Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Receiver machen Solarthermie effizienter

20.04.2010
Siemens optimiert Receiverrohre für solarthermische Anlagen. Der neueste Receiver UVAC 2010 ist die derzeit effizienteste Lösung auf dem Markt. Er verbessert den Wirkungsgrad einer 50-Megawatt (MW)-Anlage um fünf Prozent.

Diese Rohre verlaufen in der Längsachse von Parabolrinnen, wo das fokussierte Sonnenlicht auftrifft. Als Wärmeträgermedium fungiert synthetisches Thermo–Öl, welches die Energie aufnimmt und Wasser erhitzt. Über einen Wärmetauscher wird Dampf erzeugt, der eine Turbine antreibt. Die Effizienz eines Solarkraftwerks hängt stark davon ab, wie gut die Receiver die Sonnenstrahlen absorbieren und verhindern, dass gespeicherte Wärme nach außen entweicht.


2009 lieferten solarthermische Anlagen nach Angaben der Internationalen Energie Agentur (IEA) weltweit erst ein Gigawatt (GW) elektrische Leistung. Es befinden sich aber Anlagen für weitere 15 GW in der Entwicklung oder im Bau. Neueste Daten der IEA deuten darauf hin, dass Solarthermie 2050 zwölf Prozent des weltweiten Strombedarfs abdecken könnte. Die am weitesten ausgereifte Technik sind lange Parabolrinnen, in deren Zentrum Receiverrohre die Sonnenenergie aufnehmen. Solche Anlagen liefern heute mehrere zehn MW Leistung und erreichen im Schnitt Gesamteffizienzen von gut 25 Prozent.

Entscheidend für den neuen Solarreceiver von Siemens Renewable Energy sind spezielle selektive Beschichtungen, die mehr als 96 Prozent der Sonnenenergie absorbieren, und gleichzeitig – je nach Temperatur im Rohr – weniger als neun Prozent der Wärme entweichen lassen. Das Medium erhitzt sich auf rund 390 Grad Celsius. Der Wärmeträger fließt dabei durch ein Edelstahlrohr, das von einem Glaskolben umschlossen ist. In dessen Zwischenraum ist ein Vakuum für zusätzliche thermische Isolierung. Eine 50-MW-Anlage kann mit den neuen Komponenten im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen etwa 6500 MW pro Jahr zusätzlich erzeugen.

Mehr als 220 000 Receiver des Typs UVAC sind bereits weltweit im Einsatz. Ende März erhielt Siemens einen weiteren Solar-receiver-Auftrag für das solarthermische Kraftwerk Les Borges Blanques in Nordspanien. Die Technologie geht auf den erfolgreichen Solarthermie-Spezialisten Solel Solar Systems Ltd. zurück, den Siemens im Herbst 2009 übernommen hat. Damit vereint Siemens Energy alle wesentlichen Komponenten für Parabolrinnen-Kraftwerke – Solarfeld und Receiver sowie Kraftwerksblock inklusive Dampfturbine – in seinem Portfolio und kann die Gesamteffizienz der Anlagen noch weiter optimieren. (IN 2010.04.5)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Höhere Energieeffizienz durch Brennhilfsmittel aus Porenkeramik
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

nachricht Planungstool für die Energiewende: Open Source Plattform für Stromnetze
05.12.2016 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flüssiger Wasserstoff im freien Fall

05.12.2016 | Maschinenbau

Forscher sehen Biomolekülen bei der Arbeit zu

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungsnachrichten