Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lernende Energieeffizienz-Netzwerke tragen zu Klimaschutz und Energiekostensenkung bei

06.03.2014

Eine doppelt so schnelle Steigerung der Energieeffizienz im Vergleich zum Durchschnitt der Industrie – das ist in den Lernenden Energieeffizienz-Netzwerken (LEEN-Netzwerke) möglich, die im Rahmen des Projekts „30 Pilot-Netzwerke“ entstanden sind. Mit etwa zehn Prozent Energieeinsparung im jeweiligen Netzwerk binnen fünf Jahren und einer durchschnittlichen Energiekosteneinsparung von 200.000 Euro pro Jahr und Betrieb tragen die Netzwerke erheblich zur Energiekostensenkung und zum Klimaschutz bei.

Durch die identifizierten wirtschaftlichen Maßnahmen (definiert durch eine interne Verzinsung mehr als 12 Prozent) lässt sich der Energieverbrauch um knapp eine Million Megawattstunden pro Jahr senken, die jährlichen CO2-Emissionen können um 350.000 Tonnen reduziert werden.

Dies entspricht ungefähr dem Energieverbrauch von rund 285.000 Zwei-Personen-Haushalten. Die LEEN-Netzwerke wurden vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI wissenschaftlich begleitet und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) gefördert. Die Ergebnisse des Projekts wurden kürzlich in Berlin auf der Abschlusskonferenz vorgestellt.

Herzstück der LEEN-Netzwerke sind die regelmäßigen Netzwerktreffen und der dazugehörige Erfahrungsaustausch der Energieverantwortlichen über einen Zeitraum von mindestens drei bis vier Jahren.

Auf Basis eines einheitlichen Standards, dem LEEN-Managementsystem, setzen sich zehn bis 15 Betriebe gemeinsam ein Energieeinsparziel, lernen durch Austausch der Erfahrungen voneinander und werden dabei professionell von Moderatoren und zertifizierten energietechnischen Beratern unterstützt.

Prof. Dr. Harald Bradke, Projektleiter am Fraunhofer ISI, fasst die einzel- und gesamtwirtschaftlich positiven Effekte der LEEN-Netzwerke zusammen: „Durch die Teilnahme an den Lernenden Energieeffizienz-Netzwerken reduzieren die Unternehmen ihre Energiekosten, steigern so ihre Wettbewerbsfähigkeit und tragen zugleich zum Klimaschutz bei.

Gleichzeitig entsteht durch eine höhere Investitionstätigkeit mehr Arbeit in der Region durch Beratung, durch das Installationshandwerk, die Finanzierung und Wartung. Die verstärkten Energieeffizienz-Investitionen führen zu Kostensenkungen und schnelleren Innovationserfolgen der Investitionsgüter-Hersteller und damit auch zu mehr Wettbewerbsfähigkeit im Export.“

Auch die Politik unterstützt die weitere Verbreitung der LEEN-Netzwerke und sieht in diesem „Instrument der Wirtschaft für die Wirtschaft“ eine enorme Chance zur Steigerung des Energieeffizienzfortschritts. „Energieeffizienz ist der Schlüssel für mehr und rentablen Klimaschutz. Das geht besonders schnell im Erfahrungsaustausch mit anderen Unternehmen“, so Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin des BMUB. „Wir wollen an diesen Erfolg anknüpfen und die Netzwerkbildung weiter vorantreiben.“ In der weiteren Verbreitung der LEEN-Netzwerke stecke noch enormes Potenzial für mehr Effizienzsteigerung in der gesamten Wirtschaft.

Unter den gegebenen energie- und klimapolitischen Rahmenbedingungen erwarten die Verantwortlichen des Projekts einen Aufwuchs von derzeit rund. 60 Netzwerken auf bis zu 300 Netzwerken in Deutschland bis zum Jahr 2020; mit veränderten Rahmenbedingungen könnten es 700 Netzwerke bis 2020 sein. Diese mögliche Entwicklung ließe sich anhand der Energieeffizienz-Netzwerke in der Schweiz nach Einführung der CO2-Abgabe sehr gut belegen, so Prof. Eberhard Jochem, der die Energieeffizienz-Netzwerke im Jahre 2002 aus der Schweiz „importiert“ hat. 

Für kleinere Betriebe steht ein angepasstes, auf dem LEEN-Standard basierendes Netzwerkkonzept „Mari:e“ (Mach‘s richtig: energieeffizient) zur Verfügung, das derzeit in fünf Netzwerken mit 60 Unternehmen getestet und wissenschaftlich begleitet wird. Des Weiteren wurde das erfolgreiche LEEN-Konzept für mittlere Kommunen und Landkreise bis zu 200.000 Einwohner weiterentwickelt. Hierfür gibt es ab Mitte 2014 ein spezielles Förderprogramm der Bundesregierung.

Das Projekt „30 Pilot-Netzwerke“ wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien (IREES) GmbH (insbesondere Weiterentwicklung des LEEN-Managementsystems), dem Modell Hohenlohe e.V. (Öffentlichkeitsarbeit) sowie den Ingenieurbüros Eproplan und Ökotec (Entwicklung von Investitionsberechnungshilfen für energietechnische Berater) durchgeführt.

Weitere Informationen unter:

http://www.leen-newsroom.de
http://www.30pilot-netzwerke.de
http://www.leen.de
http://www.marie.streks.org

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI analysiert Entstehung
und Auswirkungen von Innovationen. Wir erforschen die kurz- und langfristigen Entwicklungen von Innovationsprozessen und die gesellschaftlichen Auswirkungen neuer Technologien und Dienstleistungen. Auf dieser Grundlage stellen wir unseren Auftraggebern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft Handlungsempfehlungen und Perspektiven für wichtige Entscheidungen zur Verfügung. Unsere Expertise liegt in der fundierten wissenschaftlichen Kompetenz sowie einem interdisziplinären und systemischen Forschungsansatz.

Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI
Breslauer Straße 48
76139 Karlsruhe

Leitung Presse und Kommunikation
Anne-Catherine Jung MA
Telefon +49 (0) 721 / 68 09 - 100
presse@isi.fraunhofer.de
http://www.isi.fraunhofer.de

Twitter: @Fraunhofer_KA
YouTube: http://www.youtube.com/user/FraunhoferKA
Newsroom: http://www.fraunhofer-ka.de

Anne-Catherine Jung | Fraunhofer-Institut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Geräteschutzschalter erfüllt NEC Class 2
19.05.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

nachricht Elektronikgehäuse für Anzeigeeinheiten
19.05.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten