Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe mit autarken solaren LED-Leuchten in Bangladesch

20.07.2011
Durch die Nutzung erneuerbarer Energien und den Einsatz energiesparender Beleuchtung wollen Experten der Fachhochschule Köln und ihre Partner in Bangladesch mit neuer Technologie nachhaltig helfen.
Neben gemeinsamen Forschungsarbeiten zu »organischen Solarzellen« mit Kollegen von der Universität von Rajshahi und Vorlesungsreihen zu Themen der Optoelektronik wird Prof. Dr. Hartmut Bärwolff sein Forschungsfreisemester dazu nutzen, um dortige Einrichtungen mit autarken solaren LED-Leuchten auszustatten.

Bangladesch zählt zu den am dichtesten besiedelten Ländern der Welt.

Die Stromversorgung ist völlig unzureichend. Zum öffentlichen Stromnetz hat weniger als 50 Prozent der Bevölkerung Zugang. Regenerative Energien spielen kaum eine Rolle. Gleichzeitig wächst der Energiebedarf nicht zuletzt durch ein jährliches wirtschaftliches Wachstum von ca. sechs Prozent. Durch die Nutzung erneuerbarer Energien und den Einsatz energiesparender Beleuchtung wollen Experten der Fachhochschule Köln (Institut für Elektronik & Information Engineering) und ihre Partner in Bangladesch mit neuer Technologie nachhaltig helfen – zunächst in dem Ort Naogaon im Norden des Landes.

Neben gemeinsamen Forschungsarbeiten zu »organischen Solarzellen« mit Kollegen von der Universität von Rajshahi und Vorlesungsreihen zu Themen der Optoelektronik wird Prof. Dr. Hartmut Bärwolff sein Forschungsfreisemester dazu nutzen, um dortige Einrichtungen mit autarken solaren LED-Leuchten auszustatten. Ein wichtiger Partner des Projekts »autarke solare LED-Leuchten« ist das »Bangladesh Studien- und Entwicklungszentrum« (BSEZ e.V.) in Wiehl. Unter der Leitung von Prof. Dr. Golam Abu Zakaria engagieren sich das BSEZ und der Verein »Augenblicke« aus Reichshof seit vielen Jahren in Bangladesch.

So wurden u. a. mit Unterstützung der Rotary Clubs Gummersbach und Oberberg in Naogaon ein Mutter-Kind-Gesundheitszentrum und mehrere Schulen gebaut. Aktuell organisieren sie zudem federführend mit Prof. Bärwolff die internationale Konferenz »Erneuerbare Energien für Bangladesch«, die vom 21. bis 23. Juli 2011 an der Universität Bonn stattfinden wird und zu der rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet werden.

Prof. Bärwolff und seine Mitarbeiter aus dem Forschungsgebiet Optoelektronik arbeiten seit Jahren intensiv an LED-basierten Alternativen zu konventionellen Leuchtmitteln. LED’s bieten enorm große Energiesparmöglichkeiten, sind langlebig und zuverlässig und in Kombination mit Solarenergie für ein sonnenreiches Land wie Bangladesch bestens geeignet. Erst kürzlich wurde ein gemeinsames Forschungsprojekt mit der Firma Scemtec abgeschlossen, in dem ein neuer Typ von LED-Straßenleuchten entwickelt worden ist.

In Kooperation mit dem Reichshofer Unternehmen Scemtec soll die gemeinsam entwickelte autarke und robuste solare LED-Leuchte in modifizierter Form (an Klima- und Nutzungsbedingungen angepasst) u. a . zur Beleuchtung der Schulen und des Mutter-Kind-Zentrums in Naogaon eingesetzt werden. Hinzu kommt ein Solarpanel für das Dach der Klinik, das bei Stromausfällen als Notstromaggregat eingesetzt werden kann. Alle mechanischen Teile wurden in der Werkstatt der Hochschule angefertigt: Halterungen für die Lampe, das Solarpanel, das Akku-System etc. Später ist eine Serienentwicklung der tropentauglichen Solarsets und damit Vermarktung in Bangladesch möglich. Zudem sollen Synergieeffekte, wie die periphere Anbindung an solare Wasserprojekte oder die Wasseraufbereitung mit UV-LEDs geprüft und genutzt werden.

Auch der Elektronik-Fachbereich der Universität Rajshahi ist sehr interessiert an den Ergebnissen des Forschungsprojekts: Die Universität möchte mit Unterstützung weiterer Partner ein Musterdorf für erneuerbare Energien aufbauen, in dem neben Photovoltaik auch Windräder und andere Stromerzeuger eingesetzt werden. Darüber hinaus soll ein Forschungsprojekt zu organischen Solarzellen gemeinsam mit dem Arbeitsbereich von Prof. Dr. H. Bärwolff durchgeführt werden. In der Zukunft ist auch ein reger Studentenaustausch zwischen der Fachhochschule Köln und der Universität von Rajshahi vorgesehen.

Neben der »scemtec Hard- & Software GmbH«, die 20 000 Euro für dieses Projekt zur Verfügung stellt, sind weitere Projektpartner wie die Entwicklungshilfeorganisation GIZ, der Energieversorger RWE AG und die Universität von Rajshahi in Bangladesh beteiligt . Mit seinem Fachwissen und seiner Freizeit beteiligt sich Rotarier Prof. Dr. Franz Klink, pensionierter Chefarzt des Kreiskrankenhauses Gummersbach, am Projekt: Er behandelt zudem während seiner mehrwöchigen Aufenthalte in Naogaon Patienten in der neuen Klinik. RWE stellt sechs Stahlmasten von je sechs Metern Länge zur Verfügung, die in drei Wochen zusammen mit elf autarken kleinen solaren Kraftwerken nebst Zubehör und medizinischen Hilfsgütern per Schiff nach Bangladesch transportiert werden.

Die Fachhochschule Köln ist die größte Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Deutschland. 17500 Studierende werden von rund 420 Professorinnen und Professoren unterrichtet. Das Angebot der elf Fakultäten und des Instituts für Tropentechnologie umfasst rund 70 Studiengänge, jeweils etwa die Hälfte in Ingenieurwissenschaften bzw. Geistes- und Gesellschaftswissenschaften: von Architektur über Elektrotechnik und Maschinenbau, Design, Restaurierung, Informationswissenschaft, Sprachen und Soziale Arbeit bis hin zu Wirtschaftsrecht und Medieninformatik. Neu hinzugekommen sind im Herbst 2009 die Angewandten Naturwissenschaften. Zur Hochschule gehört neben Standorten in Köln-Deutz und in der Kölner Südstadt auch der Campus Gummersbach; im Aufbau ist der Campus Leverkusen. Die Fachhochschule Köln ist Vollmitglied in der Vereinigung Europäischer Universitäten (EUA), sie gehört dem Fachhochschulverbund UAS 7 und der Innovationsallianz der nordrhein-westfälischen Hochschulen an. Die Hochschule ist zudem eine nach den europäischen Öko-Management-Richtlinien EMAS und ISO 14001 geprüfte und zertifizierte umweltorientierte Einrichtung.

Weitere Informationen
Fachhochschule Köln
Institut für Elektronik & Information Engineering
Prof. Dr. Hartmut Bärwolff
E-Mail: hartmut.baerwolff@fh-koeln.de
Verein BSEZ: www.bangladesh.de
Konferenz: www.icceb.info.
Weitere Informationen/Kontakte für die Medien
Fachhochschule Köln
Kommunikation und Marketing für den Campus Gummersbach
Manfred Stern
Tel.: 02261/81 96 -62 09; mobil: 0170-52 29 516
E-Mail: manfred.stern@fh-koeln.de
www.gm.fh-koeln.de
Fachhochschule Köln
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Petra Schmidt-Bentum
Tel.: 0221/82 75 -31 19; E-Mail: petra.schmidt-bentum@fh-koeln.de
www.fh-koeln.de
www.fh-koeln.de/40jahre
www.facebook.com/fhkoeln
www.twitter.com/fhkoeln

Petra Schmidt-Bentum | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-koeln.de
http:// www.fh-koeln.de/40jahre

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Leuchtende Nanoarchitekturen aus Galliumarsenid
22.02.2018 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

nachricht Neuer Sensor zur Messung der Luftströmung in Kühllagern von Obst und Gemüse
22.02.2018 | Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. (ATB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics