Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Intelligente Verteilnetze für das Gelingen der Energiewende

23.11.2012
Siemens und die SWK STADTWERKE KREFELD AG errichten Smart Grid in Wachtendonk

Gemeinsame Presseinformation von Siemens und der SWK STADTWERKE KREFELD AG

Zu Forschungs- und Erprobungszwecken werden Siemens Infrastructure & Cities und die SWK STADTWERKE KREFELD AG (SWK) das bestehende Stromversorgungsnetz in Wachtendonk am Niederrhein gemeinsam zu einem Smart Grid umbauen. Dazu liefert Siemens die nötigen Komponenten für die intelligenten Ortsnetzstationen, intelligente Zähler sowie Mess-, Überwachungs- und Kommunikationstechnik.

Die SWK verknüpft diese Einzelkomponenten zu einem intelligenten System und testet diese in speziell ausgesuchten Niederspannungsnetzen. Darüber hinaus wird unter anderem die Datenübertragung bis hin zur SWK-Leitstelle entwickelt und sichergestellt. Durch das Projekt erarbeiten sich Siemens und die SWK Detailinformationen über das Verhalten eines Verteilnetzes mit einem überproportionalen Anteil an erneuerbaren Energiequellen. Ziel ist außerdem, die Praxistauglichkeit von technischen Komponenten zu testen, um Erkenntnisse zum weiteren Ausbau von Smart Grids zu gewinnen.

Deutschland hat die Energiewende eingeleitet. Speisten bisher nur wenige private Stromerzeuger in die Netze ein, so wird diese Zahl künftig deutlich steigen. Mit dem Betrieb von Photovoltaik-, Wind- oder Biomasseanlagen werden die bisherigen Konsumenten von Energie immer mehr auch zu Produzenten, so genannten „Prosumern“. Weil sich damit die Verhältnisse im Netz ändern, muss auch das Stromverteilungsnetz intelligent werden. Es muss automatisiert und zu einem Smart Grid ausgebaut werden, um die Stabilität weiter aufrechterhalten und die Stromversorgung sichern zu können. Um für diese Herausforderungen gewappnet zu sein, Praxiserfahrung beim Umbau eines Stromversorgungsnetzes zu einem Smart Grid zu sammeln und Know-how dafür aufzubauen, hat die SWK zusammen mit Siemens in Wachtendonk am Niederrhein ein Smart-Grid-Modellprojekt gestartet.

„Wachtendonk macht mit: Forschung im Netz – so lautet der Name des Projekts. Wir sind stolz darauf, an der Seite von Siemens die Energiewende aktiv mitzugestalten und das Stromnetz fit für die Zukunft zu machen“, sagte Carsten Liedtke, Vorstandssprecher der SWK STADTWERKE KREFELD AG.

„Die Energiewende ist ohne Smart Grids nicht zu realisieren. Dazu müssen die Verteilnetze intelligenter und weiter automatisiert werden. Siemens hat hier das industrieweit umfassendste Portfolio. In Wachtendonk lassen wir die Theorie bei Smart Grids zur Praxis werden. Gemeinsam mit den SWK senden wir ein wichtiges Signal für den Aufbau der zukünftigen Netzinfrastruktur in Deutschland.“, sagte Jan Mrosik, CEO der Division Smart Grid im Siemens-Sektor Infrastructure&Cities.

Die 8000-Einwohner-Gemeinde Wachtendonk im Kreis Kleve wurde als Smart-Grid-Modellregion ausgewählt, weil sie einen sehr hohen Anteil dezentraler Stromerzeugungsanlagen hat, die ins Netz einspeisen. Rund 80 Prozent des Stroms kommt aus regenerativen Energiequellen, zum Beispiel aus Photovoltaikanlagen auf den Hausdächern. Zudem treten in dem ländlich geprägten Stromnetz die Auswirkungen durch dezentrale Einspeisungen deutlicher zutage. Die Spannungsschwankungen entstehen unter anderem durch die fluktuierende Einspeisung regenerativer Energiequellen und werden im Verteilungsnetz, besonders im Niederspannungsnetz, vom Netzbetreiber derzeit in der Regel nicht systematisch erfasst. „Hier brauchen wir Sensorik im Netz, um die Netzqualität überwachen und gegebenenfalls präventive Maßnahmen ergreifen zu können“, sagte Dr. Frank Burau, Geschäftsführer der SWK NETZE GmbH.

So werden im Zuge des Smart-Grid-Projektes in 100 Haushalten und zahlreichen Kabelverteilerkästen intelligente Zähler (Smart Meter) installiert, die die nötigen messtechnischen Aufgaben im Netz übernehmen. Dafür hat Siemens seine Smart Meter mit einer Zusatzfunktion ausgestattet, über die wichtige Netzzustandsdaten erfasst und weitergeleitet werden. Die so genannte Power-Snapshot-Analyse ermöglicht „Schnappschüsse“ in Form von zeitsynchronen Netzkenngrößen aus dem sonst „blinden“ Niederspannungsnetz. Damit erfasst der Zähler nicht nur den Energieverbrauch. Er arbeitet auch als Niederspannungssensor, der die Daten für eine Analyse des Stromverteilungsnetzes Wachtendonks liefern kann, um die Stabilität und die Transparenz des Netzes zu verbessern.

Die Smart Meter senden die Netzdaten via Powerline-Kommunikation an die Ortsnetzstation und somit an die SWK. Sobald ein bestimmter Schwellenwert über- oder unterschritten wird, kann sofort gegengesteuert beziehungsweise stabilisiert werden. Zur Stabilisierung des Netzes kommen fünf intelligente Ortsnetzstationen mit regelbaren Ortsnetztransformatoren von Siemens zum Einsatz. Die regelbaren Ortsnetztransformatoren nutzen die Echtzeit-Messdaten der Smart Meter aus dem Niederspannungsnetz als Stellgröße und passen die Spannungsverhältnisse im Ortsnetz dynamisch an.

Im Zuge der bis 2014 abgeschlossenen Verkabelung der kompletten Mittel- und Niederspannungsfreileitung haben die SWK NETZE GmbH Leerrohre mitverlegt, so dass zurzeit 22 Stationen mit Übertragungstechnik über Lichtwellenleiter ausgerüstet und mit der Netzleitwarte der SWK in Krefeld verbunden sind. Von den 105 Ortsnetzstationen wurden bereits 52 Stationen erneuert und für die Aufnahme von Smart-Grid-Komponenten vorbereitet. Ein Aufrüsten dieser Stationen zum Mittelpunkt eines smarten Ortnetzes ist somit ohne großen Aufwand möglich.

Pressekontakte:

Siemens AG, Infrastructure & Cities
Smart Grid Division, Media Relations
Dietrich Biester
Telefon: +49 911-433 2653
Telefax: +49 911-18 8122
Mobil: +49 152-2294 2206
E-Mail: dietrich.biester@siemens.com
SWK STADTWERKE KREFELD AG
Unternehmenskommunikation
Dorothee Winkmann
Telefon: +49 2151-98 2570
Telefax: +49 2151-98 33 2570
Mobil: +49 170-7829132
E-Mail: dorothee.winkmann@swk.de

Die Siemens-Division Smart Grid (Nürnberg) bietet Energieversorgern, Netzbetreibern, Industrieunternehmen und Städten ein End-to-End-Portfolio an Produkten und Lösungen für den Aufbau intelligenter Energieversorgungsnetze. Smart Grids ermöglichen einen bidirektionalen Energie- und Informationsfluss. Damit sind sie Voraussetzung für die Einbindung von mehr erneuerbaren Energiequellen ins Netz. Mit den in Smart Grids anfallenden Daten können Energieversorger darüber hinaus ihre Anlagen kosteneffizienter betreiben. Software-Lösungen, die Daten aus Smart Grids analysieren, werden daher immer wichtiger. Dabei verwendet die Division Eigenentwicklungen, setzt aber auch auf ein System aus Software-Partnern.

Die SWK STADTWERKE KREFELD AG ist das größte vollständig kommunale Stadtwerk in Nordrhein-Westfalen. Wir verfolgen eine ganzheitliche Strategie als Querverbundunternehmen. Mit unseren umfassenden Angeboten in den Geschäftsfeldern Energie, Wasser, Entsorgung und Verkehr sowie breitem gesellschaftlichem Engagement gehören wir für die Bürger Krefelds und weitere Teile Nordrhein-Westfalens einfach dazu. Mit Umsatzerlösen von 1,1 Mrd. Euro, die durch unsere 2300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erwirtschaftet werden, gehören wir zu den TOP-500-Unternehmen in Deutschland.

Informationsnummer: ICSG201211.028d

Dietrich Biester | Siemens Infrastructure
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/smartgrid
http://www.swk.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Leuchtende Nanoarchitekturen aus Galliumarsenid
22.02.2018 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

nachricht Neuer Sensor zur Messung der Luftströmung in Kühllagern von Obst und Gemüse
22.02.2018 | Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. (ATB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics