Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leuchtender Kunststoff: OLED mit Rekordeffizienz

10.01.2012
Eine flexible OLED von Osram erreicht die derzeit höchsten Effizienzwerte. Bei OLED handelt es sich wie bei ihrer Schwestertechnologie LED um Halbleiter, die Strom in Licht umwandeln.

Während LED ausgehend von einem winzigen leuchtenden Chip Licht punktförmig abgeben, erzeugen die so genannten OLED-Panels eine leuchtende Fläche. Seit zwei Jahren gibt es erste OLED-Produkte für die Beleuchtung in Form von dünnen Lichtkacheln. Biegsame Varianten sind derzeit noch in der Entwicklung.


Forscher von Osram stellten nun im Labor eine etwa elf mal drei Zentimeter große, weiß leuchtende flexible OLED her, die pro Watt elektrische Leistung 32 Lumen Licht liefert. Damit ist sie bereits effizienter als eine Halogenlampe.

OLED sind sehr leichte und wenige Millimeter dünne Flächenstrahler, die blendfreies, weißes Licht liefern. Sie eröffnen bisher ungeahnte Gestaltungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel leuchtende Raumteiler.

Die aktive Leuchtschicht einer OLED besteht aus organischen Kunststoffen und ist nur einen halben Mikrometer dick. Sie wird zusammen mit dünnen Metallkontakten bei der starren Variante auf eine Glasscheibe aufgebracht. Eine ausgeschaltete OLED hat eine diffus weiße oder spiegelnde Oberfläche. Bereits entwickelt werden auch transparente Varianten, die tagsüber als Fenster und nachts als Lichtquelle fungieren können. Weil die Leuchtschicht selbst flexibel ist, arbeiten die Forscher auch an biegsamen OLED. Die flexiblen Lichtflächen müssen aber noch effizienter werden, um sich in der Breite durchzusetzen.

Die hohe Effizienz von 32 Lumen pro Watt erreichten die Osram-Forscher unter anderem durch ein spezielles Design der aufgedampften elektrischen Kontakte. Gemessen wurde der Rekordwert unter möglichst anwendungsnahen Bedingungen an einem großflächigen Muster und ohne Linsen oder andere Maßnahmen zur Steigerung der Lichtausbeute. Eine Herausforderung beim Design flexibler OLED ist der Schutz der empfindlichen Leuchtschicht vor Sauerstoff und Feuchtigkeit.

Statt mit einer Glasabdeckung wird die flexible OLED mit einem speziellen Dünnschichtverfahren versiegelt. Eine Stahlfolie, die dünn wie ein Blatt Papier und biegsam ist, ersetzt die Glasscheibe auf der Rückseite.

Die Siemens-Tochter Osram hat in den vergangenen fünf Jahren etwa 50 Millionen Euro in die Entwicklung von OLED investiert. Vor zwei Jahren hat das Unternehmen mit Orbeos ein erstes OLED-Produkt für diesen Bereich vorgestellt und im August 2011 die weltweit erste Pilotproduktion in Betrieb genommen. Um die Technologie zügig für einen breiteren Markt zu erschließen, bietet Osram seit kurzem das Einsteiger-Produkt Orbeos Dance inklusive Vorschaltgerät und Anschlusszubehör an. (IN 2012.01.1)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Berichte zu: Design Thinking Glasscheibe Kunststoff LED Leuchtschicht Lumen OLED OLED-Produkt Osram Rekordeffizienz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Gedruckte »in-situ« Perowskitsolarzellen – ressourcenschonend und lokal produzierbar
17.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

nachricht Ein elektronischer Rettungshund
17.05.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskopie der Zukunft

22.05.2018 | Medizintechnik

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics