Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kommunikation für das Energiemanagement von E-Fahrzeugen

13.11.2013
Um Elektrofahrzeuge reibungslos an das Stromnetz anzubinden, haben Ingenieure des Fraunhofer ESK im Rahmen des EU-Projekts SMARTV2G (Smart Vehicle-to-Grid Interface) die benötigten Kommunikationsschnittstellen spezifiziert und implementiert.

Damit sollen Elektrofahrzeuge als Verbraucher und als Zwischenspeicher bzw. Energiequelle fungieren. Die Ladestation stellt somit einen aktiven Knoten dar, der sowohl mit dem Fahrzeug als auch mit einem Energiemanagementsystem im Smart Grid kommuniziert.


Die Nutzung des Smart Grids im Bereich der Elektromobilität erfordert die Entwicklung neuer Kommunikationsschnittstellen. © Fraunhofer ESK

Ein Vorteil für den Verbraucher liegt in der Nutzung variabler Strompreise. Der Energieversorger bzw. Netzbetreiber kann das Elektrofahrzeug in das Energiemanagementsystem des Smart Grids einbinden.

Digitaler Informationsfluss für mehr Komfort

Im Rahmen des Projektes SmartV2G wurden alle nötigen Informationsflüsse für eine V2G (Vehicle-to-Grid) Integration analysiert. Auf Basis dieser Informationen wurden relevante Infrastrukturkomponenten identifiziert, die zugrunde liegende Kommunikationsarchitektur entworfen sowie funktionale und technische Anforderungen abgeleitet. Im Anschluss wurde die Kommunikationsstrecke implementiert und evaluiert. Die umfassende Kommunikation zwischen dem Energiemanagementsystem und dem Elektro-fahrzeug sowohl an der Ladestation als auch auf der Straße erhöht den Komfort für den Verbraucher und die Energie- und Kosteneffizienz.

Informationen wie Standort, Öffnungszeiten, Anzahl freier Ladesäulen, aktueller Strompreis und mögliche Bezahloptionen bieten dem Nutzer künftig Vorteile. Das Reservieren einer Ladestation innerhalb errechneter Reichweiten kann bereits während der Fahrt erfolgen. Die Berücksichtigung individueller Präferenzen, wie geplante Reiseroute, aber auch vereinfachte Abrechnungsmodelle, die durch die automatische Identifizierung der Fahrzeuge möglich werden, stellt einen weiteren Fortschritt für die Verbraucher dar.

Zeitversetztes Laden lastet das Energienetz optimal aus und kann zukünftig einen Beitrag zur Gewährleistung der Versorgungsstabilität leisten. Das ist für Energieversorger und Netzbetreiber besonders wichtig, da erneuerbare Energien nicht permanent in ausreichender Menge zur Verfügung stehen und eine hohe Flexibilität beim Verbraucher erfordern. Sowohl Verbraucher als auch Energieversorger bzw. Netzbetreiber profitieren somit maßgeblich von den Neuerungen im Projekt SmartV2G.

Standards machen E-Autos international

Eine einheitliche, herstellerunabhängige Kommunikation zwischen Elektrofahrzeug und Ladestation wird durch den ISO/IEC15118 spezifiziert. Der Standard definiert einen umfangreichen Informationsaustausch, der unerlässlich für das „smarte“ Laden ist. Für die Kommunikation zwischen Ladestation und Smart Grid sorgt eine Erweiterung des weltweit etablierten Standards IEC 61850. Die Wissenschaftler des Fraunhofer ESK geben mit ihrer Arbeit entscheidende Impulse, um die bisher nur als Entwurf vorliegende Spezifikation IEC61850-90-8 weiterzuentwickeln. Die Kombination beider Standards macht die Ladestation zu einem Knotenpunkt, der den Ladevorgang von Elektrofahrzeugen in das Smart Grid integriert.

Demonstrator

Ein im Fraunhofer ESK entwickelter Demonstrator spielt die Informationskette vom Fahrzeug bis zum Energiemanagementsystem eines Kontrollcenters durch. Hierbei werden vielfältige Informationen z.B. Batteriestatus, Ladestatus, Lademodus aber auch Authentifizierungsdaten, Preis- und Bezahlinformationen ausgetauscht.

Das Projekt SMARTV2G – Smart Vehicle to Grid Interface – wird von der Europäischen Kommission im Rahmen des European Union’s Seventh Framework Programm (FP7) gefördert.

Ansprechpartner PR:
Marion Rathmann | Fraunhofer-Institut für Eingebettete Systeme und Kommunikationstechnik, ESK | Telefon +49 89 547088-395

Hansastraße 32 | 80686 München | www.esk.fraunhofer.de | marion.rathmann@esk.fraunhofer.de |

Unternehmenskommunikation | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.esk.fraunhofer.de/de/medien.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wie Protonen durch eine Brennstoffzelle wandern
22.06.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht Omicron Diodenlaser mit höherer Ausgangsleistung und erweiterter Garantie
20.06.2017 | Omicron - Laserage Laserprodukte GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie