Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

HTW Berlin entwickelt Unabhängigkeitsrechner zur Analyse der Eigenversorgung mit Solarstrom

17.07.2014

Auf dem Dach eine Photovoltaikanlage, dazu ein kleiner Batteriespeicher im Haus – mehr braucht man nicht, um seinen Strombedarf überwiegend selbst und obendrein klimaschonend zu decken.

Immer mehr Eigenheimbesitzer tun das, denn Solarstrom vom eigenen Hausdach ist längst günstiger als Strom aus dem öffentlichen Netz. Doch wie groß ist eigentlich der Anteil am jährlichen Energiebedarf, den ein privates Photovoltaik-Speichersystem decken kann?


Photovoltaik auf dem Dach der HTW Berlin

© HTW Berlin/einleuchtend e.V.

Wissenschaftler der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW Berlin) haben einen benutzerfreundlichen Online-Rechner entwickelt, der bei der Berechnung hilft. Das Tool steht kostenlos zur Verfügung.

„Die Ergebnisse zeigen, dass Einfamilienhaushalte bis zu 70 Prozent und mehr ihres Jahresenergiebedarfs durch Solarstromspeicher decken können“, sagt Prof. Dr. Volker Quaschning, Experte für Regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin. Damit trügen dezentrale Photovoltaik-Batteriespeicher, welche die tagsüber gewonnenen Solarstromüberschüsse zwischenspeichern und die Hausbewohner nach Sonnenuntergang versorgen, maßgeblich zum Gelingen der Energiewende und zum Erreichen der Klimaschutzziele in Deutschland bei.

Der von den HTW-Wissenschaftlern entwickelte Unabhängigkeitsrechner benötigt den individuellen Stromverbrauch sowie die Größe der Photovoltaikanlage und des Batteriespeichers. Auf dieser Grundlage ermittelt er den sog. Autarkiegrad, d.h. den Anteil des selbst erzeugten Solarstroms an der Stromversorgung eines Hauses und somit die Einsparung von Netzstrom.

Dadurch können Planer und Installateure die Grenzen der Eigenstromversorgung durch Solarstromspeicher realistisch abschätzen. Auch Hausbesitzer, die eine Anschaffung eines Photovoltaik-Speichersystems planen, können sich so vorab über die Möglichkeiten der Eigenstromversorgung informieren.

Der Unabhängigkeitsrechner entstand im Kontext von Forschungsarbeiten an der Hochschule. Ziel des Projekts „PVprog“ - Entwicklung von prognosebasierten Betriebsstrategien für Photovoltaik-Speichersysteme - ist es, den Nutzen von Speichersystemen aufzuzeigen.

Dafür wurden umfangreiche Simulationsrechnungen durchgeführt. Weil die an der HTW Berlin entwickelten Referenzergebnisse für Einfamilienhaushalte gut mit dem Durchschnitt aller untersuchten Haushalte übereinstimmen, stellten die Wissenschaftler ihre Ergebnisse in Gestalt des Online-Tools kostenfrei zur Verfügung.

Die HTW Berlin war in den letzten Jahren maßgeblich an der Entwicklung von Auslegungsempfehlungen für Photovoltaikanlagen zur solaren Eigenversorgung beteiligt. Das Vorhaben „PVprog“ wird im Umweltentlastungsprogramm II aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und des Landes Berlin (Förderkennzeichen 11410 UEP II/2) gefördert.

Weitere Informationen:

http://pvspeicher.htw-berlin.de/onlinetools

Gisela Hüttinger | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Elektromobilität: Forschungen des Fraunhofer LBF ebnen den Weg in die Alltagstauglichkeit
27.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

nachricht Wärme in Strom: Thermoelektrische Generatoren aus Nanoschichten
16.03.2017 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE