus circa 50 Prozent Miscanthus, circa 50 Prozent Paulownia sowie einem Zusatz an Kalk entsprechen prinzipiell den Anforderungen der europäischen Pelletnorm EN 14961-2. Das Forschungsprojekt wurde von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) mit 192.000 Euro gefördert.

„Die Nachfrage nach Holzpellets steigt in den letzten Jahren kontinuierlich an, daher werden langfristig Substitute zu Pellets aus Waldrestholz benötigt“, erläutert Gaese, die im Projekt den Aspekt der Pelletherstellung untersucht hat. „Miscanthus, auch Riesen-Chinaschilf genannt, erreicht in Europa eine Höhe von bis zu vier Metern, ist eine wenig anspruchsvolle, mehrjährige Pflanze und bringt jährlich einen hohen Ertrag an Biomasse“, so Gaese.

Da Miscanthus beim Verbrennen relativ viel Asche erzeugt und durch einen niedrigen Ascheschmelzpunkt viel Schlacke produziert, kamen Pellets aus 100 Prozent Miscanthus nicht in Frage. „Als Hauptzuschlagsstoff verwenden wir Paulownia, auch unter dem Namen Kiribaum bekannt. Diese sehr schnell wachsenden Laubbäume werden in Plantagen angepflanzt und sind daher eine ideale Ergänzung. Kalk als Additivum erhöht den Ascheschmelzpunkt und verringert das Problem der Schlackebildung“, erklärt Rieker, die im LTRE sowie im neugegründeten, interdisziplinären Cologne Institute for Renewable Energy (CIRE) arbeitet und im Projekt die Verbrennungsprozesse erforschte.

Bildmaterial zur honorarfreien Verwendung bei Copyright-Angabe stellen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich dazu an pressestelle@fh-koeln.de.

Bevor Mischpellets aus Miscanthus und Paulownia marktreif werden können, bedarf es noch weitergehender Forschung. Dafür suchen die beiden Wissenschaftlerinnen jetzt Kooperationspartner aus der Industrie. „Beim Mischen der Brennstoffe und bei der Pelletproduktion konnten wir im Labor gute Ergebnisse erzielen. Diese müssen jetzt bei der Produktion im großen Maßstab bestätigt werden. Erst dann lässt sich auch die Frage beantworten, ob der Energieertrag der Pellets in einem wirtschaftlich sinnvollen Verhältnis zum Energieaufwand bei der Produktion steht“, sagt Gaese. „Schon heute können unsere Pellets in Großfeuerungsanlagen verwendet werden, da dort die Verbrennungsprozesse ständig überwacht werden“, erläutert Rieker. „Für die Nutzung in Kleinfeuerungsanlagen unter 100 KW müssen für jede Kesselart Langzeitversuche durchgeführt werden, da für die optimale Verbrennung die optimalen Kesselparameter experimentell ermittelt werden müssen.“

Die Fachhochschule Köln ist die größte Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Deutschland. Mehr als 23.000 Studierende werden von rund 420 Professorinnen und Professoren unterrichtet. Das Angebot der elf Fakultäten und des ITT umfasst mehr als 80 Studiengänge aus den Ingenieur-, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften und den Angewandten Naturwissenschaften. Die Fachhochschule Köln ist Vollmitglied in der Vereinigung Europäischer Universitäten (EUA), sie gehört dem Fachhochschulverband UAS 7 und der Innovationsallianz der nordrhein-westfälischen Hochschulen an. Die Hochschule ist zudem eine nach den europäischen Öko-Management-Richtlinien EMAS und ISO 14001 geprüfte umweltorientierte Einrichtung und als familiengerechte Hochschule zertifiziert.


Petra Schmidt-Bentum | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Greifswalder Plasmaforscher erforschen Nanomaterialien für effiziente Energiespeicherung
13.01.2017 | Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V.

nachricht Schluss mit dem Kabelsalat
04.10.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie

Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa

16.01.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz