Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kampf gegen Stromausfall - Forschen für die zivile Sicherheit

29.03.2010
Ein Erdbeben zerstört das Stromnetz, Hacker legen Kommunikationskanäle lahm, Epidemien verursachen personelle Engpässe. Szenarioorientiert wollen die Forscher des Projektes GRASB den Kampf gegen flächendeckende Stromausfälle aufnehmen. Bei einem Verbundtreffen am 25. März 2010 in der Fachhochschule Köln fassten sie die bisherigen Ideen zusammen.

Forscher des Projektes GRASB wollen den Kampf gegen flächendeckende Stromausfälle aufnehmen. Mit GRASB - "Szenarienorientierte Grundlagen und innovative Methoden zur Reduzierung des Ausfallrisikos der Stromversorgung unter Berücksichtigung der Auswirkungen auf die Bevölkerung" - sollen mögliche Ausfallabläufe beschrieben und damit flächendeckende Stromausfälle vermieden werden.

Die vier Hauptpartner des Projekts sind die TÜV Rheinland Consulting GmbH (Koordinator), das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, die WÖLFEL Beratende Ingenieure GmbH + Co. KG und die Fachhochschule Köln. Gefördert wird GRASB vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms "Forschung für die zivile Sicherheit" als Teil der High-Tech-Strategie der Bundesregierung.

Dominoeffekte erkennen - Risiko reduzieren
In den nächsten zweieinhalb Jahren wollen die Forscher neue Methoden der Gefahrenerkennung und Ausfallprävention entwickeln. "Klimawandel, Globalisierung sowie technischer und politischer Wandel zum Thema erneuerbare Energien sind nur einige Faktoren, die die Art und Weise der Stromversorgung in Zukunft verändern. Damit ändert sich aber auch die Anfälligkeit des Systems", erläutert Prof. Dr.-Ing. Heinz-Willi Brenig, Studiengangsleiter des Masterstudiums Rettungsingenieurwesen und GRASB-Projektleiter der FH Köln. "Gerade diese zukünftigen Ausfallfaktoren können in Verbindung mit den bereits heute existierenden Herausforderungen zu unvorhergesehenen Dominoeffekten führen. Durch GRASB wollen die Projektpartner unter anderem derartige Zusammenhänge erkennen und entsprechende Ansätze entwickeln, um dieses Risiko zu reduzieren".
Verletzlichkeiten analysieren
In der Entwicklung der Versorgungssicherheit von morgen arbeiten die vier Partner mit vier Energieversorgern zusammen: EnBW, E.ON, RheinEnergie und Stadtwerke Duisburg Netzgesellschaft. Gerade deren Detailwissen ist unentbehrlich, um im Laufe des Projekts Verletzlichkeiten von Kraftwerken, Stromnetzen, IT oder Personal zu bewerten. "An welchen Stellen und gegen was das komplexe Gefüge "Stromversorgung" in Zukunft verletzlich wird und durch welche Einflüsse dies geschieht, soll durch entsprechende szenarioorientierte Verletzlichkeitsanalysen geklärt werden", erläutert Dr.-Ing. Heiko Klick als GRASB-Projektkoordinator und Senior Consultant der TÜV Rheinland Consulting GmbH: "Dieser Verbund von Industrie, Behörde und Hochschule ist wegen der Vielzahl der Einflüsse für die Forschung absolut notwendig."
Expertise aus dem Rettungsingenieurwesen
Die Fachhochschule Köln bringt in das Projekt die anerkannte Expertise des Lehr- und Forschungsgebiets Rettungsingenieurwesen ein. Wie in anderen Forschungsprojekten des Lehrgebiets werden auch bei dem Forschungsprojekt GRASB Studierende des Masterstudiengangs aktiv eingebunden. Über die praxisbezogenen Forschungsprojekte werden die wissenschaftlichen Ergebnisse in Industrie und Wirtschaft transferiert. "Gerade durch diese Zusammenarbeit erreichen wir die nachhaltige Umsetzung von Forschungsergebnissen", betont Prof. Dr.-Ing. Klaus Becker, Vizepräsident für Forschung und Wissenstransfer der Fachhochschule Köln. "Ein Erfolgskonzept, das sowohl hohes Engagement der Professoren und gezielte Hochschulpolitik voraussetzt und einen maßgeblichen Beitrag zur Sicherheitsforschung leistet", so Prof. Becker weiter.
Fachhochschule Köln
Die Fachhochschule Köln ist die größte Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Deutschland. Das Angebot der elf Fakultäten und des Instituts für Tropentechnologie mit 400 Professorinnen und Professoren umfasst mehr als 70 Studiengänge aus den Ingenieur, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften. Die Fachhochschule Köln ist Vollmitglied in der Vereinigung Europäischer Universitäten (European University Association, EUA); sie gehört dem Fachhochschulverbund UAS 7 und der Innovationsallianz der nordrhein-westfälischen Hochschulen an. Die Hochschule ist zudem eine nach den europäischen Öko-Management-Richtlinien EMAS und ISO 14001 geprüfte und zertifizierte umweltorientierte Einrichtung. In den akkreditierten Bachelor- und Masterstudiengängen des Lehrgebiets Rettungsingenieurwesen werden alle ingenieurwissenschaftlichen Elemente der Gefahrenabwehr zur Erkennung von Gefahren und deren Vorbeugungs- und Abwehrmöglichkeiten gelehrt. Für den Einsatz der Studierenden im Managementbereich der Gefahrenabwehr wird das Lehrangebot durch wirtschaftliche, juristische und geisteswissenschaftliche Module erweitert. Durch die interdisziplinäre Ausrichtung reicht die Expertise des Lehrgebiets von behördlichen bzw. betrieblichen Krisen- und Katastrophenmanagement bis hin zu Sicherheitstechnik und Risikomanagement. Zahlreiche Forschungsprojekte in Zusammenarbeit mit Industrie und Wirtschaft gewährleisten einen Anwendungsbezug der wissenschaftlichen Lehre auf aktuellem Stand.
TÜV Rheinland
Die TÜV Rheinland Consulting GmbH im Geschäftsbereich Bildung und Consulting der TÜV Rheinland Group ist in den Bereichen Beratung, Training und Projektmanagement tätig. Zu den Auftraggebern der TRC zählen sowohl privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen wie auch Verbände, Ministerien, Behörden, öffentliche Einrichtungen, usw. Die TÜV Rheinland Consulting arbeitet als praxisnaher, prozessorientierter und operativer Unternehmensbegleiter mit Blick für das Tagesgeschäft. Mittels ihres systematischen Ansatzes einer ganzheitlichen Betrachtung der Organisation mit dem Menschen als Mittelpunkt schafft die TRC die Basis für eine offene und kommunikative Atmosphäre bei ihren Auftraggebern. Abläufe werden transparent. Damit wird es den MitarbeiterInnen möglich, die Bedeutung ihrer Rolle in der und für die Organisation zu erkennen und so systematisch zum Erfolg der Organisation beizutragen.
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) wurde 2004 als zentrales Organisationselement für die Zivile Sicherheit gegründet. Es ist Teil der "Neuen Strategie zum Schutz der Bevölkerung in Deutschland", die 2002 beschlossen wurde. Alle Bereiche der Zivilen Sicherheitsvorsorge berücksichtigt das BBK fachübergreifend und verknüpft sie zu einem wirksamen Schutzsystem für die Bevölkerung und ihre Lebensgrundlagen. Das BBK ist eine Fachbehörde des Bundesministeriums des Innern (BMI), die auch andere Bundes- und Landesbehörden bei der Erfüllung Ihrer Aufgaben im Bevölkerungsschutz kompetent berät und unterstützt.
Wölfel Beratende Ingenieure
Seit der Gründung des Hauses im Jahr 1971 tragen Wölfel Beratende Ingenieure in Forschungs- und Entwicklungsarbeiten dazu bei, dass neue Technologien für die wirtschaftliche Anwendung erschlossen werden können. In diesem Sinn haben sie eine Mittlerfunktion zwischen technischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen auf der einen Seite und den industriellen Anwendern auf der anderen Seite. Ging es bei der Gründung des Hauses hauptsächlich um den Einsatz der damals aufkommenden Finite Elemente Methode, waren in den 80ern Modalanalyse und Monitoring und in den 90ern probabilistische Sicherheitsüberprüfungen das Hauptaugenmerk der Wölfel Beratende Ingenieure. Aktuell entwickeln Wölfel Beratende Ingenieure Methoden und Einrichtungen zur aktiven Schwingungs- und Lärmreduktion und zum Thema structural health monitoring, SHM. Damit richten sie auch weiterhin all ihre Anstrengungen darauf, Strukturen, Systeme und Komponenten aus unterschiedlichen industriellen Bereichen sicherer, zuverlässiger und effizienter zu gestalten.
Weitere Informationen
Fachhochschule Köln
Fakultät für Anlagen, Energie- und Maschinensysteme
Lehrgebiet Rettungsingenieurwesen
Prof. Dr.-Ing. Heinz-Willi Brenig
Tel.: 0221/82 75-22 09
E-Mail: heinz-willi.brenig@fh-koeln.de
www.fh-koeln.de
TÜV Rheinland Consulting GmbH
Dipl.-Ing. Frieder Ecker
Tel.: 0221/806 -30 99
E-Mail: frieder.ecker@de.tuv.com
www.tuv.com/consulting
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
Benjamin Lambrecht / Kathrin Stolzenburg
Tel.: 0228/9 95 50-34 06
Fax: 0228/9 95 50-16 20
E-Mail: GRASB@bbk.bund.de
www.bbk.bund.de
WÖLFEL Beratende Ingenieure GmbH + Co. KG
Dr. Herbert Friedmann
Tel.: 0931/49708-360
E-Mail: friedmann@woelfel.de
www.woelfel.de
Kontakt für die Medien
Fachhochschule Köln Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Petra Schmidt-Bentum
Tel.: 0221/82 75-31 19; Fax.: -33 94
E-Mail: petra.schmidt-bentum@fh-koeln.de

Petra Schmidt-Bentum | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-koeln.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wärme in Strom: Thermoelektrische Generatoren aus Nanoschichten
16.03.2017 | Universität Duisburg-Essen

nachricht Flüssiger Treibstoff für künftige Computer
15.03.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen