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Induktiv: Braunschweiger Wissenschaftler forschen für den Nahverkehr

13.12.2013
Vor 125 Jahren, am 13. Dezember 1888, berichtete der Physiker Heinrich Hertz erstmals „Über Strahlen elektrischer Kraft“. Fernsehen, WLAN, Handys und viele andere bahnbrechende Erfindungen wären ohne diese Grundlagenforschung nicht denkbar gewesen. Wissenschaftler der Technischen Universität Braunschweig begleiten derzeit ein innovatives Nahverkehrsprojekt, das im kommenden Jahr 2014 eine neue Anwendung der Hertzschen Erkenntnisse auf die Straße bringt.

E-Mobilität für die Stadt der Zukunft

Im Rahmen des Projektes „Elektromobilität mittels induktiver Ladung“ (emil) wird in der Wissenschaftsstadt Braunschweig derzeit an einer innovativen Anwendung für kabellose Elektromobilität im öffentlichen Personen Nahverkehr gearbeitet. Im kommenden Jahr werden erstmals Busse im Linienverkehr eingesetzt, die im Depot und an ausgewählten Stationen kabellos und in kurzer Zeit Strom „tanken“ können.

Das Prinzip hinter „emil“ ist im Alltag bereits von elektrischen Zahnbürsten bekannt: Zwei magnetisch gekoppelte Spulen, eine im Straßenbelag und eine am Unterboden des Busses, ermöglichen durch die Änderung des magnetischen Flusses eine Spannung, die im Fahrzeug als Ladestrom abgenommen wird. Anstelle von Oberleitungen oder kabelgebundenen Ladestationen werden die Busse während des Linienbetriebes geladen. Damit entfallen lange Ladezeiten und schwere Batterien, die bisher einem effizienten Einsatz Elektrofahrzeugen im Nahverkehr entgegen standen.

Wissenschaftler der TU Braunschweig begleiten Praxistest

Insgesamt begleiten drei Institute der TU Braunschweig den Praxistest: Prof. Jürgen Meins vom Institut für Elektrische Maschinen, Antriebe und Bahnen (IMAB) der TU Braunschweig, der bereits maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der Ladetechnologie hatte, entwickelt mit dem IMAB Lösungen zur bedarfsgerechten Auslegung und Optimierung der Induktiv-Ladekomponenten.

Zur verkehrsbetrieblichen Optimierung erforscht Dipl.-Ing. Tamás Kurczveil vom Institut für Verkehrssicherheit und Automatisierungstechnik Maßnahmen und Szenarien zur Gewährleistung einer hohen Systemverlässlichkeit. Das Institut für Hochspannungstechnik und Elektrische Energieanlagen sucht nach dem besten technischen und wirtschaftlichen Netzanschluss, um auch an schwachen Energienetzen hohe Leistungen zu erzielen.

Induktives Laden für den Individualverkehr

Das Forschungsprojekt „emil“ ist mit dem Praxistest des Buslinienverkehrs allerdings noch nicht beendet: Die Braunschweiger Verkehrs AG, der Energieversorger BS|Energy und die TU Braunschweig haben bereits im Juni 2013 durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung eine Anschlussförderung erhalten. Im Rahmen des „Schaufensters Elektromobilität“ sollen bis Mitte 2016 auch Individualverkehr, wie beispielsweise Taxen oder Lieferwagen, in das Projekt „Induktivladung“ integriert werden.

Kontakt zu den beteiligten Wissenschaftlern der TU Braunschweig:
Prof. a. D. Dr.-Ing. Jürgen Meins
Institut für Elektrische Maschinen, Antriebe und Bahnen (IMAB) der TU Braunschweig
Hans-Sommer-Str. 66
38106 Braunschweig
Tel.: 0531 – 391 3903
E-Mail: j.meins@tu-braunschweig.de
www.tu-braunschweig.de/imab
M.Eng. Frank Soyck
Institut für Hochspannungstechnik und Elektrische Energieanlagen (elenia) der TU Braunschweig
Schleinitzstraße 23
38106 Braunschweig
Tel.: 0531 – 391 7739
E-Mail: f.soyck@tu-braunschweig.de
www.tu-braunschweig.de/elenia
Dipl.-Ing. Tamás Kurczveil
Institut für Verkehrssicherheit und Automatisierungstechnik (iVA) der TU Braunschweig
Langer Kamp 8
38106 Braunschweig
Tel.: 0531 – 391 7684
E-Mail: kurczveil@iva.ing.tu-bs.de
www.iva.ing.tu-bs.de

Ulrike Rolf | idw
Weitere Informationen:
http://www.braunschweiger-verkehrs-ag.de/unternehmen/foerderprojekt-emil.html

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