Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuartige Beinorthese - Gehen ohne Gehstützen

30.11.2009
Die Abteilung "Orthopädie und Bewegungssysteme" entwickelt eine Orthese, die nicht nur das gesamte Körpergewicht aufnehmen kann, um das verletzte Bein zu entlasten, sondern durch welche auch der Einsatz von Gehstützen überflüssig wird. Damit kann der Patient seinen gewohnten Tätigkeiten ohne Einschränkungen nachgehen.

Brüche des Beines werden heutzutage noch genau wie vor 150 Jahren zur Ruhig­stellung mit Gipsverbänden behandelt. Bereits in der Vergangenheit wurde versucht diesen Prozess zu verbessern, jedoch nicht immer mit Erfolg.

Es wurden Orthesen wie die Thomasschiene oder die Mainzer Orthese entwickelt, in denen das Körpergewicht am Sitzbeinhöcker aufgenommen und mittels Schienen zum Boden geleitet wird. Vor allem die eng sitzende Schalenform und der punktuelle Druck sorgten jedoch für eine geringe Akzeptanz bei Personen, die "nur" einen Bruch im Bereich des Beines hatten.

Ein weiterer Versuch, das Problem zu lösen, stellt der Allgöwer Apparat dar, welcher das Körpergewicht unterhalb des Kniegelenkes aufnimmt und mittels elastischer Seilzüge auf einen Steigbügel überträgt. Damit kann aber keine komplette Entlastung erzielt werden. Ein großer Nachteil besteht außerdem in einer erhöhten Gefahr der Ödembildung und der Verlängerung des betroffenen Beines um mindestens 5 cm, so dass auf der Gegenseite ein entsprechender Keil am Schuh angebracht werden muss, um einen Beckenschiefstand zu vermeiden.

Ein natürliches Gehen ist mit all diesen Methoden nur schwer umsetzbar. Aus diesen Gründen werden immer häufiger Orthesenstiefel oder "Walker" eingesetzt, die nicht nur eine bessere Körperreinigung sowie eine Anpassung je nach Schwellzustand des Beines erlauben, sondern auch eine zusätzliche Kompressionstherapie ermöglichen. Um die Gehstabilität zu gewährleisten werden häufig Gehstützen eingesetzt. Damit kann die Belastung im Bruchspalt minimiert und eine frühere Bruchheilung erzielt werden. Dennoch hat der Patient ein Handicap. Ein annähernd normales Gehen oder das Transportieren von Gegen­ständen ist nicht möglich, da die Hände zum Abstützen an der Unterarmgehstütze benötigt werden.

Um diese Nachteile zu verbessern, entwickelt die Abteilung "Orthopädie und Bewegungssysteme" eine Orthese, die nicht nur das gesamte Körpergewicht aufnehmen kann, um das verletzte Bein zu entlasten, sondern auch der Einsatz von Gehstützen überflüssig wird. Damit kann der Patient seinen gewohnten Tätigkeiten nachgehen, ohne befürchten zu müssen, über seine Gehstützen zu stolpern.

Das System ist so aufgebaut, dass es mit den bereits auf dem Markt befindlichen Orthesenstiefeln kompatibel ist, so dass während des Heilungsprozesses der Belastungsgrad individuell einstellbar ist, bis am Schluss nur noch der Orthesenstiefel benötigt wird.

Der Belastungsgrad wird mittels Kraftsensoren, die sich im Orthesenstiefel be­finden aufgezeichnet, so dass der behandelnde Arzt oder Therapeut die jeweilige Belastung einfach auswerten und entsprechend anpassen kann. Dies ist auch für die objektive Bewertung der Versorgungsqualität eine enorme Erleichterung.

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Dr. med. Urs Schneider
Telefon +49 711 970-3630 I urs.schneider@ipa.fraunhofer.de

Hubert Grosser | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ipa.fraunhofer.de/
http://www.ipa.fhg.de/index.php?id=83

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wie Protonen durch eine Brennstoffzelle wandern
22.06.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht Omicron Diodenlaser mit höherer Ausgangsleistung und erweiterter Garantie
20.06.2017 | Omicron - Laserage Laserprodukte GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften