Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hybridautos als mobile Riesenbatterien

29.10.2009
Australisches Projekt untersucht Nutzung als Netzentlastung

Wie sich die Akkus in Hybridautos dazu nutzen lassen, Haushalte mit Strom zu versorgen und dadurch das Stromnetz zu entlasten - das ist ein Thema eines Projekts, das die australische Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO) in Zusammenarbeit mit dem Stromversorger SP AusNet in Angriff genommen hat.

Im Rahmen des auf drei Monate anberaumten Projekts werden SP-AusNet-Mitarbeiter mit Plug-in-Hybridfahrzeugen (PHEVs) unterwegs sein, die mittels erneuerbaren Energienquellen wie Solarstrom oder auch über das Netz geladen werden können. Von großem Interesse ist dabei auch die Frage, wie die Fahrzeugakkus als Zwischenspeicher genutzt werden könnten.

Mobile Riesenbatterien

Die Versuchsfahrzeuge wurden mit Messgeräten ausgestattet, die neben dem Fahrverhalten auch den abendlichen Restladestand ermitteln, der für andere Anwendungen zur Verfügung stehen würde. "Das abgestellte Auto in der Auffahrt könnte potenziell zur großen Batterie und Energiequelle für das Haus werden", sagt CSIRO-Wissenschaftler Phillip Paevere. Sie könnte Haushaltsgeräte antreiben und einen etwaigen Stromüberschuss aus dem Netz oder aus lokalen Generatoren wie Solaranlagen zwischenspeichern.

Die Idee, Fahrzeuge derart als Strom-Zwischenspeicher zu nutzen, wird beispielsweise auch beim deutschen Energieversorger RWE als Fernziel von Elektromobilitäts-Projekten gesehen (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090820013/). Das australische Projekt setzt sich nun unter anderem das Ziel, umfassende Daten zu sammeln, um die praktische Machbarkeit dieses Konzepts mit heutiger Hybridfahrzeug-Technologie zu beurteilen.

Gleichmäßigere Netzbelastung

Der große Vorteil davon, Autoakkus nicht nur für den Betrieb des Fahrzeugs, sondern auch als Unterstützung für das Stromnetz zu nutzen, wäre eine gleichmäßigere Netzbelastung. Denn in Zeiten hohen Verbrauchs könnte dann Strom aus den Batterien abgestellter Autos zur Versorgung von Haushalten genutzt werden. Das Aufladen wiederum könnte zu Tageszeiten erfolgen, wenn Strom im Überfluss vorhanden ist.

Durch diese Nutzung von Autoakkus als Zwischenspeicher wäre es aber nicht nur möglich, Netzausfällen durch Überlastung vorzubeugen. Dem CSIRO zufolge sei es auch denkbar, durch ein Überbrücken mittels der mobilen Riesenbatterien Stromausfälle zu vermeiden, wenn es aus irgendeinem Grund zu netzseitigen Versorgungsstörungen kommt.

Ein weiterer Aspekt des australischen Projekts ist eine eingehende Analyse, welche neuen Anforderungen an Stromversorgungsnetze sich durch den Masseneinsatz von Hybrid- oder Elektrofahrzeugen ergeben. Denn mit einer größeren Verbreitung solcher Autos dürfte der Stromverbrauch insgesamt steigen - und es könnten eventuell neue Bedarfsspitzen entstehen.

Thomas Pichler | pressetext.deuschland
Weitere Informationen:
http://www.csiro.au
http://www.sp-ausnet.com.au

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Digitale Messtaster von WayCon – höchst präzise und vielseitig einsetzbar
14.11.2017 | WayCon Positionsmesstechnik GmbH

nachricht FAU-Forscher entwickeln neues Materialsystem für effiziente und langlebige Solarzellen
10.11.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte