Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Open Source-Stack steckt voller Überraschungen

04.11.2009
Elektrotechniker der Technischen Universität (TU) Wien veröffentlichen einen Open Source-Software-Stack für EtherNet/IP zur Unterstützung der kostengünstigen Entwicklung von Industrial Ethernet Geräten.

Das Institut für Automatisierungs- und Regelungstechnik (ACIN) der TU Wien verkündet die Veröffentlichung des Open Source EtherNet/IP Adapter-Stacks für industrielle Ethernet®-Produkte. Der Stack wurde für eine breite Palette von Produkten, die schon offene Standard Ethernet-Kommunikation unterstützen, entwickelt. Der neue Adapter-Stack steht kostenlos zum Download über SourceForge.net (http://opener.sourceforge.net) auf Basis einer BSD-Lizenz zur Verfügung.

"Sein geringer Platzbedarf, seine Modularität und Flexibilität machen den Stack sowohl zu einer zeit- als auch kostensparenden Lösung für Produktentwickler die Standard-Ethernet/IP-Kommunikations-Stacks für industrielle Produkte suchen", sagt Alois Zoitl, Gruppenleiter im Odo Struger Labor und TU-Experte.

Was drinnen steckt

Der Stack ist eine Open-Source-Implementierung von EtherNet/IP, ein offener Netzwerkstandard der Open DeviceNet Vendors Assocation (ODVA), Inc. EtherNet / IP verwendet das bewährte Common Industrial Protocol (CIP) auf unmodifiziertem Standard-Ethernet und ermöglicht die Kommunikation von I/Os (inputs/outputs der Anlage) zur IT. Es verbindet industrielle Steuerungen bis hin zu Business-Systemen. Der leichtgewichtige Adapter-Stack kann für verschiedenste Anforderungen angepasst werden und in der weit verbreiteten Programmiersprache C geschrieben.

EtherNet/IP erlaubt Netzwerken, einschließlich von Motion Control und Sicherheit, gemeinsam mit anderen gängigen Arten von IT-Funktionen wie Video-, Daten- und Telefonie nahtlos in der Fabrik zu kommunizieren. Der Open-Source EtherNet/IP? Adapter-Stack erweitert die Reichweite von CIP-Technologie, um neue Produkte und neue Klassen von einfachen Geräten wie I/Os, Antriebe, Pneumatik, elektrische Komponenten und andere intelligente Sensoren und Aktoren.

Der EtherNet/IP-Open-Source-Stack enthält alle grundlegenden Objekte, die von der CIP-Spezifikation gefordert sind und ermöglicht durch Zugabe von weiteren optionalen oder herstellerspezifischen CIP-Objekten, produktspezifische Anpassung. Der Stack unterstützt sowohl "Explicit Messaging" (Server) als auch "Implicit I/O" (Adapter) Verbindungen. Dies inkludiert "Connected" und "Unconnected Explicit Messaging" sowie zyklisches I/O-Messaging über Unicast und Multicast CIP-I/O-Verbindungen.

Der Stack basiert auf standard Ethernet TCP/IP und UPD Kommunikations-Stacks, wie sie bereits in vielen ethernetfähigen Geräten im Einsatz sind auf. Er wurde auf einer Reihe von Hardware-Plattformen, darunter Atmel, Linux, Luminary, PowerPC, ST Microelectronics, Windows (cygwin) und Windows CE getestet. In ein Produkt integriert, kann der Stack auch einen Beitrag zur Beschleunigung des EtherNet/IP-Compliance-Test-Prozesses vor dem Release eines Produkts liefern. Ähnlich wie bei anderen etablierten Open-Source-Projekten, hat sich bereits eine Entwickler-Community aufgebaut. Vorschläge zur Verbesserung aus dieser Gemeinschaft führen letztlich zur Erhöhung des Nutzens für die wachsende Zahl von BenutzerInnen.

Rockwell Automation, Inc. hat die ExpertInnen der TU Wien in der Entwicklung und Veröffentlichung der Open-Source-EtherNet/IP-Stack-Software für I/O-Adapter-Geräte unterstützt. "Die Verfügbarkeit dieses Open-Source-Stacks zeigt die Offenheit von EtherNet/IP und gewährt Produktentwicklern einen erleichterten Zugang zu industriellem Ethernet®"", sagte Kenwood Hall, Vice President of Architecture and Systems Development bei Rockwell Automation.

Produkte von verschiedenen Herstellern die den Stack verwenden, sind in Entwicklung und werden voraussichtlich ab 2010 zur Verfügung stehen.

Rückfragehinweis (ab Do 5.11.2009):
DI Dr. Alois Zoitl
Technische Universität Wien
Institut für Automatisierungs- und Regelungstechnik
Gußhausstr. 25-29, 1040 Wien
T: +43 (1) 58801-37683
alois.zoitl@tuwien.ac.at
zoitl@acin.tuwien.ac.at

Werner Sommer | idw
Weitere Informationen:
http://www.tuwien.ac.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Neuro-Robotik ermöglicht Querschnittsgelähmten selbstständig zu essen
07.12.2016 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Höhere Energieeffizienz durch Brennhilfsmittel aus Porenkeramik
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

ICTM Conference 2017: Production technology for turbomachine manufacturing of the future

16.11.2016 | Event News

Innovation Day Laser Technology – Laser Additive Manufacturing

01.11.2016 | Event News

#IC2S2: When Social Science meets Computer Science - GESIS will host the IC2S2 conference 2017

14.10.2016 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie