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Intelligente Roboter brauchen den Menschen

19.12.2008
Die menschenleere Fabrik der Zukunft ist eine Utopie - die niemals Realität wird. Auch intelligente Roboter, wie sie heute in den Forschungslabors entwickelt werden, brauchen den Menschen als Entscheider, als Problemlöser und als Partner für eine industrielle Fertigung mit hoher Qualität.

Dies unterstrichen Forscher und Experten der Industrie beim ersten CoTeSys-Industrieseminar der Technischen Universität München: Die intelligenten Maschinen der Zukunft werden nicht Menschen ersetzen, sondern unterstützen. Ihr entscheidender Vorteil: Dass sie dabei selbständig und flexibel handeln können.

Intelligente Maschinen als autonome Werkbänke oder Service-Roboter sind der Forschungsgegenstand des Clusters CoTeSys (Cognition for Technical Systems), das im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder mit insgesamt 28 Millionen Euro gefördert wird. Bei CoTeSys geht es unter anderen darum, Geräte zu entwickeln, die intelligent mit menschlichen Werkern zusammenarbeiten können, die flexibel auf Pannen reagieren und Ersatzlösungen suchen oder Menschen bei ihren alltäglichen Verrichtungen im Haushalt oder in der Pflege unterstützen. Ihr Einsatz in der Industrie zielt vor allem darauf ab, den großen Programmier- und Schulungsaufwand, den Automaten heute bei kleinsten Änderungen in der Produktlinie erfordern, drastisch zu verringern.

"Wir automatisieren nicht, um Menschen zu ersetzen", betonte Dr. Christian Hanisch, Beauftragter für neue Technologien der Festo AG & Co KG in Esslingen, "sondern um den Menschen bei seiner Arbeit zu unterstützen." In jeder Fabrik, so Dr. Hanisch, gebe es unzählige Ereignisse, die sehr schnell zu völlig neuen Abläufen in der Produktion führen müssen. Ein Mensch könne dann schnell umschalten, die Roboter von heute dagegen müssten aufwändig programmiert oder neu angelernt werden. Deshalb sei der Mensch nie zu ersetzen. Andererseits aber benötige die Industrie intelligente Maschinen, die ohne Schutzgitter direkt mit dem Menschen zusammenarbeiten, die aber auch in der Lage sind, flexibel auf den Menschen oder auf Vorkommnisse in der Fabrik zu reagieren. "Unsere Wunschvorstellung ist", so der Automatisierungsexperte, "dass wir in einer Produktionsanlage einzelne Maschinen austauschen und die Anlage adaptiert sich selbst."

Prof. Michael Zäh vom Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften der Technischen Universität München beschrieb die Ziele des Forschungsclusters CoTeSys: Es gehe darum, Maschinen zu entwickeln, die ihre Umgebung wahrnehmen und flexibel auf neue Situationen reagieren. Erste Beispiele für intelligente Geräte, die den Menschen bei Montagearbeiten unterstützen, laufen bereits in einer Pilotfabrik des Clusters.

Im Exzellenz-Cluster CoTeSys arbeiten unter Federführung der Technischen Universität München rund 100 Forscher der unterschiedlichsten Disziplinen aus drei Münchner Hochschulen, einem Max-Planck-Institut und dem DLR-Zentrum für Luft- und Raumfahrt Oberpfaffenhofen zusammen - vom Hirnforscher bis zum Informatiker, vom Biophysiker bis zum Maschinenbauer - um grundlegende Fragen zu beantworten, aber auch um die neuen Erkenntnisse in technische Szenarien umzusetzen. Ihr Ziel ist es, intelligente Maschinen zu schaffen, "denen wir nicht mehr sagen müssen, wie sie es machen sollen", so Prof. Zäh, "sondern, was sie tun sollen."

Weitere Informationen:
Dr. Uwe Haass,
Geschäftsführer CoTeSys
CCRL - CoTeSys Central Robotics Laboratory
Technische Universität München
Barer Straße 21, 80290 München
Telefon 089- 289 25 721
E-Mail Uwe.Haass@tum.de

Dr. Ulrich Marsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.cotesys.org
http://portal.mytum.de/welcome

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