Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Netz in Balance: Stromlast automatisch verändern

02.11.2012
Siemens stabilisiert die Stromversorgung von großen Industrieanlagen: Mit einer automatischen Lastabwurftechnik, also einer geordneten Abschaltung von Verbrauchern, kann ein Stromnetz im Gleichgewicht gehalten werden.

Die Lösung richtet sich vorerst an die Oel- und Gasindustrie, deren Produktions- und Förderanlagen oft mit separaten Kraftwerken über eigenständige Netze verfügen. Wie in jedem Stromnetz müssen auch in Insel-fähigen Netzen Stromverbrauch und -erzeugung zu jeder Zeit im Gleichgewicht sein. Gerät diese Balance aus den Fugen - beispielsweise wenn ein großer Verbraucher aufgrund einer Störung abschaltet - bricht im Extremfall das Netz zusammen.



Schon eine Stunde Stillstand kann bei großen Raffinerien oder Flüssiggasanlagen Kosten in Millionenhöhe verursachen. Der automatische Lastabwurf verhindert Ausfälle, indem er nach Priorität gestaffelt genau so viele Verbraucher abschaltet, dass das Netz stabil bleibt.

Bisher schalten Lastabwurfsysteme bei Störungen - wenn zum Beispiel die Netzfrequenz absinkt - vorab festgelegte Verbraucher ab. Manchmal fällt dadurch zuviel Last weg, das Netz bleibt im Ungleichgewicht, weitere Geräte fallen aus und es kann zum Produktionsstillstand kommen.

Beim automatischen Lastabwurf wird für alle möglichen Störungsmuster vorab berechnet, welche Verbraucher abgeschaltet werden müssen, um das Netz stabil zu halten. Oberste Priorität hat die Aufrechterhaltung der Produktion, das heißt, es werden zunächst Klimaanlagen, Beleuchtung oder andere unkritische Geräte vom Netz genommen. Im Störungsfall erkennt das Lastabwurfsystem anhand der Netzmesswerte, welches Szenario vorliegt und schaltet in weniger als einer zehntel Sekunde die entsprechenden Verbraucher ab.

Die kurze Reaktionszeit wird durch ein Glasfaser-Ethernet und durch spezielle Kommunikationsdienste (GOOSE-Telegramme) erreicht, die eine schnelle Kommunikation über das gesamte Netz erlauben.

Voraussetzung hierfür war die Auslegung des Systems auf die Kommunikationsnorm für Energiesysteme IEC 61850. Diese Schnellabschaltung wird unterstützt vom dynamischen Lastabwurf, bei dem das System Leistungsreserven vorgibt. Für höchste Betriebssicherheit sorgt der zusätzliche frequenzabhängige Lastabwurf, der als Reservefunktion für höchste Sicherheit in Störfällen sorgt.

Weil die neue Lastabwurftechnik auf dem Siemens-Leitsystem für Energiesysteme basiert, fallen bei der Installation keine Kosten für zusätzliche Geräte an. (IN 2012.11.2)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Hochauflösende IR Kamera mit Mikroskopoptik
23.10.2017 | Optris GmbH

nachricht »ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern
18.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie