Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ökologisches Fahren: 20 Prozent weniger Benzin

16.05.2014

Studierende weisen in einem Projekt nach, dass Berufskraftfahrer im Fahrsimulator ökologisches Fahren lernen können

Materialschonend, vorausschauend und kraftstoffsparend fahren – kann man das in einem Simulator lernen? Diese Frage sollte eine Studie klären, die in einem Studierenden-Projekt am TU-Fachgebiet Mensch-Maschine-Systeme zusammen mit der SiFaT Roadsafety GmbH durchgeführt wurde.

Ziel der Untersuchung war es, die bisher angewandten Schulungsmethoden zum simulatorgestützten Eco-Training zu analysieren und gegebenenfalls zu optimieren.

Insgesamt nahmen 15 männliche Berufskraftfahrer an der Untersuchung teil. In einer ersten Phase machten sich die Versuchspersonen mit dem Fahren in einem Simulator vertraut. Danach startete das praktische ECO-Training mit einer acht Kilometer langen Fahrt. Auf einer festgelegten Strecke wurde der Kraftstoffverbrauch gemessen sowie die Fahrzeit ermittelt.

Zuvor jedoch hatten die Versuchspersonen eine theoretische Einweisung zum ökologischen Fahren erhalten. Sie wurden angehalten, vorausschauend zu fahren, weil das eine der wichtigsten Voraussetzungen für ökologisches Fahren ist. Ebenso ist es hinsichtlich des Kraftstoffverbrauchs von Vorteil, schnell auf die gewünschte Geschwindigkeit zu beschleunigen und dann den Lkw rollen zu lassen.

Während der eigentlichen Testrunde zum ökologischen Fahrer bekamen die Probanden über Audio zeitnah Rückmeldungen über ihre Fahrweise zum Beispiel über ihr Beschleunigungs- und Bremsverhalten und wurden entsprechend korrigiert.

Die Auswertung der Daten zeigte bei allen Fahrern einen deutlich verminderten Kraftstoffverbrauch, sowohl im Stadtverkehr, als auch auf der Landstraße. Das beste Ergebnis lag bei 30 Prozent weniger Kraftstoffverbrauch; durchschnittlich wurde eine Reduzierung von 21 Prozent erreicht. Darüber hinaus wurde in der zweiten Simulationsfahrt, also nach der Einweisung, ein häufiges ökologisches Beschleunigungsverhalten sowie vorausschauendes Fahren gezeigt. Auf die Fahrzeit in der zweiten Runde hatte das ökologische Fahren keinen nachteiligen Effekt.

In dem studentischen Projekt unter Leitung von Dr. Katja Karrer-Gauß und Cornelia Lüderitz konnte nachgewiesen werden, dass Fahrsimulatoren sich eignen, um ökologisches Fahren von Lkw-Fahrern zu schulen. Mit dem mobilen Simulator war es möglich, in kurzen Trainingseinheiten einen hohen Lerneffekt zu erzielen.

Der Simulator schont zudem die Umwelt, da kein Kraftstoff verbraucht wird und keine Schadstoffe ausgestoßen werden. Des Weiteren ist dieser wirtschaftlich effizient: Identische Fahrstrecken mit denselben Bedingungen sind orts- und zeitunabhängig durchführbar, da der Simulator mobil ist und zu jeder Zeit den gewünschten Verkehr beziehungsweise die gewünschte Umgebung simulieren kann. Mithilfe des unterstützenden Datenspeichersystems können entsprechend Fahrten miteinander verglichen werden, was bei einer herkömmlichen Schulung ohne die Simulationsmethode nicht möglich wäre. 

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Dr.-Ing. Katja Karrer-Gauß, Institut für Psychologie und Arbeitswissenschaften, Fachgebiet Mensch-Maschine-Systeme, Marchstr. 23, 10587 Berlin, Tel.: 030/314-79522, Fax: 030/314-72581, E-Mail: katja.karrer@tu-berlin.de

Stefanie Terp | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Forscher entwickeln effizientere Systeme für Brennstoffzellen und Kraft-Wärme-Kopplung
19.04.2017 | EWE-Forschungszentrum für Energietechnologie e. V.

nachricht Forscher entwickeln Elektrolyte für Redox-Flow-Batterien aus Lignin aus der Zellstoffherstellung
18.04.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen