Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Biogasertrag aus Biomasse – Ultrawaves-Ultraschallreaktor erobert Weltmarkt

07.10.2011
Manchmal riecht bereits die Post. Aber darüber wundern sich die Mitarbeiter bei Ultrawaves auf dem Campus der TU Hamburg schon lange nicht mehr. Drei- bis viermal pro Woche bekommt das Unternehmen Päckchen mit mehr oder weniger stark muffelndem Inhalt zugeschickt: Biomasse-Proben aus aller Welt.

Ob Klärschlamm, Maishäcksel oder Grasschnitt – im firmeneigenen Labor werden diese Proben auf ihre spezifische Konsistenz geprüft und im Testlauf mit einem von Ultrawaves patentierten Verfahren behandelt, das bereits rund um den Globus erfolgreich in Kläranlagen und Biogasanlagen angewendet wird.

Mit dem Ultraschallreaktor gelingt es, bei Biomasse, die vergoren wird, die Energieausbeute erheblich zu steigern. „Durch den Einsatz von hochfrequentem Ultraschall werden die Biomassezellen für den biologischen Abbauprozess besser verfügbar gemacht, wodurch bis zu 30 Prozent mehr Biogas entsteht," sagt Ultrawaves-Gründer und Geschäftsführer Dr. Klaus Nickel.

Das Hamburger Unternehmen, das 2001 als Ausgründung der TU Hamburg entstand, hat es mit seiner patentierten Ultraschall-Umwelttechnologie in kurzer Zeit zum Weltmarktführer gebracht. Für seinen Ultraschall-Reaktor wurde die Ultrawaves GmbH 2006 mit dem Innovationspreis des Bundesverbandes der Deutschen Industrie ausgezeichnet und 2007 mit dem Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg. Dort, in der Nähe von Karlsruhe, liegt auch der Sitz der Herstellerfirma des Ultraschall-Reaktors „Sonotronic".

Interessierte Journalisten sind eingeladen am Dienstag den 11. Oktober 2011 an einer Einführung in die Ultrawaves-Technologie und einer Besichtigungstour zur Kläranlage Ahrensburg teilzunehmen. Treffpunkt; 9:30 Uhr im Büro Ultrawaves, Raum 1.17. im 1. Stock des Gebäude des Northern Instituts of Technology auf dem Campus der Technischen Universität Hamburg-Harburg. (Kasernenstraße 12).

Biogas spielt bei der Suche nach neuen regenativen Formen der Energiegewinnung eine wesentliche Rolle und Energie aus Biomasse zu gewinnen ist mittlerweile auch von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Während in Deutschland der Ultraschall-Reaktor in landwirtschaftlichen Biogasanlagen zum Einsatz kommt, stehen auf dem internationalen Markt die Kläranlagen im Fokus. „Heute geht es darum, dass eine Kläranlage nicht mehr nur eine Entsorgungsstätte für Abwasser ist, sondern mindestens soviel Energie erzeugt, wie sie verbraucht, vielleicht sogar mehr. Dafür sorgt unsere Technologie", sagt Nickel. Weltweit sind 55 Kläranlagen in 20 Ländern damit ausgerüstet, zuletzt in Taiwan.

Internationale Trainingssession in Hamburg
Regelmäßig kommen Vertreter der neuen internationalen Vertriebspartner nach Hamburg, um sich in einer Trainingswoche mit der Technologie vertraut zu machen. Vom 10. bis 14 Oktober 2011 wird eine Delegation von Technikern und Ingenieuren aus Indien, Taiwan, Italien und Großbritannien erwartet. Neben Fachvorträgen und der Besichtigung des Unternehmens steht ein Besuch des Instituts für Abwasserwirtschaft an der TUHH, ein Besuch bei der Herstellerfirma des Ultraschall-Reaktors, "Sonotronic", in Karlsbad-Ittersbach sowie die Besichtigung mehrerer mit Ultraschalltechnik laufender Klär- und Biogasanlagen auf dem Programm. Die Gäste erhalten die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch mit den Betreibern direkt vor Ort und können den Ultraschall-Reaktor in Betrieb sehen.

Erfolgreiche Ausgründung der TUHH

Der Reaktor selbst ist überraschend klein und kompakt, kaum koffergroß. „Die Entwicklung war echte Pionierarbeit, darin stecken fast 20 Jahre Forschung und Erfahrung von der TUHH", sagt Nickel, der an der TU Hamburg Verfahrenstechnik studierte und im Bauwesen promovierte. Sowohl Mitgründer Professor Dr.-Ing. Uwe Neis als auch Dr. Klaus Nickel kommen ursprünglich aus der Abwasserwirtschaft und Kläranlagentechnik, haben an der TUHH seit 1996 Grundlagenuntersuchungen zum Ultraschall geleistet und dort ein international geschätztes Zentrum der Hochleistungs-Ultraschalltechnik aufgebaut.

„Das wissenschaftliche Know-how ist heute unser großer Vorteil, dadurch wissen wir sehr genau, was diese Technik bringt", so Nickel. Im Laborversuch lässt sich bereits anhand einer Probe präzise prognostizieren, wie viel mehr Gas eine bestimmte Biomasse später mit der Ultraschall-Technologie in der Großanlage erbringen wird. Zudem öffne sich der Biogasmarkt derzeit sehr schnell und neue Biomassetypen seien von ihrer Konsistenz her nicht mehr so leicht zu vergären. „Künftig wird unsere Technik also noch mehr benötigt werden, um diese Stoffe aufzuschließen". Wenn es darum im Hamburger Labor noch ein bisschen häufiger merkwürdig muffelt – ihn freut es.

Autor : Uta Bangert

Für Rückfragen:

ULTRAWAVES GmbH
Wasser & Umwelttechnologien
Dr. Klaus Nickel
Tel.: 040/ 32507203
E-Mail : nickel@ultrawaves
TU Hamburg-Harburg
Pressestelle
Jutta Katharina Werner
Tel. 040 /42878-4321
E-Mail: j.werner@tuhh.de

Jutta Katharina Werner | idw
Weitere Informationen:
http://www.ultrawaves.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht SmartMeter analysieren mit Algorithmen den Stromverbrauch
01.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS

nachricht Energiehybrid: Batterie trifft Superkondensator
01.12.2016 | Technische Universität Graz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie