Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nanodraht-Tinte für effizientere Solarzellen

09.04.2013
Schwedische "SolInk" verspricht ein Viertel mehr Ausbeute

Das schwedische Nanotechnologie-Start-up Sol Voltaics hat heute, Dienstag, mit "SolInk" eine Tinte angekündigt, die mehr Ausbeute für damit beschichtete kristalline Silizium- oder Dünnschicht-Solarzellen verspricht "Es handelt sich dabei um eine aktive Schicht", betont Erik Olsson, Director Business Development bei Sol Voltaics, gegenüber pressetext.


Solarzellen: Nanodrähte für mehr Strom (Foto: pixelio.de, Paul-Georg Meister)

Denn sie enthält Galliumarsenid-Nanodrähte, die zur Stromproduktion beitragen und so kostengünstig die Ausbeute um bis zu 25 Prozent steigern sollen.

Die Idee hinter SolInk ist es, derzeit gängige Solarzellen durch die Vorteile des relativ teuren Galliumarsenids zu ergänzen. Denn das Material wandelt Licht eigentlich sehr effizient in Strom um und kann gerade in Nanodraht-Form Licht ebenso effizient absorbieren, wie es Forscher der Universität Lund im Januar für Indiumphosphid-Drähte gezeigt haben (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20130121015 ).

Die Beschichtung braucht nur wenig Galliumarsenid, soll die Verwendung des Materials also kommerziell sinnvoll ermöglichen. Noch dieses Jahr soll es die ersten Prototypen geben, bis 2016 wird die Massenfertigung von SolInk-Zellen angestrebt.

Als Tinte in den Massenmarkt

Galliumarsenid-Solarzellen sind zwar sehr zuverlässig und effizient, aber teuer, weshalb sie bisher Anwendungen wie der Raumfahrt vorbehalten bleiben. Mit SolInk soll sich das ändern, da mit der Nanodraht-Tinte relativ wenig Material ausreicht, um gängige Silizium- oder Dünnschichtmodule per Druckverfahren mit einer zusätzlichen aktiven Schicht zu überziehen. "Das geschieht im Fertigungsprozess", so Olsson. Fertige Zellen können also nicht nachgerüstet werden, doch soll es möglich sein, die Produktion derzeit gängiger Module relativ leicht um den zusätzlichen Schritt zu ergänzen.

Das soll auch die im Januar beschriebenen Vorteile von Nanodraht-Solarzellen relativ schnell kommerziell nutzbar machen. Ermöglicht wird dies nicht zuletzt dadurch, dass es Lars Samuelson, Festkörperphysiker in Lund und Sol-Voltaik-Gründer, gelungen ist, die Galliumarsenid-Drähte nicht wie üblich auf einem festen Substrat, sondern in einem Trägergas wachsen zu lassen. Diese Drähte kommen dann zur Verwendung als Beschichtung in die flüssige SolInk.

Attraktiv für Hersteller

Zwar wäre es prinzipiell möglich, mit SolInk reine Galliumarsenid-Solarzellen zu fertigen. Doch das größere Potenzial orten die Schweden eben als ergänzende Beschichtung für derzeit gängige Solarzellen. "Indem wir die Effizienz von Solarmodulen steigern, bieten wir Herstellern die Möglichkeit, wertvollere Produkte mit höheren Margen zu verkaufen, und Solarentwicklern die Chance, mehr Leistung zu einem geringeren Preis zu generieren - mit praktisch den gleichen physischen Anlagen", meint David Epstein, CEO von Sol Voltaics.

Das Start-up will Solarzellen-Herstellern dementsprechend keine Konkurrenz machen, sondern lediglich SolInk zuliefern. "Wir führen bereits Gespräche mit derzeitigen Herstellern", so Olsson. Existierende Fertigungsanlagen müssten Sol Voltaics zufolge nicht ersetzt, sondern lediglich adaptiert werden. Noch dieses Jahr will man funktionierende Prototypen zeigen, um dann durchzustarten. Erklärtes Ziel der Schweden ist, dass 2015 die ersten kommerziellen Module mit SolInk-Beschichtung gefertigt werden und 2016 die wirkliche Massenproduktion beginnt.

Thomas Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.solvoltaics.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Mit unkonfektionierten Kabeln durch die Schaltschrankwand
26.06.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

nachricht Gehäuse für schwere Steckverbinder in platzsparender Ausführung
26.06.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie