Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Messanlage im Institut für Hochfrequenztechnik

04.11.2011
Im Institut für Hochfrequenztechnik der RWTH Aachen wurde jetzt eine kompakte Antennen- und RCS-Messanlage fertiggestellt. Eine vergleichbare Ausstattung gibt es an keiner anderen deutschen Universität.

Die Finanzierung teilten sich der Bund, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, das Land NRW und die RWTH Aachen; investiert wurde rund 1 Millionen Euro. Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dirk Heberling, Leiter des Instituts für Hochfrequenztechnik, wurde die Einrichtung der Messanlage im Zuge der Berufungsverhandlung zugesagt.

Antennen sind ein Schlüsselelement für jedes Funksystem, unabhängig davon, ob es um die mobile Kommunikation, die Sensoren eines Radar-Systems oder den Fernsehempfang geht. Je nach Verwendungszweck müssen bestimmte Antenneneigenschaften erfüllt werden. Zwar erlauben heute komplexe Simulationswerkzeuge die Ermittlung der theoretischen Eigenschaften - ein essentieller Bestandteil bleibt jedoch die messtechnische Überprüfung der Simulationsergebnisse.

Von besonderem Interesse sind die räumlichen Empfangs-, beziehungsweise Abstrahlungseigenschaften. Diese Richt-diagramme können sehr unterschiedlich aussehen: In Mobiltelefonen eingesetzte Antennen strahlen möglichst in alle Richtungen gleich ab, während Satellitenspiegel hauptsächlich nur aus einer Richtung empfangen. Dazu ist eine geeignete Messtechnik erforderlich, die mit der neuen Anlage realisiert wurde. Sie besteht aus einem mit absorbierenden Materialien ausgekleideten und damit von störenden Reflexionen freien Messraum, einer Einrichtung zum Drehen der zu vermessenden Antenne und einer Sendeantenne. Der mit Blech verkleidete Messraum verhindert, dass Funkwellen aus der Umgebung die Messungen stören und bietet zusätzlich die Vorteile eines Laboratoriumsbetriebes unter kontrollierten Bedingungen.

Damit die Messungen möglichst realitätsnah sind, müsste der Abstand zwischen den Antennen sehr groß sein. Zur künstlichen Vergrößerung des Messabstandes wird ein be-sonders geformter Reflektor (Spiegel) eingesetzt. Die Quali-tät der Messungen wird unter anderem durch die Gestaltung der Reflektorkanten bestimmt, dadurch entsteht seine charakteristische gezackte Form.

Weitere Messverfahren sind möglich

Darüber hinaus erlaubt die Anlage zwei weitere Messver-fahren: die Nahfeldmesstechnik und die Bestimmung des Radarrückstreuquerschnitts von Objekten, kurz RCS für Radar Cross-Section.

Die Nahfeldmesstechnik verzichtet auf den normalerweise erforderlichen großen Abstand zwischen den Antennen im Messraum. Um Messfehler dennoch gering zu halten, werden Rechenverfahren eingesetzt, die die Messergebnisse so bearbeiten, als wären sie in großem Abstand aufgenommen worden. Allerdings geschieht dies auf Kosten eines erhöhten Mess- und Zeitaufwandes.

Radargeräte beruhen auf der grundlegenden Idee, Abstände mittels einer Laufzeitmessung von Reflexionen eines Funksignals an einem Objekt zu bestimmen. Eine solche Abstandsmessung gelingt nur dann zuverlässig, wenn die Funkwelle an diesem Objekt ausreichend reflektiert wird. Flugzeuge, Schiffe, Fahrzeuge oder Gebäude müssen daher hinsichtlich ihrer Reflexionseigenschaften vermessen werden. Dies leistet die RCS-Messtechnikkomponente der neuen Anlage.

Einsatz in Lehre und Forschung

Grundsätzlich haben sich derartige Messanlagen bereits im industriellen wie im Forschungsbereich als schnelle und hochpräzise Methode etabliert. Allerdings fehlte eine der-artige Möglichkeit bisher an deutschen Universitäten. Der Bedarf deutscher Industrien an der Ausbildung von Ingenieuren an solchen hochspezialisierten Messanlagen ist neben der Forschung auf dem Gebiet der Antennenmesstechnik ein wichtiger Schwerpunkt der Nutzung dieser Anlage.

Ansprechpartner für weitere Informationen:
Dipl.-Ing. Jörg Pamp
Tel.: 0241 – 80 27935
E-Mail: pamp@ihf.rwth-aachen.de

Thomas von Salzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.rwth-aachen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Seilzugsensor MH60 – erfolgreicher Einsatz in rauer Umgebung
20.04.2018 | WayCon Positionsmesstechnik GmbH

nachricht Treiber für Digitalisierung von Industrieanlagen: ABB, HPE und Rittal stellen Secure Edge Data Center vor
20.04.2018 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Im Focus: Metalle verbinden ohne Schweißen

Kieler Prototyp für neue Verbindungstechnik wird auf Hannover Messe präsentiert

Schweißen ist noch immer die Standardtechnik, um Metalle miteinander zu verbinden. Doch das aufwändige Verfahren unter hohen Temperaturen ist nicht überall...

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Event News

Invitation to the upcoming "Current Topics in Bioinformatics: Big Data in Genomics and Medicine"

13.04.2018 | Event News

Unique scope of UV LED technologies and applications presented in Berlin: ICULTA-2018

12.04.2018 | Event News

IWOLIA: A conference bringing together German Industrie 4.0 and French Industrie du Futur

09.04.2018 | Event News

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Moleküle brillant beleuchtet

23.04.2018 | Physik Astronomie

Sauber und effizient - Fraunhofer ISE präsentiert Wasserstofftechnologien auf Hannover Messe

23.04.2018 | HANNOVER MESSE

Fraunhofer IMWS entwickelt biobasierte Faser-Kunststoff-Verbunde für Leichtbau-Anwendungen

23.04.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics