Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Offshore-Windparks: Günstigerer Strom dank neuem Anschluss

20.08.2015

Kleine Module statt großer Umspannplattform verringern die Netzanschlusskosten für Offshore-Windenergieanlagen deutlich. Das Resultat: Windstrom wird günstiger.

Ein neuer Wechselstromanschluss für küstennahe Windenergieanlagen soll deren Netzanschlusskosten um bis zu 40 Prozent senken. Damit verringert die Lösung von Siemens auch die Kosten des Stroms von Offshore-Windparks.


Das neue Offshore-Transformatormodul von Siemens ist ein entscheidender Hebel, um die Kosten des aus Offshore-Windkraft erzeugten Stroms bis 2020 auf zehn Eurocent pro Kilowattstunde zu drücken.

Im Gegensatz zu konventionellen Umspannplattformen für Wechselstrom kann das Modul aufgrund seiner kleinen und leichten Abmessungen direkt auf das Fundament einer bestehenden Windturbine montiert werden. Material- sowie Zeitaufwand und die Risiken werden auf ein Minimum reduziert.

Durch eine biologisch abbaubare Isolierflüssigkeit ist diese dezentrale Lösung zudem umweltfreundlich. Siemens stellte sie kürzlich auf der EWEA-Offshore-Konferenz in Kopenhagen vor.

Umspannwerke bilden ein zentrales Element in Windparks. Sie sind notwendig, um den in den Windturbinen erzeugten Strom über Hochspannungsseekabel aufs Festland zu übertragen. Bisherige Lösungen mussten aufgrund ihrer Größe und des hohen Gewichts von 1.800 - 4.000 Tonnen auf einer zusätzlichen Plattform errichtet werden - das kostet Dutzende Millionen Euro, in einigen Fällen Hunderte Millionen Euro.

Kostensenkung um bis zu 40 Prozent

Das neue Offshore-Transformatormodul (OTM) kann an allen Windturbinen verschiedener Hersteller installiert werden, entweder auf ein separates Fundament oder – um möglichst hohe Kosteneinsparungen zu erzielen – direkt auf das Fundament der Turbine.

Das ist möglich, weil das OTM nur 30 mal 15 Meter groß ist. Einen Großteil der Netzanschlusskosten machen Bau, Transport, Montage, Betrieb und Wartung der Plattform aus. Diese Kosten werden mit der neuen Lösung der Siemens Division Energy Management um bis zu 40 Prozent gesenkt.

Die neue Umspannstation ist auf die notwendigsten elektrischen Bauteile beschränkt, einige Hilfssysteme wurden weggelassen. Dadurch konnte das Gesamtgewicht auf etwa 630 Tonnen reduziert werden, bei einer Nennleistung eines Moduls von 250 Megawatt.

Um die bei sehr großen Windparks erforderliche Übertragungskapazität zu erreichen, können mehrere Module miteinander verbunden werden. Weitere Kosten werden beim Transport und der Installation eingespart, da ein spezielles Schwerlast-Kranschiff nicht mehr erforderlich ist.

Die Montagedauer des OTM verkürzt sich um 20 Prozent, da mit gewöhnlichen und besser verfügbaren Installationsschiffen, so genannten Service Operation Vessels, gearbeitet werden kann. Zusätzlich verringert sich der Wartungsaufwand, da Lüfter und Dieselgeneratoren nicht mehr nötig sind.

Biologisch abbaubares Transformatorenöl

Statt Mineralöl wird bei der neuen Anschlusslösung eine ungiftige Isolierflüssigkeit auf Esterbasis eingesetzt. Das ist ein schwer entflammbares und biologisch abbaubares Transformatorenöl. Für den Einsatz auf hoher See ist das eine wichtige Voraussetzung.

Siemens verhandelt derzeit mit mehreren Offshore-Projekten über den Einsatz der Technologie. Das neue Offshore-Transformatormodul ist ein entscheidender Hebel, um die Kosten des aus Offshore-Windkraft erzeugten Stroms bis 2020 auf, wie von Siemens avisiert, zehn Eurocent pro Kilowattstunde zu drücken.

Dank der gewonnen Erkenntnis aus über zehn Projekten in Wechselstromtechnik werden auch konventionelle Plattformlösung laufend optimiert. So bietet Siemens ein hohes Maß an Flexibilität und Auswahl für einen kosteneffizienten Ausbau erneuerbarer Energien.

Norbert Aschenbrenner

Kontakt:


Herr Dr. Norbert Aschenbrenner

Redaktion

Siemens AG
norbert.aschenbrenner@siemens.com


Herr Florian Martini

Pressekontakt

Siemens AG
florian.martini@siemens.com

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens Pictures of the Future

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Hochauflösende IR Kamera mit Mikroskopoptik
23.10.2017 | Optris GmbH

nachricht »ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern
18.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie