Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auf die Mikroelektronik ist Verlass

08.02.2010
Mit der Prüfung von Zuverlässigkeitsproblemen in der Mikroelektronik beschäftigen sich Forscher im neue Christian-Doppler-Labor rund um Elektrotechniker Hajdin Ceric an der Technischen Universität (TU) Wien. Das siebenköpfige Team tüftelt seit Ende letzten Jahres und eröffnet sein Labor feierlich am 15. Februar 2010.

Unerwünschter Materialtransport durch elektrischen Strom (Elektromigration) und dabei auftretende mechanische Spannung sind Beispiele für Zuverlässigkeitsprobleme in mikroelektronischen Bauelementen und Bestandteil der Forschungsarbeit im neuen Christian Doppler (CD)-Labor "Zuverlässigkeitsprobleme in der Mikroelektronik".

Die rasant ansteigende Leistungsfähigkeit moderner Computer ermöglicht es, komplexe physikalische Vorgänge in Bauelementen mit immer höherer Genauigkeit numerisch zu simulieren. Durch die fortschreitende Miniaturisierung mikroelektronischer Bauelemente sind die negativen Veränderungen der Materialeigenschaften (Degradation) und auftretende Verschleißmechanismen vielfältiger und komplizierter geworden.

Dabei sind die Frage der Zuverlässigkeit der integrierten Schaltungen und die Bestimmung ihrer Lebensdauer nach wie vor von zentraler Bedeutung. "Alle Degradationsmechanismen sind eine Art Zeitbombe, die einen totalen Ausfall des Schaltkreises zu einem unbestimmten Zeitpunkt auslösen können", beschreibt Laborleiter Hajdin Ceric die Herausforderung. Dementsprechend verfolgt das neue CD-Labor zwei Ziele: Es geht darum, die Degradationsmechanismen in mikroelektronischen Bauelementen möglichst genau zu modellieren, um dann die Technologie mittels Prozesssimulation so weiter zu entwickeln, dass daraus zuverlässigere Bauelemente resultieren.

1 Labor, 5 Module, 7 Jahre

Mit einem jährlichen Finanzierungsvolumen von rund 210.000 Euro für die nächsten sieben Jahre und der Beteiligung von zwei international agierenden, österreichischen Industriepartnern, austriamicrosystems und Infineon Österreich, ist die Forschungsarbeit langfristig gesichert. Es wird fünf Forschungsbereiche - sogenannte Module - geben, in denen neuartige Ansätze für die Modellierung und Simulation der wesentlichsten Degradationsmechanismen, die die Lebensdauer von integrierten Schaltungen beeinträchtigen, entwickelt werden: "Electromigration Reliability", "Stress Induced Degradation", "Bias Temperature Instability (BTI)", "Hot Carrier Degradation" und "Process for Reliability". Bei seiner Arbeit kann das siebenköpfige Forscherteam auf viele Jahre Erfahrung bei der Entwicklung von Simulationswerkzeugen für die Halbleiterelektronik zurückgreifen. Auch die Industriepartner werden ihre Erkenntnisse für die Entwicklung der neuen Simulationsmodelle zur Verfügung stellen. "Um die Zuverlässigkeit der modernen integrierten Schaltungen beurteilen zu können, ist eine kontinuierliche Weiterentwicklung der physikalischen Modelle sowie der Technology Computer-Aided Design (TCAD)-Tools erforderlich. Kommerzielle Simulations-Werkzeuge für Zuverlässigkeit in der Mikroelektronik sind entweder nicht verfügbar oder für viele Anwendungen einfach nicht ausgereift genug", betont Ceric.

Eröffnungsfeier

Die offizielle Eröffnung des Christian Doppler Labors findet am Montag, 15. Februar 2010 um 14:00 Uhr im Festsaal der TU Wien (Hauptgebäude, 4., Karlsplatz 13/1. Stock) statt. Anmeldungen werden erbeten an hajdin.ceric@tuwien.ac.at.

Links:

Institut für Mikroelektronik: http://www.iue.tuwien.ac.at
Industriepartner: http://www.austriamicrosystems.com, http://www.infineon.com
Christian Doppler Forschungsgesellschaft: http://www.cdg.ac.at
Fotodownload: https://www.tuwien.ac.at/index.php?id=9913
Rückfragehinweis:
Dipl.-Ing. Dr.techn. Hajdin Ceric
Technische Universität Wien
Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik
Institut für Mikroelektronik
Gußhausstr. 25-29, 1040 Wien
T: +43 (1) 58801 - 360 32
hajdin.ceric@tuwien.ac.at
ceric@iue.tuwien.ac.at
Aussender:
TU Wien - Büro für Öffentlichkeitsarbeit
Bettina Neunteufl, MAS
Operngasse 11/E011
A-1040 Wien
T +43-1-58801-41025
F +43-1-58801-41093
pr@tuwien.ac.at

Werner Sommer | idw
Weitere Informationen:
http://www.tuwien.ac.at/pr

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Elektrische Felder steuern Nano-Maschinen 100.000-mal schneller als herkömmliche Methoden
19.01.2018 | Technische Universität München

nachricht Perowskit-Solarzellen: mesoporöse Zwischenschicht mildert Einfluss von Defekten
18.01.2018 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie