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Klimawandel wirkt sich auf Stromproduktion aus

18.02.2011
Welche Auswirkungen der Klimawandel auf die Stromerzeugung in Österreich hat, erforschte der Studiengang „Energie-, Verkehrs- und Umweltmanagement“ der FH JOANNEUM Kapfenberg.

Die Elektrizitätsgewinnung in Österreich erfolgt großteils durch Wasserkraftwerke und thermische Kraftwerke. Gerade die Wasserkraftnutzung ist stark von der Niederschlagsmenge abhängig, die vom Klimawandel betroffen sein wird.

Der Frage, wie der Klimawandel diesen Mix der Stromerzeugung verändert, ging der Studiengang „Energie-, Verkehrs- und Umweltmanagement“ der FH JOANNEUM Kapfenberg im Projekt „Kraftwerke im Klimawandel“ nach. Dieses wurde aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms „Neue Energien 2020“ unter der Abwicklung der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) durchgeführt.

Keine existenziellen Probleme für Stromerzeugung

Das wichtigste Ergebnis der Studie: „Die Klimaeffekte werden die inländische Stromproduktion vor keine existenziellen Probleme stellen. Aber Einbußen bei Wasserkraftwerken werden zu einem Anstieg der thermischen Stromerzeugung führen müssen“, so Projektleiter Matthias Theissing von der FH JOANNEUM Kapfenberg. „Alle Verbrauchsprognosen erwarten einen gesteigerten Strombedarf, daher ist eine Ausweitung der Kraftwerkskapazitäten erforderlich“, empfiehlt das Projektteam im Abschlussbericht.

Das bedeutet aber nicht unbedingt erhöhten Kohlendioxidausstoß: Neueste Technologien mit höheren Wirkungsgraden wie Gas- und Dampfturbinenanlagen bieten sich für die Umrüstung bestehender thermischer Kraftwerksstandorte an. So ist beispielsweise eine Verdreifachung der Gesamtleistung bei einem kompletten Technologiewechsel von einem reinen Dampfkraftwerk zu einem Gas- und Dampfturbinenkraftwerk möglich. Und das, ohne den Kühlwasserbedarf zu steigern.

Erstmals umfassende Darstellung

Bisher fehlte eine einheitliche Datenbasis, die neben Klimafaktoren auch technologische Daten der Kraftwerke enthält. Nur so können die Wechselwirkungen in der österreichischen Stromproduktion modelliert werden. Das Projekt hat diese Lücke geschlossen. Neben der Erhebung aller notwendigen Daten entwickelte das Projektteam ein Simulationsmodell, um die künftige Entwicklung zu prognostizieren. Projektleiter Matthias Theissing: „Mit den im Rahmen des Projekts erhobenen Daten und der Simulation steht erstmals ein Instrumentarium zur Verfügung, um Auswirkungen des Klimawandels auf den hydro-thermischen Kraftwerksverbund qualitativ und quantitativ darstellen zu können.“

Neben der Recherche von statistischen Daten führte das Projektteam vom Studiengang „Energie-, Verkehrs- und Umweltmanagement“ intensive Diskussionen mit Anlagenbetreibern und -lieferanten. „Wesentliche Aspekte des praktischen Anlagebetriebs konnten damit in die Untersuchung mit ein fließen“, so Theissing.

Thomas Winkler | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-joanneum.at/evu

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