Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Intelligente Stromnetze

20.11.2013
Das Projekt „iUrban“ entwickelt Datenschutz- und Geschäftsmodelle für die Versorgung mit alternativen Energien

Deutschland hat die Energiewende beschlossen: Bis 2020 sollen 35 Prozent und bis 2050 80 Prozent der benötigten Energie aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden. Doch bis dahin sind noch viele wissenschaftliche, technische, regulatorische und wirtschaftliche Durchbrüche nötig.

Im Projekt „iUrban“ erarbeiten Informatiker, Wirtschaftswissenschaftler, Elektrotechniker und Psychologen integrierte Geschäfts- und Datenschutzmodelle für Stromsysteme mit einem hohen Anteil von erneuerbaren Energien. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickeln so genannte intelligente Stromnetze, die Faktoren rund um Angebot und Nachfrage regeln sollen.

Prof. Dr. Günter Müller vom Institut für Informatik und Gesellschaft der Universität Freiburg und Prof. Dr. Jens Strüker vom Institut für Energiewirtschaft der Hochschule Fresenius leiten das Forschungsvorhaben, das auf drei Jahre angelegt ist. Die Europäische Union fördert das Projekt mit mehr als 3,8 Millionen Euro.

Bisher sind Verbraucherinnen und Verbraucher daran gewöhnt, dass ihnen Elektrizität kontinuierlich zur Verfügung steht. Erneuerbare Energien hingegen sind von Wind und Wetter abhängig. Damit eine variierende Stromerzeugung dennoch zu einer nachfragegerechten und effizienten Versorgung führen kann, versuchen Stromerzeuger, Netzbetreiber und der Stromvertrieb – anders als in den vergangenen 100 Jahren – erstmals den Verbrauch von Strom in größerem Umfang zu beeinflussen Die Stromnachfrage soll verstärkt dem Stromangebot folgen.

Um aber zu wissen, was man wie steuern soll, sind exakte Verbrauchsdaten notwendig, die bislang noch nicht vorliegen. Momentan erfährt der private Stromverbraucher ebenso wie der Stromverkäufer nur einmal im Jahr, wie viel Strom insgesamt verbraucht wurde. „Das ist nicht länger ausreichend.

Stromversorgungssysteme müssen intelligenter werden, um aus Verbrauchs- und Angebotsfaktoren eine optimale und auch gerechte Stromversorgung zu gewährleisten“, sagt Strüker. Die Forschenden werden unter anderem digitale Stromzähler – so genannte Smart Meter – einsetzen, um genau nachzuvollziehen, was im Netz passiert und die Erzeugung und den Stromverbrauch entsprechend zu steuern.

Die Abteilung Telematik des Instituts für Informatik und Gesellschaft der Albert-Ludwigs-Universität untersucht die Fragen des Datenschutzes und dessen Berücksichtigung in den entstehenden Geschäftsmodellen mit Partnern aus ganz Europa. Auf der einen Seite ermöglichen detaillierte Verbrauchsprofile die Interaktion mit Gewerbe, Industrie, Privathaushalten sowie Kleinerzeugern.

So können Stromverbräuche zum Beispiel durch entsprechende Strompreise verschoben werden. Auf der anderen Seite erlauben digitale Stromzähler Rückschlüsse auf Fernsehverhalten, Anwesenheitszeiten oder Stromverbräuche. „Um diesen Konflikt zwischen Privatsphäre, Versorgungssicherheit und ökonomischer Effizienz aufzulösen, fehlen bislang wissenschaftliche und regulatorische Entscheidungsmodelle, die wir nun entwickeln möchten“, sagt Müller.

Gemeinsam mit Strüker ist er am Aufbau der intelligenten Netze in der kroatischen Stadt Rijeka und der bulgarischen Stadt Plowdiw beteiligt. Die Netze bieten auch dem Freiburger Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme sowie Firmen aus Spanien und Italien eine Plattform, um Geschäftsmodelle, das Nutzerverhalten und die Akzeptanz des Datenschutzes zu erforschen. Anschließend wird ein Unternehmen aus England diese Erfahrungen in ein virtuelles Testsystem umsetzen und evaluieren.

Kontakt:
Prof. Dr. Günter Müller
Institut für Informatik und Gesellschaft
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-4964
E-Mail: mueller@iig.uni-freiburg.de

Rudolf-Werner Dreier | Uni Freiburg im Breisgau
Weitere Informationen:
http://www.telematik.uni-freiburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wie Protonen durch eine Brennstoffzelle wandern
22.06.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht Omicron Diodenlaser mit höherer Ausgangsleistung und erweiterter Garantie
20.06.2017 | Omicron - Laserage Laserprodukte GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften

'Fix Me Another Marguerite!'

23.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Der Form eine Funktion verleihen

23.06.2017 | Informationstechnologie