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Messtechnische Untersuchung von Infrarot-Heizsystem an der HTWG Konstanz

14.10.2016

Infrarot-Heizsysteme sind im Bereich der Wärmeversorgung von Gebäuden bislang eine Ausnahmeerscheinung, werden aber immer beliebter. Die Energieeffizienz von Infrarotheizungen im Bereich hocheffizienter Wohngebäude ist bisher kaum wissenschaftlich untersucht worden. Das ECOLAR-Gebäude der Hochschule Konstanz – Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) wurde nun in Kooperation mit der österreichischen Firma Redwell mit solchen Heizelementen und neuester Messtechnik ausgestattet, um in der kommenden Heizperiode die Kennwerte aufzeichnen und auswerten zu können.

In den vergangenen Jahren wurde mächtig aufgerüstet in Gebäuden. Gerade in vielen Wohngebäuden mit hohem Anspruch an Nachhaltigkeit ist die Heiztechnik, die eine gute Energieeffizienz sicherstellen soll, in einem Ausmaß angewachsen, das viele Fachleute kritisieren. Die Heizsysteme erfordern meist eine umfangreiche technische Infrastruktur, wie Wärmeerzeuger und -speicher, Rohrleitungen, Pumpen, Regelungstechnik etc., mit entsprechendem Aufwand für Wartung und Instandhaltung sowie einem Raum für die Heiztechnik.


Die Energieeffizienz von Infrarot-Heizelementen wird im ECOLAR-Gebäude der HTWG untersucht.

Deshalb wird in der Architektur seit Längerem daran geforscht, wie Häuser aus technischer Sicht wieder einfacher gestaltet werden können. So auch im Fachgebiet „Energieeffizientes Bauen“ von Prof. Thomas Stark an der HTWG vor dem Hintergrund der eigenen Erfahrungen mit dem ECOLAR-Home: Für sein innovatives und extrem effizientes Energiekonzept wurde dieses in einem internationalen Wettbewerb mit dem ersten Platz ausgezeichnet - die Konsequenz ist jedoch eine hoch technisierte Infrastruktur für die Energieversorgung.

Demgegenüber bilden Infrarot-Heizelemente im Raum die denkbar einfachste Art der Wärmeversorgung: Der Energieträger Strom wird direkt beim Verbraucher in reine Nutzenergie umgewandelt. Außer der ohnehin üblichen Stromversorgung der Wohneinheit ist keine spezielle Infrastruktur erforderlich, was erhebliche finanzielle Einsparungen erlaubt.

Galt bisher die direkte Wärmeerzeugung über Strom in ökologischer und ökonomischer Hinsicht als ineffizient, rückt diese Technologie zunehmend in den Fokus, da durch bessere Gebäudehüllen der Wärmebedarf stark sinkt. Weiterhin wird die Wärme allgemein als behaglich empfunden, da nicht die Luft, sondern Oberflächen im Raum erwärmt werden. Doch so viel versprechend die Theorie auch klingt, wissenschaftliche Untersuchungen zur Energieeffizienz von Infrarotheizungen in der Versorgung hocheffizienter Gebäude gibt es bisher kaum, weshalb nun an der HTWG zu diesem Thema geforscht wird.

Als Kooperationspartner konnte die österreichischen Manufaktur Redwell gewonnen werden, die das Modellgebäude mit ihren Geräten ausgestattet hat. Durch das großzügige Sponsoring, das vor allem dem Engagement der deutschen Vertriebsniederlassung in Konstanz zu verdanken ist, können in den kommenden Monaten verschiedene technische und bauphysikalische Größen gemessen werden.

Dazu wurden spezielle Messtechnologien und Auswertungsprogramme beschafft. Prof. Thomas Stark ist gespannt: „Durch die Energiewende verändern sich viele Parameter in der Interpretation dessen, was ökologisch sinnvoll ist. Die Rahmenbedingungen in modernen Gebäuden und in der Energieerzeugung legen ein Umdenken auch in der Gebäudeheiztechnik nahe. Deshalb sind wir dankbar, dass wir durch das Sponsoring die Infrarotheiztechnik gründlich untersuchen und ihre Energieeffizienz auswerten können.“

Weitere Informationen:

http://www.htwg-konstanz.de

Anja Wischer | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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