Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Infrarot-Wärme erhöht die Verfügbarkeit von Gaskraftwerken

27.07.2010
Flächendeckende und schnelle Enteisung von Ansaugfiltern
Gaskraftwerke, die Strom für den Spitzenverbrauch liefern, müssen besonders in der kalten Jahreszeit zuverlässig arbeiten und sehr schnell reagieren.

Infrarot-Strahler von Heraeus Noblelight erwärmen Vlies-Filter, hier bei Tests, damit sie eisfrei arbeiten können. Copyright Heraeus Noblelight 2010


Montage der Infrarot-Enteisung im Gaskraftwerk von Trianel in Hamm. Copyright Heraeus Noblelight 2010

Gas-Turbinen brauchen Luft für die Verbrennung, die frei von Staub und anderen Partikeln sein muss und deshalb immer vorgefiltert wird.

Feuchtkalte Ansaugluft in den Wintermonaten kann leicht zur Vereisung der Filter führen. Diese lassen dann nur noch wenig Luft durch und die Gas-Turbine muss gedrosselt oder abgeschaltet werden – ausgerechnet dann, wenn sie am meisten gebraucht wird.

Infrarot-Systeme von Heraeus Noblelight ergänzen bei Trianel in Hamm den Vereisungsschutz im modernen Gas-und-Dampfturbinenkraftwerk (GuD). Im Mai wurden innerhalb von nur zwei Wochen 24 Infrarot-Module samt Steuerung montiert und in Betrieb genommen.

Moderne GuD-Kraftwerke erzeugen Strom mit einem relativ hohen Wirkungsgrad von etwa 60%, erheblich effizienter als herkömmliche Kraftwerke, die bei etwa 40% liegen. Zusätzlich können sie sehr schnell reagieren und daher werden sie für Mittel- und Spitzenlast beim Stromverbrauch eingesetzt.

Strom wird nicht immer gleichmäßig verbraucht, es kommt immer wieder zu Bedarfsspitzen. Dann wird die Leistung so stark nachgefragt, dass für die Stromversorgung schnell regelbare Kraftwerke eingesetzt werden müssen. Diese können innerhalb von Minuten hohe Leistungen zur Verfügung stellen. Dazu zählen Gaskraftwerke, die zur Leistungserzeugung gereinigte Luft von außen ansaugen.

Wenn die vorgeschalteten Filter vereisen, kann das jedoch zum Stillstand des Kraftwerkes führen. Ein leistungsfähiges und vor allem schnell und zuverlässig arbeitendes Enteisungssystem muss die Verfügbarkeit der Anlage auch in der kalten Jahreszeit garantieren.

Die Trianel GmbH ist ein Zusammenschluss von 47 Stadtwerken und betreibt ein GuD Kraftwerk mit zwei Kraftwerksblöcken in Hamm. Ein Steinkohle-Kraftwerk ist in Lünen im Bau, ein weiteres in Krefeld in Planung; vor der Insel Borkum ist zusätzlich eine Offshore –Windkraftanlage in Vorbereitung. Das GuD Kraftwerk in Hamm ist erst wenige Jahre alt. Die Erfahrung der letzten beiden relativ harten Winter bewog Trianel, über eine Ergänzung ihrer Anti-Eis-Einrichtungen nachzudenken. Diese sollte möglichst einfach nachzurüsten sein und sehr schnell reagieren können.

Thomas Kleinwächter, Leiter des Technischen Controllings und der Instandhaltung in Hamm, klärte gemeinsam mit Heraeus Noblelight ab, ob elektrische Infrarot-Systeme für die Aufgabe geeignet sind.

Bisher wurde in Hamm, wie in den meisten anderen Gaskraftwerken auch, zur Filter-Enteisung die „Abwärme“ aus der Stromproduktion genutzt. Die heiße Luft wird auf die Taschenfilter aus Vliesmaterial geblasen, dabei können lokal kalte oder besonders heiße Zonen entstehen, insbesondere wenn die Heißluft nur unzureichend verteilt wird.

Dem gegenüber hat Infrarot-Strahlung entscheidende Vorteile: Energie wird kontaktfrei übertragen und erzeugt Wärme im Material. Dadurch ist Infrarot-Wärme schnell verfügbar und die Erwärmung erfolgt energieeffizienter als mit vielen konventionellen Methoden.

„Mich hat überzeugt, dass Infrarot-Systeme die Filter flächendeckend gleichmäßig erwärmen können, ohne den Querschnitt der Luftansaugung signifikant zu beeinträchtigen.“ sagt Thomas Kleinwächter. Die Kraftwerksbetreiber legten zudem Wert darauf, das Ergänzungssystem für die Enteisung komplett und schlüsselfertig geliefert zu bekommen.

„Eine echte Herausforderung“, sagt Michael Lyhs, Leiter der Projektierung und des Projektmanagements bei Heraeus Noblelight, „schließlich gab es ein Zeitfenster von nur drei Wochen für den elektrischen und mechanischen Einbau und die Arbeiten mussten in 11 bis 25 Meter Höhe verrichtet werden.“

Insgesamt wurde eine Fläche von je 8,80 x 4m mit je 24 mittelwelligen Infrarot-Strahlern versehen, die gesamte Nennleistung beträgt 236 kW. Immer drei der 2,20 m langen Strahler sind in einen Rahmen montiert und diese Module können über einen Schaltschrank sowie von der Hauptwarte aus bequem zu- oder abgeschaltet und gesteuert werden. „Die Zusammenarbeit zwischen Kraftwerksbetreiber und Heraeus funktionierte so gut, dass die Inbetriebnahme sogar schon nach zwei Wochen stattfand!“ freut sich Michael Lyhs, „Ich bin überzeugt, dass die Enteisungsanlage ihre Bewährungsprobe im nächsten Winter einwandfrei bestehen wird!“

Heraeus Noblelight

Heraeus Noblelight GmbH mit Sitz in Hanau, mit Tochtergesellschaften in den USA, Großbritannien, Frankreich, China, Australien und Puerto Rico, gehört weltweit zu den Markt- und Technologieführern bei der Herstellung von Speziallichtquellen. Heraeus Noblelight wies 2009 einen Jahresumsatz von 71,6 Millionen € auf und beschäftigte weltweit 707 Mitarbeiter. Das Unternehmen entwickelt, fertigt und vertreibt Infrarot- und Ultraviolett-Strahler für Anwendungen in industrieller Produktion, Umweltschutz, Medizin und Kosmetik, Forschung und analytischen Messverfahren.

Trianel

Der liberalisierte Energiemarkt bietet Stadtwerken vielfältige Chancen. Als größte europäische Stadtwerke-Kooperation mit 47 Gesellschaftern in Deutschland und Europa erschließt Trianel dieses Potenzial durch innovative Konzepte entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Gemeinsam macht das Stadtwerke-Netzwerk möglich, was für den einzelnen undenkbar ist – von der Energieerzeugung in hocheffizienten Kraftwerken über den Energiehandel mit eigenem Trading Floor bis zur Entwicklung einer breiten Palette von Beschaffungs- und Vertriebslösungen.

Auch in der Re-Kommunalisierung und Elektromobilität sieht Trianel weitere Zukunftsfelder für Stadtwerke und entwickelt gemeinsam mit ihren kommunalen Partnern darauf ausgerichtete energiewirtschaftliche Lösungen. Gemeinsam mit ihren Gesellschaftern repräsentiert Trianel über 5 Millionen versorgte Kunden.]

Der Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus mit Sitz in Hanau ist ein weltweit tätiges Familienunternehmen mit einer über 155-jährigen Tradition. Unsere Geschäftsfelder umfassen die Bereiche Edelmetalle, Sensoren, Biomaterialien und Medizinprodukte, Dentalprodukte sowie Quarzglas und Speziallichtquellen. Mit einem Produktumsatz von 2,6 Mrd. € und einem Edelmetallhandelsumsatz von 13,6 Mrd. € sowie weltweit über 12 300 Mitarbeitern in mehr als 110 Gesellschaften hat Heraeus eine führende Position auf seinen globalen Absatzmärkten.

Heraeus Noblelight GmbH mit Sitz in Hanau, mit Tochtergesellschaften in den USA, Großbritannien, Frankreich, China, Australien und Puerto Rico, gehört weltweit zu den Markt- und Technologieführern bei der Herstellung von Speziallichtquellen. Heraeus Noblelight wies 2009 einen Jahresumsatz von 71,6 Millionen € auf und beschäftigte weltweit 707 Mitarbeiter. Das Unternehmen entwickelt, fertigt und vertreibt Infrarot- und Ultraviolett-Strahler für Anwendungen in industrieller Produktion, Umweltschutz, Medizin und Kosmetik, Forschung und analytischen Messverfahren.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Leserfragen:
Heraeus Noblelight GmbH
Reinhard-Heraeus-Ring 7
D-63801 Kleinostheim
Tel +49 6181/35-8545, Fax +49 6181/35-16 8545
E-Mail hng-infrared@heraeus.com
Trianel Gaskraftwerk Hamm GmbH & Co. KG
Thomas Kleinwächter
Trianelstraße 1
D-59071 Hamm
www.trianel.com
Redaktion:
Dr. Marie-Luise Bopp
Heraeus Noblelight GmbH,
Abteilung Marketing/Werbung
Tel +49 6181/35-8547, Fax +49 6181/35-16 8547
E-Mail marie-luise.bopp@heraeus.com

Dr. Marie-Luise Bopp | Heraeus Noblelight GmbH
Weitere Informationen:
http://www.heraeus-noblelight.com/infrared
http://www.heraeus-noblelight.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wärme in Strom: Thermoelektrische Generatoren aus Nanoschichten
16.03.2017 | Universität Duisburg-Essen

nachricht Flüssiger Treibstoff für künftige Computer
15.03.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise