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Nie mehr stromlos liegen bleiben: RUB-Forscher entwickeln Frühwarnsystem für Fahrzeugbatterien

26.07.2012
Batteriemanagement kontrolliert permanent Alter, Ladezustand und Funktionstüchtigkeit

Ein leerer Akku macht so manchen Autofahrer zum unfreiwilligen Fußgänger. Dass Fahrzeugbatterien meist unerwartet schlappmachen, ist zwar ein altbekanntes, aber zukünftig vermeidbares Übel.

Denn Wissenschaftler der RUB-Arbeitsgruppe für Energiesystemtechnik und Leistungsmechatronik um Prof. Dr. Constantinos Sourkounis und Philip Dost haben jetzt gemeinsam mit der Isabellenhütte Heusler GmbH & Co. KG ein effektives Frühwarnsystem entwickelt.

Mittel gegen drohenden Totalausfall

Das neue Batteriemanagementsystem für Bleisäure-Akkumulatoren soll die Fahrer vor dem Totalausfall bewahren. Über den Bordcomputer erfährt es vom Wechsel oder Einbau einer neuen Fahrzeugbatterie. Anders als bisherige Batteriemanagementsysteme muss es anschließend nicht in der Werkstatt neu eingelernt werden.

„Während der ersten Fahrt misst sich das System automatisch ein und erkennt zugleich die aktuellen Batterieparameter“, sagt Prof. Sourkounis. Es gibt Auskunft über Alter, Ladegrad und Funktionsfähigkeit der Fahrzeugbatterie. Diese intelligente Steuerung ist dringend notwendig, denn moderne Pkws brauchen immer mehr Energie. Neben Verbrennungsmotor und Scheinwerfern wollen Dutzende kleiner Elektromotoren und Sensoren elektrisch versorgt sein.

Neustart vorhersagen

„Akkus mit großer Kapazität verlängern zwar die Lebensdauer, aber sie altern natürlich auch“, so Prof. Sourkounis. Leistungsstarke Fahrzeugbatterien seien außerdem teurer und ebenfalls nicht immun gegen Kälte und lange Ruhezeiten. Wenn die Batterie also nicht ewig leben kann, ist es praktisch, zumindest permanent über ihren Zustand auf dem Laufenden zu bleiben. „Mit unserem Batteriemanagementsystem ist es erstmals möglich, vor dem Abschalten des Motors vorherzusagen, ob ein Neustart möglich sein wird – und zwar ohne schwer bestimmbare Parameter wie die Diffusionskapazität der Batterie anpassen zu müssen“, sagt Sourkounis. Außerdem weist eine Warnfunktion die Fahrer rechtzeitig auf Ladebedarf hin.

Industriepartner aus Hessen

Industriepartner der Bochumer Forscher ist die Isabellenhütte Heusler GmbH und Co. KG aus dem hessischen Dillenburg. Der Automobilzulieferer ist Marktführer für Präzisionsmesswiderstände (Shunts), die eine wichtige Komponente der Batteriemanagementsysteme sind. Sie erlauben es, den Batteriestatus auszulesen.

Weitere Informationen

Prof. Dr.-Ing. Constantinos Sourkounis, Energiesystemtechnik und Leistungsmechatronik, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-23956
office@enesys.rub.de

Dipl.-Ing. Philip Dost, Energiesystemtechnik und Leistungsmechatronik, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-24642
dost@enesys.rub.de

Angeklickt

Energiesystemtechnik und Leistungsmechatronik an der RUB
http://www.enesys.rub.de/

Redaktion: Dr. Julia Weiler

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.enesys.rub.de/
http://www.ruhr-uni-bochum.de

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