Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nur 63 % der Haushalts- und Fernsehgeräte im Handel korrekt mit dem EU-Energielabel gekennzeichnet

01.06.2012
Seit dem 30. November 2011 ist die neue Energieeffizienzkennzeichnung von Waschmaschinen, Geschirrspülmaschinen, Kühl- und Gefriergeräten und Fernsehgeräten Pflicht. Ein Blick auf die Label beim Kauf kann ein paar Hundert Euro wert sein.

Seit dem 30. November 2011 stehen Hersteller und Händler in der Pflicht, Geräte der Produktkategorien Waschmaschinen, Geschirrspülmaschinen, Kühl- und Gefriergeräte und Fernsehgeräte, die neu in den Verkehr gebracht werden, mit den überarbeiteten Energieeffizienzetiketten zu kennzeichnen. Fernseher müssen seit diesem Datum erstmals mit dem Energielabel gekennzeichnet werden.

Für Waschmaschinen, Geschirrspülmaschinen und Kühl- und Gefriergeräte wurde das bekannte Energielabel an den Stand der Technik angepasst und um zusätzliche Energieeffizienzklassen bis zu A+++ erweitert. Die Überarbeitung des Energielabels unterstützt den Verbraucher bei der Auswahl stromsparender Geräte.

Ob den Verbrauchern das Energielabel als Entscheidungskriterium bei der Anschaffung von Haushalts- und Fernsehgeräten dienen kann, hat das Öko-Institut e.V. zusammen mit der Deutschen Umwelthilfe e.V. und den Verbraucherzentralen Sachsen und Sachsen-Anhalt überprüft.

Dazu wurden in insgesamt 32 Läden, darunter Elektrogroßhändler, Elektrofachmärkte, Küchenstudios, Verbrauchermärkte und Internethändler, Ladenbegehungen bzw. Kontrollen der Online-Shops durchgeführt. Von den insgesamt 5.761 betrachteten Geräten waren lediglich 63% korrekt gekennzeichnet, 16% waren fehlerhaft gekennzeichnet und 21% der Geräte trugen gar kein Label. Dabei wurden teilweise „Kennzeichnungen“ angetroffen, die nicht den Vorschriften entsprechen oder schon als kurios bezeichnet werden können: Geräte, deren Kennzeichnungen schwarz-weiß ausgedruckt waren sowie Etiketten, auf denen Händler per Hand die Anzahl der Plus-Zeichen aufgemalt hatten. „In einem Leipziger Großmarkt haben wir sogar eine Waschmaschine mit fünf aufgemalten Plus-Zeichen gefunden“ so Juliane Dorn, Koordinatorin Energieprojekt der VZ Sachsen.

Waschmaschinen und Geschirrspülmaschinen schnitten bei den Ladenbegehungen am besten ab: über 80% der Geräte trugen die Energieeffizienzkennzeichnung. Bei 14 respektive 7% der Geräte entsprach die Kennzeichnung nicht den Vorschriften, d.h. die Etiketten waren entweder unvollständig oder versteckt. Bei 4 respektive 9% der Geräte war keine Kennzeichnung angebracht.

Bei Fernsehgeräten hingegen sah die Bilanz deutlich schlechter aus. Ihr Anteil an nicht gekennzeichneten Produkten war mit 49% am höchsten. Hier muss einschränkend angemerkt werden, dass Fernsehgeräte, die vor dem 30.11.2011 in den Handel gekommen sind, noch nicht der Kennzeichnungspflicht unterliegen. Eine Kennzeichnung konnte im Rahmen einer Übergangsfrist freiwillig erfolgen. Wie viel der Blick auf das Label beim Fernsehkauf wert sein kann, hat das Umweltbundesamt erst kürzlich für Fernsehapparate von 48-107 cm Bildschirmdiagonale (19-42 Zoll) berechnet. Demnach sind die Stromkosten für ein Gerät der niedrigsten Energieeffizienzklasse G bei einer üblichen Lebensdauer von 10 Jahren zwischen 212 und 744 Euro höher als bei vergleichbaren Geräten der Klasse A+.

Wäschetrockner und elektrische Backöfen waren die beiden Produktgruppen, deren Anteil an falsch gekennzeichneten Geräten am größten war: 38 respektive 43% der Geräte trug zwar ein Label, dieses war jedoch entweder unvollständig oder nicht wie vorgeschrieben angebracht.

Hinsichtlich der verschiedenen Ladentypen konnten folgende Beobachtungen gemacht werden: Die Kennzeichnung in den Elektrogroßmärkten und Elektrofachmärkten war überwiegend gut, ebenso bei den Internethändlern. Die Verbrauchermärkte wiesen erhebliche Unterschiede bei der Kennzeichnung ihrer Geräte auf. Mangelhaft war die Kennzeichnung in den Küchenstudios. „Insbesondere im Küchenfachhandel stellten wir nur eine geringe Bereitschaft fest, die in Einbauküchen integrierten Haushaltsgeräte gut sichtbar zu kennzeichnen“, so Agnes Sauter, Leiterin des Bereiches Verbraucherschutz der Deutschen Umwelthilfe.

Damit das Energieeffizienzzeichen Verbrauchern besser als Entscheidungskriterium dienen kann, sollten die Umsetzungslücken, die die Ladenbegehungen aufgezeigt haben, möglichst schnell behoben werden. Um dies zu überprüfen, sind weitere Ladenbegehungen in Planung.

Hintergrund:

Das EU-Projekt Come On Labels unterstützt und begleitet die Einführung der neuen Energiekennzeichnung in den teilnehmenden EU-Staaten. Das Projekt wird vom Energieeffizienz-Zentrum SEVEn (CZ) koordiniert und beteiligt Partner in 13 europäischen Ländern. Nationale Kontaktstelle ist das Öko-Institut e.V.
Hauptziel dieses Projekts ist die Förderung einer Energiekennzeichnung für Energie verbrauchende Geräte in Bezug auf Gerätetests, die ordnungsgemäße Kennzeichnung in Verkaufsstellen und die Aufklärung der Verbraucher.

Das Projekt soll die besten Erfahrungen hinsichtlich der Energiekennzeichnung von Energie verbrauchenden Geräten in Europa zusammenfassen und die ordnungsgemäße Umsetzung der neuen Kennzeichnungsregelung unterstützen. Ferner soll die Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit des EU-Energielabels verbessert und der Markt für effiziente Produkte gefördert werden.

Weitere Informationen zum Projekt „Come On Labels“ finden Sie unter http://www.come-on-labels.eu

Ansprechpartnerin am Öko-Institut e.V.:

Dr. Jenny Teufel
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institutsbereich Produkte & Stoffströme
Öko-Institut e.V., Büro Freiburg
Telefon: +49 761 452 95 252
E-Mail: j.teufel@oeko.de
Ansprechpartnerin Deutsche Umwelthilfe:
Agnes Sauter
Leiterin Verbraucherschutz
Deutsche Umwelthilfe e.V.
Telefon: +49 7732 9995 11
E-Mail: sauter@duh.de
Ansprechpartnerin VZ Sachsen e.V.:
Juliane Dorn
Koordinatorin Energieprojekt
Telefon: +49 341 69629-59
E-Mail: jdorn@vzs.de
Ansprechpartnerin VZ Sachsen-Anhalt e.V.:
Martina Angelus
Referentin Energie
Telefon: +49 3 45 9803-38
E-Mail: angelus@vzsa.de

Romy Klupsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.oeko.de
http://www.come-on-labels.eu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Seilzugsensor MH60 – erfolgreicher Einsatz in rauer Umgebung
20.04.2018 | WayCon Positionsmesstechnik GmbH

nachricht Treiber für Digitalisierung von Industrieanlagen: ABB, HPE und Rittal stellen Secure Edge Data Center vor
20.04.2018 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics