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Mini-Beamer im Handy oder PDA

02.06.2009
Fotos auf dem Handydisplay anzuschauen, ist meist mühsam. Mit einem neuartigen Mini-Beamer geht das einfacher. Das Besondere: Der Beamer ist so klein, dass er sich in ein Handy oder einen PDA integrieren lässt. Da er ohne extra Lichtquelle auskommt, schont er den Akku.

Sommerliches Grillen am See – während die Würstchen auf dem Rost brutzeln, würden einige der Leute sich gerne das Fußballspiel an-schauen. Heute stellt sich die Frage: Am See bleiben oder das Spiel auf einer großen öffentlichen Leinwand oder dem heimischen Fernseher anschauen?


Künftig können Grill- und Fußballbegeisterte beiden Hobbys gleichzeitig frönen: Das Handyfernsehen rückt näher, und mit einem neuartigen Mini-Beamer lässt sich ein eigenes kleines »Public Viewing« veranstalten – etwa auf einem weißen Badehandtuch am Seeufer.

Den Mini-Projektor haben Forscher des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena mit ihren Partnern im EU-Projekt HYPOLED entwickelt. Das Besondere: Er benötigt kein zusätzliches Beleuchtungssystem wie herkömmliche Beamer – er kommt ohne extra Lichtquelle aus. Das bietet einige Vorteile. Zum einen braucht der Beamer wenig Raum. Der Prototyp ist 2,5 Zentimeter lang und hat einen Durchmesser von 1,8 Zentimetern, er lässt sich gut in ein Handy oder ein PDA integrieren. Zum anderen arbeitet das Gerät sehr energiesparend – es belastet den Akku nicht übermäßig.

»Kernstück des Projektors ist ein organisches Display, kurz OLED, das unsere Kollegen am Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS in Dresden hergestellt haben«, sagt Dr. Stefan Riehemann, Gruppenleiter am IOF. Aktuell strahlt das OLED-Display ein einfarbiges Bild mit einer Helligkeit von 10 000 Candela pro Quadratmeter ab, bei farbigen Bildern kommt es momentan auf ungefähr die Hälfte. Zum Vergleich: Ein Computermonitor erreicht etwa 150-300 Candela pro Quadratmeter.

Ein Objektiv projiziert das Bild, das das OLED erzeugt, auf eine Wand oder Ebene. Bislang bestehen die Linsen des Objektivs noch aus Glas, doch die Forscher arbeiten bereits daran, die Optik mit Kunststofflinsen zu realisieren. Da Kunststofflinsen geprägt werden können, lassen sie sich in größeren Stückzahlen einfacher und kostengünstiger herstellen als Glaslinsen. Auf der Messe Laser World of Photonics vom 15. bis 18. Juni in München stellen die Forscher einen monochromen Prototypen vor (Halle B2, Stand B2.421).

Dr. Stefan Riehemann | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.iof.fraunhofer.de

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