Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Niedrigenergiefahrzeug „Schluckspecht E“ der Hochschule Offenburg fährt weiteren Erfolg ein

08.11.2010
Der neu entwickelte, batteriebetriebene „Schluckspecht E“ des Teams der Hochschule Offenburg hat im Rahmen der 'South African Solar Challenge' in Südafrika eine Strecke von 626,6 km mit einer einzigen Batterieladung zurückgelegt - so viel wie bisher kein anderes Fahrzeug auf öffentlichen Straßen.

Den nächsten großen Erfolg mit ihrem Elektrofahrzeug „Schluckspecht E“ verbuchte jetzt das Team um die Professoren Dr. Ulrich Hochberg und Claus Fleig: Mit einer Batterieladung hat das Team 626,6 Kilometer gefahren und damit einen neuen Reichweitenrekord auf öffentlichen Straßen aufgestellt.


Ziel erreicht: Das Offenburger Team mit dem \\\"Schluckspecht E\\\"


Der \\\"Schluckspecht E\\\" unterwegs in Südafrika

„Wir sind damit 21 Kilometer weiter gekommen als der umgebaute Audi A2, den zahlreiche Politiker Ende Oktober als Durchbruch in der Elektromobilität feierten“, so Ulrich Hochberg. Sein Team hatte wenige Tage zuvor bei der South African Solar Challenge bewiesen, dass der neue „Schluckspecht“ ein alltagstaugliches Fahrzeug ist – und zwar auf den Straßen zwischen Kapstadt und Johannesburg, bei denen schließlich Steigungen von bis zu 5 Prozent überwunden werden mussten.

Außerhalb der Konkurrenz war das „Schluckspecht“-Team dort unterwegs, weil es den Wettbewerb nutzen wollte, die Leistungsfähigkeit des vom Brennstoffzellen betriebenen „Schluckspecht City“ umgebauten „Schluckspechts E“ mit Lithium-Ionen-Batterien offiziell unter Beweis zu stellen.

Vor dem Start wurde das Fahrzeug von den technischen Kommissaren der FIA (Fédération Internationale de l’Automobile) abgenommen und die Batterien versiegelt. Während der Fahrt wurde das Fahrzeug von einem Beobachter der FIA begleitet und die Reichweite bestätigt.

Mit dem „Schluckspecht E“ leistet sich die Hochschule Offenburg nicht nur ein Forschungsprojekt, das Klimaschutz und Industriepolitik zu verbinden hilft, sondern sie sorgt auch für handfesten Wissenstransfer in eine der zukunftsfähigsten Branchen. So ist unter anderem das Stuttgarter Unternehmen Evomotiv im Rahmen eines vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten Forschungsprojekts fest in das Team um Ulrich Hochberg eingebunden. Evomotiv bietet Entwicklungs- und Beratungsleistungen rund um das Automobil an und ist beim „Schluckspecht“ in die Weiterentwicklung des Radnabenmotors involviert. Dazu Gerhard Krebs, einer der drei Evomotiv-Geschäftsführer: „Das Know-how, das wir mit der Hochschule Offenburg entwickeln, fließt bestimmt zu rund 50 Prozent in unsere Kundenprojekte. Das ist Wissenstransfer wie man ihn sich wünscht.“

Der innovative 42-polige Radnabenmotor, für den das Team bereits den Bosch-Innovationspreis erhalten hat, wird im neuen Fahrzeug über ein leistungsfähiges Managementsystem aus zwölf Lithium-Ionen-Batterien gespeist. Um die Last der Batterien optimal zu verteilen, hat das Team aus Professoren und Studierenden zusammen mit der Fraunhofer-Gesellschaft EMI in Freiburg ein neues Fahrzeugchassis entwickelt. „Denn“, so Ulrich Hochberg, „um einen Liter Diesel zu ersetzen, fahren wir im Moment mit 30-Kilogramm-Batterien“. Rein rechnerisch, darin sind sich Professor Hochberg und sein Team einig, ist mit einem einmaligen Aufladen der Batterien eine Strecke von mehr als 1200 Kilometern möglich.

„Der Erfolg unserer Teams ist das Ergebnis konsequenter Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis“, so der Rektor der Hochschule Offenburg Professor Dr. Winfried Lieber. „Unser Dank gilt den zahlreichen Partnern und Sponsoren aus der Industrie, die den Umbau und die Reise nach Südafrika erst ermöglicht haben.“

Ulrich Hochberg, seine Kollegen und Studierenden sowie die Fraunhofer-Kollegen glauben fest an den „Schluckspecht“. Ein Blick auf die Reihe von Pokalen, viele davon eingefahren beim Shell Eco-Marathon, gibt ihnen Recht.

Christina Dosse | idw
Weitere Informationen:
http://www.schluckspecht.net
http://www.fh-offenburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wie Protonen durch eine Brennstoffzelle wandern
22.06.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht Omicron Diodenlaser mit höherer Ausgangsleistung und erweiterter Garantie
20.06.2017 | Omicron - Laserage Laserprodukte GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie