Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Orkanböen: TU Hamburg-Harburg forscht zur Sicherheit von Offshore-Windkraftanlagen

20.12.2011
Weit draußen vor den Küsten entstehen europaweit in Wassertiefen von bis zu 40 Metern Offshore-Windparks – mit steigender Tendenz.

Was muss bei der Installation sowie Instandhaltung dieser maritimen Bauwerke, die extremen Wetter- und Seegangereignissen ausgesetzt sind, beachtet werden, um sicherheitskritische Situationen zu managen, vor allem aber die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten? Mit diesen Fragen setzt sich eine Forschergruppe der TU Hamburg auseinander.

Im Mittelpunkt steht die Entwicklung numerischer Rechenverfahren zur Simulation der technischen Operationen während der Installation und Instandhaltung von Offshore-Windkraftanlagen. Es ist das Ziel, sicherheitskritische Situationen zu definieren und die Effektivität von geplanten Maßnahmen zur Risikominimierung zu bewerten. „Damit werden wir der Industrie eine solide Grundlage zur Verfügung stellen, die es erlaubt, die Gefährdung von Menschen und Umwelt zu verringern“, sagt Professor Moustafa Abdel-Maksoud, Sprecher des neuen Forschungsverbundes an der TU Hamburg-Harburg.

Die TUHH verfügt in Deutschland als Universität mit dem größten Forschungs-und Lehrpotenzial auf dem Gebiet des Schiffbaus über eine hohe Expertise auf diesem Sektor. „Wir sind für die anstehenden Aufgaben bestens gerüstet“, sagt Abdel-Maksoud, Leiter des Institutes für Fluiddynamik und Schiffstheorie an Deutschlands nördlichster technischer Universität.

In den kommenden drei Jahren wird die interdisziplinäre Forschergruppe aus Meerestechnikern und Fluidexperten, Schiffbauern und Geotechnikern der TU Hamburg Simulationsmethoden entwickeln, die die Analyse der Wechselwirkung zwischen Offshore-Windkraftanlage und den an der Errichtung beziehungsweise Instandhaltung der Anlagen beteiligten Schiffen ermöglichen. Ziel dieser technischen Analyse sind die genaue Abbildung sicherheitskritischer Situationen in der Prozesskette sowie die Erfassung der Einflüsse verschiedener wichtiger Faktoren auf den Ablauf der Vorgänge. „Damit wird eine fundierte Aussage zu Sicherheitsrisiken möglich, und wir können Einfluss nehmen auf den Ablauf, um eine Gefährdung zu vermeiden oder ihre Auswirkungen zu minimieren“, sagt Sprecher Abdel-Maksoud. Außer dem 52-jährigen Schiffstheoretiker sind an diesem interdisziplinären Vorhaben – „Maritime Sicherheitsaspekte bei der Installation und Instandhaltung von Offshore-Windkraftanlagen“ – die Professoren Alexander Düster, Wolfgang Fricke, Jürgen Grabe, Edwin Kreuzer, Stefan Krüger, Thomas Rung und insgesamt fünf Institute beteiligt.

Das Projekt wird mit 1,8 Millionen von der Forschungs-und Wissenschaftsstiftung der Hansestadt Hamburg als eines von sechs Vorhaben, wie vor Kurzem bekanntgegeben wurde, gefördert. Mit weiteren 300 000 Euro beteiligt sich die TUHH im Zuge ihres strategischen Ausbaus von Forschung und Lehre auf dem Gebiet der „Green Technology“ an diesem Vorhaben.

Mit diesem Forschungsprojekt leistet die TUHH einmal mehr einen Beitrag zur Unterstützung der von der Bundesregierung beschlossenen Energiewende beim Ausbau von Offshore-Windenergie-Anlagen, die ein starkes Rad im Wachstumsmotor für die Gesamtwirtschaft werden wird. Bis zum Jahr 2020 sind installierte Leistungen von 40 Gigawatt und 110 Gigawatt bis zum Jahr 2030 geplant. Die Vermeidung von Unfällen erhöht die Wirtschaftlichkeit und nicht zuletzt die Akzeptanz der Bevölkerung für Offshore-Windkrafttechnologie.

Für Rückfragen:
TU Hamburg Harburg
Institut für Fluiddynamik und Schiffstheorie
Prof. Moustafa Abdel-Maksoud
Tel.: 040/ 42878-6053
E-Mail:m.abdel-maksoud@tu-harburg.de
TU Hamburg Harburg
Pressestelle
Jutta Katharina Werner
Tel: 040/ 42878-4321
E-Mail: j.werner@tuhh.de

Jutta Katharina Werner | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-harburg.de
http://www.tuhh.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften
29.03.2017 | Technische Universität Dresden

nachricht Elektromobilität: Forschungen des Fraunhofer LBF ebnen den Weg in die Alltagstauglichkeit
27.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten