Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovationen: Gebündelte Power

22.01.2016

Mit Sinalytics macht Siemens Tempo bei der Digitalisierung. Unter diesem Markennamen liefert das Unternehmen die gemeinsame technische Basis für sämtliche digitale Services. Kunden profitieren von einer erhöhten Leistung und Verfügbarkeit ihrer Anlagen bei geringerem Energieverbrauch, reduzierten Kosten sowie Risikovermeidung und verbesserter Sicherheit.

Züge und Turbinen, Motoren und Maschinen liefern Daten im Sekundentakt. Siemens will aus diesen Daten wertvolle Informationen gewinnen und so zusätzlichen Kundennutzen schaffen. Deshalb bündelt das Unternehmen dieses Servicegeschäft unter dem Namen Siemens Digital Services und schafft eine gemeinsame technische Basis für diese Dienste: Sinalytics. Damit vereint das Unternehmen alle technologischen Bausteine für Datenintegration und -analyse, Konnektivität und Cyber-Sicherheit.


Mit der Sinalytik-Datenanalytik und -Fernwartung sparen Kunden im Endeffekt auch bares Geld. Beispiel: der Velaro in Spanien, der eine rekordverdächtige Pünktlichkeitsrate von 99,9 Prozent aufweist.

Der Clou: Sinalytics vernetzt weltweit und sichert installierte Siemens-Systeme und ermöglicht so deren Fernüberwachung und -wartung. Dabei unterstützen moderne Analysemethoden die Siemens-Experten, Fehler vorherzusagen und zu verhindern, Möglichkeiten zur Leistungsverbesserung zu erkennen, aber auch Energie und Kosten einzusparen. Mit der Analytik komplexer und riesiger Datenmengen kann das Unternehmen schließlich die Verfügbarkeit und Leistung von Anlagen beim Kunden erhöhen sowie die Wartungsintervalle optimieren.

Damit ist Sinalytics ein großer Schritt auf dem von Siemens eingeschlagenen Weg zum digitalen Unternehmen. Denn technologische Exzellenz allein reicht nicht mehr aus: Um einen optimierten Nutzen für die Kunden zu schaffen, ist ein tief gehendes Verständnis ihrer Bedürfnisse und Prozesse von entscheidender Bedeutung. Das Unternehmen hat im Geschäftsjahr 2015 mit seinem Servicegeschäft rund 16 Milliarden Euro erwirtschaftet, wovon bereits 600 Millionen auf digitale Dienste entfallen.

Minimierte Ausfälle dank vorausschauender Wartung

Seit zehn Jahren ist Siemens Vorreiter in der Fernwartung: Heute sind insgesamt rund 300.000 Geräte aus nahezu allen Geschäftsfeldern angeschlossen, von der Ampelsteuerung über Lokomotiven oder Computertomografen bis hin zu Gas- und Windturbinen. Die Common Remote Service Plattform (CRSP) etwa, ein Vorläufer von Sinalytics, ist hier ein bedeutendes Beispiel. Dazu gehört etwa die vorausschauende Wartung von Gasturbinen. Hier wird eine Reparatur veranlasst, bevor tatsächlich ein Defekt auftritt. Oder der Service Tubeguard, den es seit 2008 gibt. Damit kann das Lebensende von Röntgenröhren präzise vorausgesagt und so Ausfälle verhindert werden. Das steigert die Wirtschaftlichkeit von Computertomografen.

Jeden Monat laufen rund 17 Terabyte an Daten auf, die in Sinalytics integriert und analysiert werden.. Zum Vergleich: 2012 waren es noch drei Terabyte von 120.000 Geräten. Vorausschauende Wartung ist daher auch bei Sinalytics das Topthema. Dennoch ist die neue Plattform mehr als die Summe der bisher schon existierenden Teile. Unter einem Dach vereint sind verfeinerte Analysewerkzeuge, die die Kunden dabei unterstützen, ungeplante Ausfallzeiten zu reduzieren und die Betriebseffizienz zu verbessern.

Wie beim spanischen Bahnbetreiber Renfe, der zwischen Madrid und Barcelona beziehungsweise Madrid und Malaga 26 Hochgeschwindigkeitszüge von Siemens des Typs Velaro E in Betrieb hat. Um eine möglichst hohe Verfügbarkeit der Züge zu erreichen, sind 160 Service-Mitarbeiter im 24-Stunden-Service im Einsatz und nutzen dabei auch die Datenanalyse. Das Resultat: Durch die vorausschauende Wartung konnte die Pünktlichkeit der Siemens-Züge auf bis zu 99,9 Prozent erhöht werden. Diese Verfügbarkeit ermöglicht dem Betreiber Renfe eine einzigartige „Geld-Zurück-Garantie“: Ab einer Verspätung von 15 Minuten bekommt der Fahrgast den kompletten Ticketpreis erstattet.

Daten lieber dezentral

Erst durch die Kombination von Technologie-Know-how mit dem tiefen Produkt- und Prozesswissen der Siemens-Ingenieure – das reine IT-Dienstleister nicht haben – können digitale Dienste einen solchen Mehrwert für die Kunden entfalten. Während Wettbewerber möglichst viele Informationen zentral in die Hände bekommen möchten, überlässt Siemens den Kunden die Entscheidung, wie und wo sie ihre Daten nutzen möchten.

Distributed Analytics, das Vorverarbeiten und die Analyse von Daten direkt im Gerät, wird an Bedeutung gewinnen. Wichtige Entscheidungen trifft ein Gerät künftig autonom. „Die Kunden wollen das so, denn häufig stecken in den Daten Betriebsgeheimnisse“, sagt Matthias Goldstein, Leiter des Digitalisierungsoffice bei Corporate Technology. Interessant ist das zum Beispiel für Industrie 4.0: Cyberphysische Systeme produzieren individualisierte Güter und organisieren sich selbstständig neu, wenn eine Maschine ausfällt. Hier ist Sinalytics eng verwoben mit dem Web of Systems, dem Siemens-Konzept für das Internet der Dinge. In einigen Jahren werden Milliarden Geräte ans Internet angeschlossen sein und mit Web of Systems schafft das Unternehmen die Basis für deren Sicherheit, Datenschutz, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit.

Selbstständige Order von Ersatzteilen

Eine wichtige Errungenschaft von Sinalytics ist, dass dadurch technische Innovationen gefördert werden können. Ein Beispiel: Anstatt ein Ersatzteil aus dem Lager zu ordern, könnte Sinalytics bei einem drohenden Defekt einen Auftrag an einen 3D-Drucker erteilen, der beim Servicetechniker oder vielleicht sogar direkt beim Kunden steht. Um mit den Kunden gemeinsam solche Möglichkeiten zu erschließen und die maximale Wertschöpfung herauszuholen, muss das ganze Unternehmen vom digitalen Know-how durchdrungen werden. „Sinalytics wird uns dabei helfen, die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern, für unsere Kunden, und ebenso für uns“, schließt Goldstein ab.

Pictures of the Future

Redaktion
Sebastian Webel
Dr. Norbert Aschenbrenner
Dr. Johannes von Karczewski


Kontakt für Journalisten
Florian Martini
Tel.: +49 (89) 636-33446

www.siemens.com

Bernd Müller | Siemens Pictures of the Future

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wärme in Strom: Thermoelektrische Generatoren aus Nanoschichten
16.03.2017 | Universität Duisburg-Essen

nachricht Flüssiger Treibstoff für künftige Computer
15.03.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise