Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Küstennahe Wellen stark genug für Kraftwerke

12.05.2010
Forscher berechnet Nutzbarkeit von Meereswellen neu

Seit Jahren gehen Konstrukteure von Wellenkraftwerken davon aus, dass die größte Wellenenergie zwischen zwei und zehn Kilometer vor der Küste vorherrscht. Diese Zone lag damit im Fokus der Experten. Nun hat Matthew Folley von der Queens University in Belfast entdeckt, dass die Wellen, die zwischen 500 Meter und zwei Kilometer vor der Küste 80 bis 90 Prozent der nutzbaren Energie enthalten.

"Offshore-Wellen haben eine nutzbare Leistungsdichte von 18,5 Kilowatt pro Meterbreite, verglichen mit rund 16,5 Kilowatt von küstennahen Wellen", so Folley, der als Senior-Forscher am Environmental Engineering Research Centre tätig ist. Aufgewogen werde dies allerdings durch den größeren Aufwand für die Instandhaltung sowie dem Service bei Offshore-Anlagen.

Überschätzte Wellenkraft

"Die standardisierten Berechnungen überschätzen die Nutzbarkeit von Offshore-Wellen aus zwei Gründen", erklärt Folley. "Der eine Grund sind Wellen, bei schwerer See, die die durchschnittliche Leistung nach oben heben. Und das obwohl solche Wellenkraftwerke gerade bei schweren Stürmen automatisch in einen Selbstschutzmodus schalten."

Der zweite Grund sei die durchsetzbare Richtung der Offshore-Wellen. "Es ist in der Tat klar, dass die Wellen im seichteren Wasser brechen. Das geschieht Offshore natürlich nicht", so Folley. Umgekehrt komme im tieferen Wasser die Wellenbewegungen aus allen möglichen Richtungen, was wiederum die Ausrichtung der Turbine schwierig macht.

Experte stimmt Ergebnissen zu

"Die Berechnungen von Folley sind tatsächlich überzeugend", meint Ian Bryden, Professor für Technical Engineering an der Edinburgh University, gegenüber pressetext. Konkret gehe es um die Frage, ob Wellenkraftwerke in 50 oder in zehn Metern Wassertiefe mehr Energieausbeute bringen. "Es ist natürlich klar, dass durch das Brechen der Wellen der Energieoutput geringer wird", meint der Experte.

"Was aber tatsächlich erstaunlich ist, ist die Tatsache, dass die Differenz zwischen den Wellen bei 50 Metern Wassertiefe und jenen bei zehn Metern Tiefe weit geringer ist, als bisher angenommen", so Bryden. "Viele Entwickler haben sich jedoch in der Zwischenzeit auf Offshore-Anlagen eingeschworen und werden ihre Pläne wohl kaum ändern."

Einige der neuen Designs sind allerdings so ausgerichtet, dass sie direkt an der Küstenlinie appliziert werden. Ein wesentlicher Unterschied liege auch in der Nutzbarkeit der Wellenenergie generell. Während bei den Offshore-Wellen die größte Energie in der Auf- und Abbewegung des Wassers liegt, liegt bei den Wellen in Küstennähe die größte Energie in der Vor- und Rückwärtsbewegung des Wassers.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.qub.ac.uk
http://www.see.ed.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Hochpolige Push-in-Kontakteinsätze für schwere Steckverbinder
22.05.2018 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

nachricht Crimpzange mit drehbarem Gesenk
18.05.2018 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics