Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Offshore-Windstrom von der Nordsee: alpha ventus speist erste Kilowattstunden ins deutsche Stromnetz ein

12.08.2009
Erstmals fließt Offshore-Windstrom von der Nordsee in das deutsche Stromnetz: Das Konsortium von EWE, E.ON und Vattenfall, die Deutsche Offshore-Testfeld und Infrastruktur GmbH (DOTI), hat jetzt die ersten drei von insgesamt zwölf Windkraftanlagen des Windparks alpha ventus erfolgreich angefahren und für die regelmäßige Stromproduktion eingestellt.

Die Anlagen mit einer Nennleistung von je fünf Megawatt stehen 45 Kilometer nördlich der Insel Borkum. Alle zwölf Anlagen des Windparks, von denen fünf bereits komplett errichtet sind, werden voraussichtlich bis Ende dieses Jahres in Dauerbetrieb gehen.

„Die Windkraftanlagen „AV 8“, „AV 9“ und „AV 12“ befinden sich derzeit im so genannten Einstellbetrieb“, erläutert der Gesamtprojektleiter von alpha ventus, Wilfried Hube. „Wie der Name es bereits andeutet, werden in dieser Phase alle Funktionen und elektrotechnischen Bauteile überprüft und für den späteren Dauerbetrieb justiert. Das ist vergleichbar mit der technischen Einstellung des Motors bei einem Neuwagen“, so Hube weiter.

Nach dem Einstellbetrieb beginnt der so genannte Probebetrieb. In dieser Phase werden die Windkraftanlagen verschiedenen Testszenarien unterzogen, zum Beispiel dem Betrieb unter Volllast bei entsprechenden Windgeschwindigkeiten. Dies ist vergleichbar mit Testfahrten bei einem Neuwagen. Die beschriebenen Testszenarien dauern bis zu mehreren hundert Stunden. Erst dann sind Windkraftanlagen dauerhaft betriebsbereit. Nach „AV8“, „AV 9“ und „AV12“ werden die weiteren bereits errichteten Windkraftanlagen sukzessive in Betrieb genommen.

Mit der Errichtung der Windkraftanlagen wurde Mitte April dieses Jahres begonnen, nachdem ein erster Versuch im August 2008 wetterbedingt abgebrochen worden war. Seit April sind die Arbeiten jedoch so zügig vorangekommen, dass die Errichtung des gesamten Windparks gut im Zeitplan liegt. Neben dem Bau und der Inbetriebnahme der sechs Windkraftanlagen M5000 von Areva Multibrid betrifft dies vor allem den Bau der Unterwasser-Pfahlverankerungen für die Fundamente der sechs REpower 5M Windkraftanlagen, die in Kürze abgeschlossen werden können.

Die laufenden Arbeiten auf hoher See können auch im Internet verfolgt werden. Von der Forschungsplattform FINO1 aus zeigt eine Webcam direkt auf das Baufeld. Sie finden den Link auf die Webcam unter www.alpha-ventus.de.

Bereits im September 2008 hat die DOTI mit der erfolgreichen Errichtung des Offshore-Umspannwerks die Voraussetzung dafür geschaffen, dass der erzeugte Windstrom an Land transportiert werden kann. Dies geschieht mit Hilfe eines Seekabels, das das Umspannwerk mit dem deutschen Stromnetz verbindet und das ebenfalls bereits vergangenes Jahr durch die transpower stromübertragungs gmbh (ehemals E.ON Netz) gelegt wurde.

Ihr Ansprechpartner

Lutz Wiese, Pressesprecher
kontakt@alpha-ventus.de
Tel: +49 40 63 96 22 63
alpha ventus
alpha ventus ist der erste deutsche Offshore-Windpark, der durch EWE, E.ON und Vattenfall auf hoher See errichtet wird. Die Investitionssumme in dieses Pionierprojekt beträgt 250 Millionen Euro. Die Strommenge, die alpha ventus künftig jährlich produzieren wird, entspricht dem Verbrauch von 50.000 Haushalten. Mit dem Pilotprojekt werden rund 45 Kilometer vor der Küste Borkums grundlegende Erfahrungen mit Bau und Betrieb eines Offshore-Windparks gesammelt. Im Testfeld alpha ventus kommen insgesamt zwölf Windenergieanlagen der 5-Megawatt-Klasse zum Einsatz: sechs Anlagen des Typs Areva Multibrid M5000 sowie sechs Anlagen REpower 5M. Darüber hinaus werden für die Windenergieanlagen zwei Arten von Stahlfundamenten eingesetzt. Während die Areva Multibrid-Anlagen auf so genannten Tripods stehen, werden für die REpower-Anlagen so genannte Jacket-Fundamente gewählt.
Zum ersten Mal werden solche Anlagen küstenfern in 30 Meter Wassertiefe errichtet und betrieben. Die Forschungs- und Entwicklungsergebnisse werden in Konstruktion, Bau und Betrieb zukünftiger Offshore-Anlagen einfließen.

EWE, E.ON und Vattenfall haben für die Realisierung des Windparks alpha ventus die „Deutsche Offshore-Testfeld und Infrastruktur GmbH & Co. KG“ (DOTI) gegründet. Unter der Bezeichnung „Borkum West“ hat DOTI die Genehmigungsrechte an dem Testfeld von der Stiftung der Deutschen Wirtschaft für die Nutzung und Erforschung der Windenergie auf See (Stiftung Offshore-Windenergie) gepachtet.

Lutz Wiese | alpha ventus
Weitere Informationen:
http://www.alpha-ventus.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Neuro-Robotik ermöglicht Querschnittsgelähmten selbstständig zu essen
07.12.2016 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Höhere Energieeffizienz durch Brennhilfsmittel aus Porenkeramik
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie