Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hohe Klimagaseinsparungen durch die Nutzung von Biogas-/Biomethan in KWK-Anlagen

12.05.2011
Das DBFZ hat im Auftrag des Biogasrates e.V. im Vorfeld der Novellierung des EEG 2012 Untersuchungen zur Einschätzung der Verfügbarkeit von Biogas/Biomethan in Deutschland sowie zu den potenziellen Umweltwirkungen der Biogas/Biomethanproduktion in Deutschland durchgeführt. Die Ergebnisse liegen nun vor.

Der Schwerpunkt der Untersuchungen lag auf der Analyse der Treibhausgasbilanzen einer Vielzahl von Modelfällen der Biogas-/Biomethanproduktion und -nutzung.

Die Resultate der Studie zeigen prinzipiell für alle betrachteten Leistungsklassen und Anlagenkonzepte eine Einsparung von THG-Emissionen durch die Nutzung von Biogas und Biomethan in unterschiedlichen Anwendungsfeldern.

Die Höhe dieser Einsparungen unterscheidet sich jedoch zum Teil beträchtlich und hängt, neben der Frage in welchem Bereich der erzeugte Energieträger genutzt wird, vor allem von der Anlagenkonfiguration der Biogas- und Biomethanerzeugung sowie vom genutzten Substrat ab. Die Berechnungen der Wissenschaftler bezüglich der THG-Einsparungen sind in der Abbildung 1 dargestellt.

Für einen ökologisch möglichst effizienten Einsatz von Biomethan (in Bezug auf die THG-Reduzierung) lassen sich auf Basis der durchgeführten Betrachtungen folgende allgemeine Schlussfolgerungen ableiten:

- Bei der Nutzung von Biomethan in KWK-Konzepten mit einer umfassenden Wärmenutzung lassen sich grundsätzlich die höchsten THG-Einsparungen im Vergleich zur Wärme- und Kraftstoffbereitstellung erzielen.

- Der Einsatz von Rest- und Abfallstoffen zeigt aufgrund der entfallenden THG-Emissionen aus der landwirtschaftlichen Produktion deutliche Vorteile gegenüber der Nutzung von Anbaubiomasse. Die Ausbauziele der Bundesregierung können mit Reststoffen allein jedoch nicht erreicht werden, da die Rohstoffbasis sowohl in der Summe als auch lokal begrenzt ist.

- Die Art der Prozessenergieversorgung der Biogas-/Biomethananlagen bestimmt die Höhe der möglichen THG-Minderungseffekte durch Biomethan maßgeblich. Eine Prozessenergieversorgung auf der Basis regenerativer Energiequellen verbessert die THG-Bilanz von Biomethan und damit die Höhe der möglichen THG-Einsparung deutlich.

- Technische Maßnahmen zur Minderung von Methanemissionen über die Biogasanlage und im Abgasstrom des BHKW zeigen ebenfalls einen signifikanten Einfluss auf die THG-Bilanz und sollten politisch gefordert werden.

Die Berechnungen haben gezeigt, dass sich durch die Nutzung von Biogas-/ und Biomethan prinzipiell hohe Beiträge zu den politischen Förderzielen für den Ausbau von Bioenergie erreichen lassen. Die Verstromung in KWK-Anlagen sollte im Rahmen des EEG weiter gestärkt werden. Für den weiteren Ausbau der Biogas- und Biomethankapazitäten können – je nach lokalen Randbedingungen – große oder kleine Anlagen sinnvoll sein. Daher sollte die Vergütungsstruktur für alle betrachteten Modellfälle den weiteren Ausbau ermöglichen. Dabei sind generelle Unterschiede der spezifischen Investitionen in Abhängigkeit der Anlagengröße zu beachten (z.B. über eine größenabhängige Vergütung).

Der Biogasrat hat die Ergebnisse des DBFZ mit weiteren Ergebnissen aus parallel beauftragten Untersuchungen des Lehrstuhls der Universität Duisburg/Essen in der Studie „Optimierung der marktnahen Förderung von Biogas/Biomethan“ zusammen geführt und hat daraus Handlungsempfehlungen aus Sicht des Biogasrat e.V. abgeleitet. Diese gehen über die wissenschaftlichen Ergebnisse des DBFZ deutlich hinaus und sind als eigenständige Position des Auftraggebers abgegrenzt. Die Studie des Biogasrates findet man auf der Internetseite www.biogasrat.de zum Download.

Antje Sauerland | idw
Weitere Informationen:
http://www.biogasrat.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wussten Sie, dass Infrarot und UV-Licht zum Erfolg Ihrer Grillparty beitragen?
26.07.2017 | Heraeus Noblelight GmbH

nachricht SEEDs – Intelligente Batterien mit zellinterner Sensorik
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Blattkäfer: Schon winzige Pestizid-Dosis beeinträchtigt Fortpflanzung

26.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Akute myeloische Leukämie (AML): Neues Medikament steht kurz vor der Zulassung in Europa

26.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biomarker zeigen Aggressivität des Tumors an

26.07.2017 | Biowissenschaften Chemie