Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nokia-Experiment: Blitz lädt Handyakku

02.10.2013
Energie von 200.000 Volt wird durch 30-Zentimeter-Lücke gejagt

Forscher der University of Southampton haben einen neuen Weg gefunden, um die stromfressenden Akkus von Laptops, Tablets und Smartphones schnell wieder aufzuladen. Um den Energiespeichern neues Leben einzuhauchen, greifen die findigen Wissenschaftler einfach auf eine natürliche Ressource zurück: Blitze.


Blitz: Mit 200.000 Volt wird Akku geladen
(Foto: highvoltage.ecs.soton.ac.uk)

Diese werden per Laborversuch künstlich erzeugt, indem Wechselstrom durch einen Spannungswandler auf 200.000 Volt gebracht und durch eine lediglich 30 Zentimeter große Lücke gejagt wird. Die gewaltige Energie, die dabei entsteht, wird auf der anderen Seite wieder eingefangen, so dass das Laden des Akkus eines Nokia Lumia 925 möglich ist.

"Wir waren begeistert, als wir gesehen haben, dass die Schaltkreise des Nokia-Handys irgendwie das unruhige Signal stabilisieren konnten und es auf diese Weise ermöglicht haben, die Batterie des Gerätes wieder aufzuladen", zitiert BBC News Neil Palmer vom Tony Davies High Voltage Laboratory http://www.highvoltage.ecs.soton.ac.uk der University of Southampton.

Bei dem erfolgreichen Versuch handle es sich um eine Machbarkeitsstudie, die als Experiment in Kooperation mit Nokia durchgeführt worden ist. "Das Anzapfen der Naturkräfte in dieser Form könnte Energiequellen für Gebiete mit schlechter Versorgungsleistung hervorbringen", so die grundlegende Idee.

Gefährlicher Versuch

Für ihr ambitioniertes Laborexperiment haben Palmer und sein Team eine komplexe Versuchsanordnung erdacht, bei der Wechselstrom von einem Spannungsumwandler auf 200.000 Volt gebracht und durch eine kleine Lücke von 30 Zentimetern geschickt wird. Das Resultat ist ein künstlich erzeugter Blitz. Die dabei austretende Energie wird auf der anderen Seite von einem zweiten "kontrollierenden Spannungswandler" wieder eingefangen und gewissermaßen "beruhigt", um das Laden des Handyakkus zu ermöglichen.

Natürlich ist diese Art von Experiment nicht ungefährlich.

"Versucht das bloß nicht zu Hause", warnt Nokia mögliche Nachahmer und weist im gleichen Atemzug darauf hin, dass in Großbritannien pro Jahr im Schnitt drei Menschen von Blitzen getroffen werden. "Uns geht es mit diesem Versuch darum, die Grenzen der Technologie zu erweitern", betont Chris Weber, Executive Vice-President im Sales-Bereich bei Nokia http://www.nokia.com . "Diese Entdeckung beweist, dass es möglich ist, Geräte mit einer Spannung zu laden, die sich durch die Luft bewegt. Es ist auch ein großer Schritt in Richtung eines besseren Verständnisses des Blitzphänomens", ergänzt Palmer.

Lösung des Akku-Problems

Moderne Smartphones, Tablets oder Laptops sind wahre Energiefresser. Die Hersteller sind sich dieses Umstands bewusst und suchen bereits seit geraumer Zeit nach innovativen Möglichkeiten und Lösungen, um die Kapazität und Laufzeit der Akkus zu verbessern. Das aktuell beschriebene Experiment ist nur einer der Ansätze, der zurzeit erprobt wird. Andere Konzepte scheuen dabei auch nicht davor zurück, mit auf den ersten Blick eher ungeeigneten Rohstoffen zu experimentieren. So gab es bereits Versuche mit Reishülsen (pressetext berichtete: http://pte.com/news/20130710018 ) oder menschlichem Urin (pressetext berichtete: http://pte.com/news/20130718002 ).

Markus Steiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.southampton.ac.uk

Weitere Berichte zu: Akku Blitz Handyakku Laptop Nokia-Experiment Smartphone Tablets Wechselstrom

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Fraunhofer-Forscher entwickeln Hochdrucksensoren für Extremtemperaturen
28.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM

nachricht Mit unkonfektionierten Kabeln durch die Schaltschrankwand
26.06.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive